JUBE-Tech JU-12150 LiFePO₄ 12,8 V 150 Ah im Test – 107 % Kapazität und Bluetooth-BMS mit PIN-Schutz

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JUBE-Tech ist ein noch recht junger, deutscher Anbieter unter anderem von LiFePO₄-Akkus. Diese wollen dabei vor allem durch eine besonders gute Qualitätskontrolle und deutschen Support punkten.

Dabei sind die Akkus vor allem auf die Nutzung in Wohnmobilen zugeschnitten.

In diesem Test sehen wir uns den JUBE-Tech JU-12150 LiFePO₄-Akku mit 12,8 V und 150 Ah im Test an.

Dieser soll dank hochwertiger Zellen, der hohen Kapazität von 150 Ah und Bluetooth-BMS punkten.

Mit rund 600 € ist dieser aber ein gutes Stück teurer als unsere gängigen chinesischen 08/15-Modelle.

Wollen wir uns im Test einmal ansehen, ob der Preis gerechtfertigt ist.

An dieser Stelle vielen Dank an JUBE-Tech für das Zurverfügungstellen des Akkus für diesen Test.

 

JUBE JU-12150 LiFePO4 12,8 V 150 Ah

Der JUBE JU-12150 setzt auf ein schwarzes Kunststoffgehäuse im Standard-H8-/DIN8-Format.

Dieser misst entsprechend 355 × 178 × 190 mm und bringt laut Hersteller 16 kg auf die Waage.

Hierdurch soll sich der Akku für zahlreiche Wohnmobile und Kastenwagen auf Basis von folgenden Modellen eignen:

  • Fiat Ducato
  • Peugeot Boxer
  • Citroën Jumper

Das Design des Akkus ist sehr „basic“. So besteht das Herstellerbranding lediglich aus einem einfachen Aufkleber.

Auf Seiten der Anschlüsse haben wir für Positiv und Negativ jeweils einen „Pfosten-Anschluss“ mit M8-Schraubengewinde auf der Oberseite.

Für einen einfacheren Transport gibt es zu guter Letzt einen ausklappbaren Kunststoff-Tragegriff.

 

Technische Daten

Modell JUBE JU-12150
Batterietyp LiFePO₄
Nennspannung 12,8 V
Kapazität 150 Ah
Energie ca. 1.920 Wh
BMS JBD Smart-BMS
Kommunikation Bluetooth
Balancing Passiv
Bauform H8 / DIN8
Abmessungen 355 × 178 × 190 mm
Gewicht ca. 16 kg
Ladezyklen > 5.000 bei 80 % DoD
Garantie 5 Jahre

 

Kleine Anmerkung: Auf der Webseite konnte ich nirgends einen Vermerk finden, wie leistungsstark das BMS-Modul ist, also was die maximale Leistung ist.

Auf dem Akku selbst ist 200 A als maximale Spitzen-Ausgangsleistung aufgedruckt, was für einen 150-Ah-Akku beachtlich ist. Bei der Eingangsleistung wird von maximal 75 A gesprochen.

 

Warum einen LiFePO4-Akku wählen?

Im Inneren des JUBE JU-12150 arbeiten moderne Lithium-Eisenphosphat-Zellen (kurz: LiFePO4). Diese Zellchemie hat sich in den letzten Jahren als die absolute Top-Alternative zu klassischen Lithium-Ionen-Batterien etabliert, bringt jedoch ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile mit sich.

Beginnen wir mit den wenigen Kompromissen, die LiFePO4-Akkus haben.

Wenn man die gleiche Kapazität zugrunde legt, fallen LiFePO4-Speicher etwas größer und schwerer aus als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus. Genau aus diesem Grund findet man diese Technologie auch nicht in Smartphones oder Laptops. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Temperaturempfindlichkeit beim Ladevorgang. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt (0 °C) dürfen diese Zellen nicht geladen werden, sofern der Akku nicht über ein integriertes Heizmodul verfügt.

Diesen Nachteilen stehen jedoch massive Vorteile gegenüber, die diese Akkus für Wohnmobile perfekt machen:

  • Überragende Langlebigkeit und Zyklenfestigkeit
  • Deutlich höhere Betriebssicherheit
  • Toleranter gegenüber Ladespannungen

Da Lithium-Eisenphosphat-Zellen eine etwas geringere Energiedichte aufweisen, stehen sie chemisch gesehen unter deutlich weniger „Stress“. Das Resultat ist eine deutlich höhere Lebensdauer. Während klassische Lithium-Ionen-Akkus oft schon nach 500 bis 1.000 Ladezyklen merklich abbauen, ist die LiFePO4-Technologie ein echter Dauerläufer. JUBE-Tech gibt für den JU-12150 beispielsweise an, dass der Akku bei einer Entladetiefe von 80 % (DoD) mehr als 5.000 Zyklen übersteht! Das stellt veraltete Technologien wie Blei-Säure oder Blei-Gel extrem in den Schatten. Nach meiner Erfahrung machen selbst vermeintlich spezielle „Solar-Blei-Akkus“ bei tiefen Entladungen nach kaum 100 Zyklen schlapp. Hier bieten LiFePO4-Akkus eine um ein Vielfaches höhere Lebensdauer.

