O&O DiskImage 14 Professional Edition im Test, das Backup-Programm für Profis?

-

Die Wichtigkeit von Backups lernen die meisten Nutzer erst nach einem „Unfall“ kennen. Hier kann ein gutes Backup Programm absolut lebensrettend sein.

Neben diversen kostenfreien Programmen gibt es auch im Jahr 2019 immer noch einige Platzhirsche was die kostenpflichtigen Backupprogramme angeht. Zu diesen Platzhirschen zählt auch klar O&O mit ihrem  DiskImage 14 Professional.

Wie der Name schon sagt zielt DiskImage 14 eher auf die Professionelleren bzw. erweiterten Nutzer ab.

Dazu gehören wir ja klar! Also wollen wir uns im Test doch einmal ansehen was die O&O DiskImage 14 Professional Edition so alles kann!

 

O&O DiskImage 14 Professional Edition im Test

O&O DiskImage 14 richtet sich klar eher an die „professionellen“ bzw. erweiterten Nutzer. So ist die Benutzeroberfläche auch dementsprechend designt.

O&O DiskImage 14 Professional Edition

Was die Übersichtlichkeit angeht ist O&O DiskImage 14 eher mäßig. Man muss sich erst ein wenig mit der Oberfläche vertraut machen um diese komfortabel zu nutzen. Es gibt zwar eine „1-Klick-Sicherungsfunktion“ aber abseits davon keinen Assistenten, der Euch direkt beim Start entgegenschlägt. Es gibt einen Assistenten, dieser ist aber etwas versteckt unter Aufgaben und Berichten.

Die Benutzeroberfläche ist in fünf Bereiche unterteilt. Start, Laufwerksoperationen, Dateioperationen, Werkezuge und Aufgaben und Berichte.

Unter Start findet Ihr „Verlinkungen“ zu den wichtigsten einzelnen Funktionen von O&O DiskImage 14. Im Gegensatz zu Acronis True Image ist DiskImage 14 etwas schlanker gehalten. Abseits der Kernfunktionen eines Backup/Sicherungsprogramms bringt O&O DiskImage 14 nicht viel an „Bonusfunktionalität“ mit. Dies kann man natürlich positiv aber negativ sehen.

O&O DiskImage 14 wirkt klar schlanker und auch Ressourcen schonender als Acronis.

Die eigentliche Funktionalität von O&O DiskImage 14 finden wir unter Laufwerksoperationen und Dateioperationen.

Unter Laufwerksoperationen habt Ihr die Möglichkeit ganze Laufwerke zu sichern, während Euch die Dateioperationen die Möglichkeit gibt nur einzelne Dateien oder Ordner zu sichern.

Zu den Sicherungsoptionen und Möglichkeiten kommen wir später.

In den Werkzeugen findet Ihr Möglichkeiten Eure Backups zu validieren, diese auf eine DVD zu brennen, mehrere Backups zusammenzuführen und nicht ganz unwichtig ein Startmedium zu erstellen.

Letzteres ist sehr wichtig falls Ihr Eure Windows Installation derartig zerschossen habt, dass diese nicht mehr startet oder Ihr einfach noch mal von „0“ anfangen wollt.

Bonuspunkte gibt es dafür, dass ein Wiederherstellungsmedium bei DiskImage 14 auch gleichzeitig das Backup Medium sein kann! Ihr könnt sogar gleich beim Erstellen des Wiederherstellungsmedium, welches auf Windows PE basiert, eine einfache Backup Routine anlegen. Klasse!

Unter Aufgaben und Berichte findet Ihr von Euch erstelle Backup Aufgaben und Logs ob diese denn gelungen sind. Auch ist hier der Assistent zum Erstellen einer Aufgabe versteckt.

 

Das Backup

Ich würde Euch empfehlen nach dem ersten Start direkt in den Assistenten zu springen und in diesem Eure Sicherungsaufgabe anzulegen. Man kann dies auch per Hand machen, dies ist aber etwas komplizierter.

In dem Assistenten könnt Ihr festlegen was gesichert werden soll, wann bzw. wie oft und wohin. Zudem könnt Ihr weitere Optionen festlegen, wie eine maximale Größe/Anzahl an Backups die aufbewahrt werden sollen, eine Kompression oder eine Verschlüsselung.

Im Assistenten sind die Möglichkeiten was die Verschlüsselung und die Kompression angeht etwas „eingeschränkt“, vermutlich des Einfachheitswillen.

