Die KJ-1110 DIY Powerbank im Test – aus 21700er Zelle und ~6€ Gehäuse

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Ich bin bei AliExpress über eine interessante kleine „Powerbank“ gestolpert. Genau genommen handelt es sich dabei nicht um eine vollständige Powerbank, sondern um ein Leergehäuse.

In dieses kannst du eine 21700er Akkuzelle einsetzen, um die Powerbank zu vervollständigen.

Das ist eine schöne Sache, wenn du noch eine 21700er Akkuzelle herumliegen hast und diese irgendwie sinnbringend nutzen möchtest.

Dabei kostet das „KJ-1110“ Gehäuse gerade einmal um die 6 € aus China.

Wollen wir uns dieses doch einmal in einem kleinen Artikel ansehen!

 

Die KJ-1110 DIY Powerbank im Test

Bei der KJ-1110 handelt es sich um ein Powerbank-Leergehäuse. In dieses kann eine Akkuzelle eingesetzt werden.

Das Gehäuse selbst misst dabei ca. 85 x 50 x 25 mm und bringt 40 g (leer) auf die Waage.

Die Verarbeitungsqualität und Haptik ist „OK“. Es ist recht einfacher Kunststoff, absolut nichts Besonderes, aber die Powerbank wirkt auch nicht furchtbar.

Neben den Anschlüssen besitzt die Powerbank eine 4-Segment-LED-Anzeige für den Akkustand und eine generelle Status-LED, welche beim Laden leuchtet.

 

„Schnellwechsel 21700er Zelle“

Um die Powerbank zu nutzen, musst du in diese selbst eine 21700er Akkuzelle einsetzen. Diese kannst du mit bis zu 6000 mAh bekommen, z. B. hier.

Ich habe für diese Powerbank allerdings keine neue 21700er Zelle gekauft, sondern eine genutzt, die ich noch auf „Lager“ hatte. Und ich denke, hierfür ist diese Powerbank ideal: Du hast irgendwoher noch eine lose 21700er Zelle und willst diese nutzbringend verwenden.

Dabei wird die Zelle einfach unter einem Deckel an der Seite der Powerbank eingeschoben. Theoretisch wäre ein Wechsel der Zelle damit recht schnell möglich.

 

Leistung

Die KJ-1110 verfügt über einen USB-A- und einen USB-C-Port.

  • USB C – 20 W USB Power Delivery – 5V/3A, 9V/2,22A, 12V/1,67A
  • USB A – 18 W Quick Charge, 22,5 W Super Charge

Wir haben hier eine Powerbank bzw. ein Gehäuse einer Powerbank der 20-W-Leistungsklasse. So bietet der USB-C-Port 20 W nach dem USB-Power-Delivery-Standard.

Nicht rekordverdächtig schnell, aber „akzeptabel“, gerade wenn wir bedenken, dass hier nur eine Akkuzelle verbaut ist.

Zusätzlich haben wir den USB-A-Port mit Quick Charge und 22,5 W „Super Charge“ (ein Standard, der kaum genutzt wird).

 

PPS

Der USB-C-Port unterstützt auch den PPS-Standard. Mehr Infos zu PPS findest du hier.

PPS 3,3 – 11 V bei bis zu 2 A

PPS ist bei einem 20-W-USB-C-Port nicht ganz so essenziell, hilft aber gerade in Kombination mit Samsung-Smartphones, das Maximum an Leistung herauszuholen.

Dabei ist 3,3 – 11 V bei bis zu 2 A eine ordentliche PPS-Stufe für eine 20-W-Powerbank; genau genommen haben wir hier maximal 22 W via PPS.

 

Weitere Ladestandards

Der USB-C-Port unterstützt neben USB Power Delivery und PPS weitere Ladestandards:

  • Quick Charge 3.0 18 W
  • FCP 18 W
  • SCP 25 W – 3,4 – 12 V bis zu 2,2 A
  • AFC 24 W

 

Wie hoch ist die Effizienz?

Die Kapazität der Powerbank hängt natürlich von der 21700er Zelle ab, die du eingesetzt hast.

Die maximale Kapazität für eine 21700er Zelle liegt im Bereich 5000 – 6000 mAh. Aber natürlich ist das Gehäuse auch nicht zu 100 % effizient!