Ich kann die 5.000-Zyklen-Angabe von JUBE-Tech nicht direkt nachprüfen, aber aus eigenen Erfahrungswerten kann ich sagen, dass LiFePO4-Akkus wirklich extrem haltbar und zyklenstabil sind.

Auch in puncto Sicherheit ist diese Technologie überlegen. Eine plötzliche Selbstentzündung ist hier extrem unwahrscheinlich. Selbst wenn das interne Batterie-Management-System (BMS) komplett ausfallen sollte, reagiert Lithium-Eisenphosphat weitaus gutmütiger als reguläre Lithium-Zellen. Die Zellen rauchen oder brennen deutlich schwerer und weniger aggressiv als gewöhnliche Lithium-Ionen-Pendants. Zudem verzeihen sie kleine Schwankungen bei der Ladespannung eher. Wo bei Lithium-Ionen schon 0,2 Volt zu viel kritisch werden können, haben LiFePO4-Zellen noch etwas mehr Spielraum.

Daher sind diese für den Einsatz im Wohnmobil, in Powerstations oder als Solar-Speicher die Wahl Nummer 1!

 

Das Bluetooth-BMS

Ein wichtiger Punkt beim JUBE JU-12150 ist das Bluetooth-BMS. Ein Bluetooth-BMS erlaubt die Überwachung der Akku-Funktion über das Smartphone.

Hierfür bietet JUBE eine eigene App an. Optisch ist diese, vorsichtig gesagt, „interessant“. Diese wirkt sehr „selbst zusammengebaut“. Es gibt in diesem Bereich schönere Apps.

Allerdings gibt es funktional 0 zu bemängeln! Ganz im Gegenteil:

  • Akkustand in %
  • Spannung
  • Strom (Eingang/Ausgang)
  • Leistung in Watt (Eingang/Ausgang)
  • 3x Temperatursensoren
  • „Echte Kapazität“ laut BMS
  • Zyklen
  • Spannung der einzelnen Zellen
  • Systemstatus

Hier ist alles Wichtige dabei, inklusive der Spannung der einzelnen Zellen.

 

Abgesichertes BMS

Bei sehr vielen LiFePO4-Akkus mit Bluetooth-BMS ist der Zugriff nicht gesichert. Jeder in Reichweite mit der App kann auf das BMS zugreifen. JUBE bietet bei seinem Akku aber einen Zugriffsschutz an.

Du kannst den Zugriff mit einer PIN absichern.

 

Wie teste ich LiFePO4-Akkus?

Um LiFePO4-Akkus zu testen, nutze ich eine sogenannte elektronische Last. Diese erlaubt mir das kontrollierte Entladen des Akkus.

Hier mache ich Durchläufe mit 30 A und 40 A Last.

In der Regel gibt es hier bei den großen LiFePO4-Akkus keine großen Unterschiede, da diese einfach für noch viel größere Lasten geeignet sind. Dennoch helfen uns diese Zyklen, Kapazitätsschwankungen besser abzubilden.

 

Wie hoch ist die Kapazität des JUBE JU-12150?

Kommen wir zum wichtigsten Punkt, der Kapazität. Was steckt wirklich drin? Sind die 150 Ah nur ein Wert auf dem Aufkleber, oder liefert der Akku ab? Dafür habe ich ihn mehrfach mit 30 A und 40 A bis zur Abschaltung entladen.

Durchlauf Ah Wh
30 A – 1 157,32 2.006,6
30 A – 2 160,95 2.053,2
40 A – 1 162,24 2.063,2
40 A – 2 162,10 2.060,7
40 A – 3 162,06 2.060,1
Im Schnitt 160,93 2.045,9

 

Und das ist ein richtig gutes Ergebnis. Im Schnitt komme ich auf 160,93 Ah bzw. rund 2.046 Wh, das sind satte 107 % der angegebenen 150 Ah. Der Akku übertrifft die Herstellerangabe also nicht nur knapp, sondern mit ordentlich Luft nach oben.