In den Laufwerksoperationen habt Ihr hier etwas detailliere Optionen. So kann O&O DiskImage 14 Eure Daten beispielsweise nach AES 128, AES 192 oder AES 256 verschlüsseln und entweder nach LZNT 1 oder BZIP 2 komprimieren.

LZNT 1 ist dabei auf Tempo ausgelegt und BZIP 2 auf möglichst kleine Backups.

Sehr spannend bei O&O DiskImage 14 sind die Optionen bezüglich des Dateiformat. Diskimage 14 kann entweder ein proprietäres .omg Format nutzen, oder VHD bzw. VHDX.

VHD Dateien lassen sich auch mit anderen Programmen öffnen und nutzen.

Den etwas professionelleren Ansatz von O&O DiskImage 14 sieht bei der Möglichkeit eine forensische Sicherung zu erstellen. Normalerweise werden bei Backups immer nur existierende Daten gesichert. Bei einem forensischen Backup hingegen werden auch leere Sektoren gesichert.

Dies macht im Normalfall keinen Sinn und bläht die Backups nur gewaltig auf, aber wollt Ihr beispielsweise irgendwelche Daten von einer HDD oder Speicherkarte wiederherstellen kann solch ein forensisches Backup Sinn machen.

Ihr könnt hier so zu sagen ein absolutes 1 zu 1 Backup eines Laufwerkes erstellen inklusive gelöschter, aber noch nicht überschriebener Daten.

Vielleicht ist Euch aufgefallen, dass wir noch nicht über Inkrementelle bzw. differenzielle Backups geredet haben. Ja O&O DiskImage 14 bietet Euch auch diese Funktion, aber diese ist etwas versteckt.

Ihr müsst zunächst von Hand ein vollständiges Backup erstellen und könnt dann inkrementelle hinzufügen. Dies kann dann auch in einem Zeitplan passieren. Die Option nennt sich hier „Sicherung der Änderungen“.

Probleme mit der Backup Funktionalität hatte ich im Übrigen keine! Backups ließen sich problemlos erstellen und auch probeweise wieder einlesen. Auch die geplanten Backups funktionieren gut.

 

Performance

Die Performance von O&O DiskImage 14 hängt ein gutes Stück von Eurem PC und den Gegebenheiten ab. Das Backup einer HDD auf eine HDD dauert nun mal länger als von einer SSD auf eine SSD.

In meinem Fall habe ich O&O DiskImage 14 auf einem Dell XPS 13 9380 mit Intel i7-8565U und 16GB RAM getestet. Dabei habe ich meine Systempartition, welche auf einer NVME SSD liegt, auf eine externe SSD gesichert. Die externe SSD schafft ca. 400MB/s und mein Systemlaufwerk inklusive einiger Programme und Daten ist ca. 110GB groß.

Zum Vergleich habe ich auch einmal Acronis True Image angeworfen und auch hier ein identisches Backup durchgeführt, aber mit der maximalen Kompression.

  • O&O DiskImage 14 + LZNT 1 6:39 Minuten 38,9GB
  • O&O DiskImage 14 + BZIP 2 36:50 Minuten 32,9GB
  • Acronis True Image 2019 maximal 16:05 Minuten 31,6GB

Grundsätzlich bin ich mit den Ergebnissen sehr zufrieden! Sowohl bei Diskimage 14 wie auch bei True Image 2019 ist es beeindruckend wie gut die Kompressionen arbeiten.

Wenn es aber um die maximale Kompression geht, ist True Image 2019 allerdings anscheinend etwas besser und vor allem schneller.

Langsam ist O&O DiskImage 14 allerdings auch nicht! Eine einfach 1 zu 1 Kopie aller Daten hätte signifikant länger gedauert, aufgrund der vielen kleinen Dateien.

6:39 Minuten um sich durch eine 110GB große Partition zu arbeiten und daraus gerade mal 38,9GB zu machen ist schon beeindruckend.

Bedenkt hier allerdings, dass es sich bei diesen 110GB um viele Programme, Windows usw. handelt welche sich deutlich besser komprimieren lassen als Fotos, Videos und Musik.

Bei dem einfachen Backup mit LZNT 1 benötigte DiskImage 14 rund 30-40% CPU Last, was soweit Okay und normal ist. Bei der stärkeren BZIP 2 Kompression allerdings wurde die CPU konstant zu 100% ausgelastet. Mit einer stärkeren CPU hätte also der Backup Vorgang hier noch ein Stück weniger Zeit gefressen.

 

Fazit

O&O DiskImage 14 Professional Edition ist ein gutes wenn nicht sogar sehr gutes Backup bzw. Sicherungs-Programm.