Ich habe die Effizienz, also wie viel Energie in das Gehäuse hineingeht und wie viel Energie herauskommt, mithilfe einer elektronischen Last und eines Labor-Netzteils bei einer Eingangsspannung von 4 V gemessen.

Und die Effizienz schwankte zwischen 93 % und 84 %. Auffällig: Bei hoher Last sank die Effizienz ein gutes Stück ab.

 

Temperatur-Probleme

Leider hatte ich mit dem Gehäuse etwas Temperatur-Probleme. So konnte ich in meinem Test mit einer 4800-mAh-Zelle nicht konstant 20 W via USB C abrufen.

Das Gehäuse und auch die Zelle wurden so heiß, dass das Gehäuse das Entladen stoppte.

Natürlich kann dies an meiner 21700er Zelle liegen, welche zwar auf dem Papier locker die passende Leistung bieten sollte, aber in der Praxis kann das noch etwas anders aussehen.

Daher habe ich mein Labor-Netzteil ausgepackt und direkt an die Elektronik angeschlossen.

Radiometric Image

Und auch hier gab es eine negative Überraschung. Nach rund 40 Minuten Last erreichte die interne Elektronik eine Temperatur von 90 Grad+.

Kurzum, wir haben hier massive Temperatur-Probleme! Sowohl die Zelle wird sehr warm, aber auch die Elektronik erzeugt einiges an Wärme, was auch zu der gemessenen Effizienz passt.

Bei 18 W Last gingen in das Gehäuse 21,6 W hinein und 18,17 W heraus. Heißt, rund 3,5 W Energie werden als Wärme von der Elektronik abgeführt, was nicht wenig ist!

 

Ladedauer

Das KJ-1110-Gehäuse erreicht mit einer 4800-mAh-21700er-Zelle eine maximale Ladegeschwindigkeit von 18 – 19 W.

Dabei dauerte eine vollständige Ladung der Zelle 1:47 h.

 

Fazit

Das Fazit zur KJ-1110 DIY Powerbank fällt zwiespältig aus. Die Grundidee ist nämlich richtig charmant: Du hast irgendwo noch eine lose 21700er Zelle herumliegen und kannst diese für gerade einmal ~6 € in eine vollwertige kleine Powerbank verwandeln. Das ist nachhaltig, günstig und macht durchaus Spaß.

Auch auf dem Papier liest sich das Gehäuse gar nicht schlecht. So bekommst du einen 20-W-USB-C-Port nach dem USB-Power-Delivery-Standard, dazu PPS mit 3,3 – 11 V bei bis zu 2 A sowie eine ganze Reihe weiterer Ladestandards wie Quick Charge, FCP, SCP und AFC. Für eine Single-Cell-Lösung dieser Preisklasse ist das völlig in Ordnung.

Leider gibt es aber einen dicken Wermutstropfen, und der trübt das Gesamtbild erheblich: die Temperatur-Probleme. In meinem Test konnte ich mit einer 4800-mAh-Zelle nicht konstant 20 W via USB C abrufen, da das Gehäuse das Entladen aufgrund der Hitze schlicht gestoppt hat. Auch direkt an der Elektronik gemessen erreichte diese nach rund 40 Minuten Last über 90 Grad. Das passt zur eher mäßigen Effizienz, die unter hoher Last bis auf 84 % absank. Da werden einige Watt an Energie schlicht als Wärme verheizt.

Klar, ein Teil davon könnte an meiner konkreten 21700er Zelle liegen. Aber dass auch die Elektronik selbst so heiß wird, ist ein deutliches Warnsignal und kein reines Zellen-Problem.

Daher bin ich mit einer klaren Empfehlung vorsichtig. Wenn du das Gehäuse als gemütliche Bastellösung mit moderater Last (z. B. um die 10 W) nutzen möchtest, kann die KJ-1110 durchaus ihren Zweck erfüllen. Willst du aber dauerhaft die vollen 20 W abrufen, würde ich aufgrund der Hitzeentwicklung eher abraten.

Kurzum: Ein nettes Konzept zum kleinen Preis, das in der Praxis aber an seinen Temperatur-Problemen krankt.

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Michael Barton
Michael Barton
Hi, hier schreibt der Gründer und einzige Redakteur von Techtest.org. Vielen Dank für das Lesen des Beitrags, ich hoffe dieser konnte dir weiterhelfen. Mehr Informationen über den Autor

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