Auffällig ist außerdem, wie konstant die Werte sind. Bis auf den allerersten 30-A-Durchlauf (157,3 Ah), der bei einem fabrikneuen Akku erfahrungsgemäß oft noch etwas niedriger ausfällt, pendeln sich alle Messungen sauber um die 162 Ah ein. Das spricht für gut selektierte Zellen und ein BMS, das die Kapazität nicht künstlich beschneidet.

 

Im Vergleich mit anderen LiFePO4-Akkus

Ich pflege eine Datenbank mit rund 22 von mir gemessenen LiFePO4-Akkus, in der ich die gemessene Kapazität ins Verhältnis zur Herstellerangabe setze. Der Großteil der Modelle liegt zwischen 100 % und 106 %. Mit seinen 107,3 % setzt sich der JUBE JU-12150 also klar an die Spitze des Feldes, nur eine Handvoll (3) Akkus schneidet noch besser ab.

Akku gemessen vs. Angabe
LiThink 12,8 V 280 Ah 110,1 %
Supervolt 100 Ah 110,0 %
CREABEST 300 Ah 109,2 %
JUBE JU-12150 107,3 %
LiTime 12 V 100 Ah 106,1 %
Power Queen 100 Ah 105,2 %
CREABEST VB046 175 Ah 100,2 %
Shentec 200 Ah 86,0 %

 

Der JUBE landet damit unter den Top 4 und schlägt viele der gängigen und beliebten Modelle wie den LiTime 100 Ah oder die Power-Queen-Akkus. Zum Vergleich: Der Shentec-Akku kam bei mir nur auf 86 %, und genau solche Ausreißer zeigen, dass so ein Ergebnis eben nicht selbstverständlich ist, auch wenn die meisten LiFePO4-Akkus am Markt ihre Angabe erfüllen.

JUBE-Tech liefert hier ab, was auf dem Datenblatt steht, und legt sogar noch drauf.

 

Spannungsverlauf

Werfen wir noch einen Blick auf den Spannungsverlauf bei 30 A Last.

Dieser ist, wie man es von einem guten LiFePO4-Akku erwartet, schön flach. Nach dem ersten Absacken von der Ruhespannung sortiert sich der Akku innerhalb weniger Minuten bei rund 13,0 V ein und hält diese Plateauspannung dann über den mit Abstand größten Teil der Entladung.

Rund 90 % der Kapazität spielen sich im engen Fenster zwischen etwa 13,0 V und 12,5 V ab – das ist genau das Verhalten, das du dir wünschst, wenn 12-V-Verbraucher im Wohnmobil zuverlässig laufen sollen.

Wird die 12,5-V-Marke unterschritten, ist der Akku praktisch leer. Am Ende folgt dann der typische, steile Knick. Innerhalb der letzten paar Prozent fällt die Spannung von rund 12,4 V zügig ab, und das BMS zieht bei ca. 10,8 V sauber die Reißleine und schaltet den Akku ab. Danach erholt sich die Ruhespannung wieder auf rund 12,2 V, alles völlig unauffällig und genau so, wie es sein soll.

 

Fazit

Der JUBE JU-12150 ist ein sehr guter LiFePO₄-Akku, der vor allem bei der gemessenen Kapazität überzeugt. Mit durchschnittlich 160,93 Ah bzw. rund 2.046 Wh übertrifft dieser die Herstellerangabe um gut 7 %! Auch die konstanten Messergebnisse und der saubere Spannungsverlauf hinterlassen einen positiven Eindruck.

Hinzu kommt das Bluetooth-BMS, das dir umfangreiche Informationen bis hin zu den einzelnen Zellspannungen liefert. Die App gewinnt sicherlich keinen Designpreis, funktional gibt es hier aber nichts zu bemängeln. Besonders erfreulich ist die Möglichkeit, den Zugriff per PIN abzusichern. Dank des H8-/DIN8-Formats ist der Akku zudem gerade für den Einsatz in passenden Wohnmobilen interessant.

Allerdings sind rund 600 € für einen 150-Ah-Akku durchaus viel Geld. Bei den üblichen chinesischen Anbietern bekommst du eine vergleichbare Kapazität teils deutlich günstiger. Die guten Messwerte allein rechtfertigen diesen Aufpreis also nur bedingt. Du zahlst hier auch für einen deutschen Ansprechpartner, den Support und die fünfjährige Garantie. Gleichzeitig unterstützt du einen noch jungen deutschen Anbieter.

Ist dir genau das wichtig, dann ist der JUBE JU-12150 eine gute Wahl! Die im Test gezeigte Leistung stimmt.

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Michael Barton
Michael Barton
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