Im Gegensatz zu anderen Programmen dieser Klasse, Acronis True Image z.B., richtet sich DiskImage 14 weniger an den absoluten Normalnutzer, sondern mehr PC Enthusiasten bzw. Experten.

Dies merkt man auch gleich bei der etwas komplexeren Benutzeroberfläche. Diese ist durchaus gut nutzbar, aber könnte durchaus noch etwas mehr gestreamlined werden.

Was die Backupfunktionalität angeht, gibt es aber nichts zu bemängeln! O&O DiskImage 14 kann als klassisches Backup Programm genutzt werden mit Zeitplänen, einer guten Kompression, Verschlüsselung usw. aber auch für erweiterte Anwendungen. Wollt Ihr beispielsweise Eure System Partition spiegeln ist dies genauso möglich wie ein VHD Image oder Computer forensische Anwendungen.

Im Gegensatz zu einfachen 1 zu 1 Kopien kann Euch DiskImage 14 auch aushelfen wenn Windows gar nicht mehr startet, dann bootbarer Wiederherstellungsmedien, welche Ihr erstellen könnt.

Klingt dies nach einem Anwendungsfeld das zu Euch passt, dann kann ich O&O DiskImage 14 Professional Euch auch problemlos empfehlen! Ein absolut solides und stabiles Programm das macht was es soll!

Transparenz / Info: In diesem Artikel sind Affiliate /Werbe Links enthalten. Solltest Du diese nutzen, dann wird Techtest am Verkaufserlös beteiligt, ohne das sich für Dich der Preis verändert. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Dies ist eine wichtige Hilfe das hier auch in Zukunft neue Artikel entstehen können. 

Michael Barton
Michael Barton
Hi, hier schreibt der Gründer und einzige Redakteur von Techtest.org. Vielen Dank für das Lesen des Beitrags, ich hoffe dieser konnte dir weiterhelfen. Mehr Informationen über den Autor

Weitere spannende Artikel

Erfahrungsbericht: USB Heizwesten und Jacken, funktionieren sie wirklich?

Gerade in Zeiten von extremen Heizkosten muss man ein wenig kreativ werden, um sich günstig warm zu halten. Eine interessante Option sind hier USB...

Powerbanks für den Blackout? Eine gute Idee? Welche Modelle sind empfehlenswert?

Die Gefahr eines längeren Stromausfalls nimmt zunehmend zu. Entsprechend gibt es immer mehr Vorsorge- Tipps und auch die Industrie und die Händler stürzen sich...

Aliexpress und die Umsatzsteuer, wie läuft das aktuell? Keine Angst vor Bestellungen aus China!

Wie viele von Euch wissen hat sich in den letzten Monaten einiges geändert was das bestellen aus China angeht. Früher waren Bestellungen unter 27€...

Neuste Beiträge

Empfehlung! Eine fantastische Gaming Maus, NZXT Lift 2 im Test

Mit der Lift 2 hat NZXT eine neue High End Gaming Maus auf den Markt gebracht. Diese soll durch ein extra leichtes Design, wie...

Top Smarte Türklingel ohne Abo! Tapo D230 Smarte Batterie -Video-Türklingel im Test

TP-Link hat mit seiner Tapo Marke ein beachtliches Sortiment an durchaus guten Smart Home Produkten aufgebaut. Dieses wird nun mit der Tapo D230S1 Smarten...

Ugreen Nexode Pro 65W im Test, super kompakt und super gut?

Mit seiner Nexode Pro Serie hat Ugreen neue High End USB Ladegeräte auf den Markt gebracht. Diese sollen sich dabei nicht nur durch aktuellste Technik,...

Wissenswert

DC Geräte an USB Power Delivery Ladegeräten und Powerbanks betreiben

USB Power Delivery Ladegeräte und Powerbanks bieten verschiedene Spannungsstufen. Im Optimalfall beim regulären USB PD Standard 5V, 9V, 12V, 15V und 20V. Allerdings im Gegensatz...

Wie schnell kann das iPhone 15 Pro wirklich Daten übertragen? (mit echter Messung)

Das neue iPhone 15 setzt erstmals auf einen USB C Port. Dieser erlaubt nicht nur das Nutzen von universellen Ladekabeln, sondern auch das schnellere...

Welche Powerbank Ende 2023 kaufen? Empfehlung und Vergleich

Powerbanks sind etwas extrem Praktisches und mittlerweile auch sehr universell einsetzbar. So können immer mehr Geräte via USB C laden, nicht nur Smartphones, Tablets,...

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.