Das UGREEN NASync DH2300 im Test – 2-Bay-NAS mit RK3576 und KI-Foto-Erkennung für 200 €

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Wenn du nach einem möglichst günstigen, aber umfangreichen NAS-System suchst, wirst du vermutlich über UGREEN stolpern. Dieses bietet mittlerweile ein recht umfangreiches NAS-Lineup an. Das kleinste und vor allem auch günstigste Modell in diesem Lineup ist das DH2300, der kleine Bruder des DH4300 Plus.

So bekommst du dieses NAS für rund 200 €, wie üblich aber ohne Festplatten.

Für ein Marken-NAS mit einem umfangreichen Betriebssystem und einigen KI-Funktionen ein Kampfpreis!

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Ist das UGREEN NASync DH2300 eine gute Wahl für jemanden, der ein einfaches NAS für die Sicherung seiner Smartphone-Bilder und Daten sucht?

Finden wir es im Test heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an UGREEN für das Zurverfügungstellen des DH2300 für diesen Test.

 

Das UGREEN NASync DH2300 im Test

Bei dem DH2300 handelt es sich um ein 2-Bay-NAS-System. Dieses kann also bis zu 2 Festplatten fassen. Diese werden über einen Deckel auf der Oberseite eingesetzt und definieren auch so etwas den Formfaktor des NAS.

So misst dieses 210 x 98 x 151 mm und ist somit nur etwas größer als 2x 3,5 Zoll HDDs nebeneinander.

Dabei besteht das NAS komplett aus Kunststoff, sieht aber mit seinem Grau recht professionell und schick aus.

Die 3,5-/2,5-Zoll-Laufwerke sitzen jeweils in Hot-Swap-Rahmen.

Anschlüsse

Auf den ersten Blick bietet das DH2300 eine recht umfangreiche Ausstattung an Anschlüssen

  • 1x Gbit LAN
  • 1x USB-C 5 Gbit
  • 2x USB-A 5 Gbit
  • 1x HDMI
  • 1x DC-Eingang

Nur Gbit LAN

Leider verfügt das DH2300 nur über einen Gbit-LAN-Port. Was bedeutet das? In der Praxis liegt die maximale Datenrate zum NAS bei rechnerisch 120 MB/s.

Zum Vergleich, das DH4300 Plus hat 2,5 Gbit LAN und kann somit über 250 MB/s bewältigen.

Normalerweise würde ich im Jahr 2026 über einen Gbit-LAN-Port bei einem NAS meckern, allerdings richtet sich das DH2300 an eine Zielgruppe, die vermutlich eh primär über WLAN und das Smartphone auf das NAS zugreift. Hier ist Gbit LAN in der Praxis meist nicht mal der Flaschenhals.

Gehörst du also auch zu den Nutzern, die das NAS einfach als „Backup-System“ für Smartphone-Fotos usw. nutzen wollen, dann ist der Gbit-LAN-Port für dich keine Einschränkung.

Willst du allerdings die maximale Datenrate von z. B. einem Desktop-System aus, dann würde ich eher zu einem der anderen UGREEN-Modelle greifen.

 

2x Festplatten

Das DH2300 fasst bis zu 2x Festplatten (oder 2,5-Zoll-SSDs).

Wichtig: Für die Nutzung musst du mindestens eine HDD verbauen, allerdings wäre es besser, wenn du zwei verbaust. Warum?

Wenn du nur eine Festplatte (HDD) verbaust und diese ausfällt, sind alle Daten weg. Verbaust du nun zwei, hast du die Wahl.

Option A: Du kannst einstellen, dass erst die eine HDD beschrieben wird und dann die andere (JBOD). Hast du z. B. 2x 4 TB verbaut, hast du so 8 TB nutzbare Kapazität.

Option B: Du kannst Daten spiegeln. So werden alle Daten immer auf beide HDDs geschrieben, fällt eine aus, sind deine Daten noch da. Allerdings halbiert das die nutzbare Kapazität, hast du 2x 4 TB HDDs, dann hast du nur 4 TB nutzbare Kapazität, aber eine erhöhte Datensicherheit.

Alternativ oder besser noch zusätzlich kann das NAS automatisch Daten auf eine externe USB-HDD sichern. Dies kannst du über die Benutzeroberfläche einstellen und bietet einen zusätzlichen Schutz für deine Daten.

 

Der Rockchip RK3576

Wie auch beim DH4300 Plus setzt UGREEN beim DH2300 auf einen Rockchip-SoC, in diesem Fall den RK3576. Hierbei handelt es sich quasi um den kleinen Bruder des RK3588C, der im DH4300 Plus zum Einsatz kommt.

Auch der RK3576 ist ein ARM-Chip mit 8 Kernen, allerdings setzt dieser auf etwas ältere und langsamere Kern-Generationen:

  • Rockchip RK3576
  • 8 Kerne (Octa-Core)
  • 4x ARM Cortex-A72 @ bis zu 2,2 GHz
  • 4x ARM Cortex-A53 @ bis zu 1,8 GHz
  • GPU – ARM Mali-G52 MC3
  • NPU – bis zu 6 TOPS
  • VPU – 8K@30fps H.265/HEVC Decoding

Im direkten Vergleich zum RK3588C nutzt der RK3576 die älteren Cortex-A72- und A53-Kerne anstelle der moderneren A76- und A55-Kerne. In der Praxis bedeutet das weniger CPU-Leistung pro Takt. Auch die GPU fällt mit der Mali-G52 MC3 kleiner aus als die Mali-G610 MP4 des RK3588C.

Erfreulich ist allerdings, dass UGREEN bei der NPU nicht gespart hat! Der RK3576 verfügt ebenfalls über eine 6 TOPS NPU, welche von UGREEN für die KI-Foto-Erkennung und Sortierung genutzt wird. Hier solltest du in der Praxis kaum einen Unterschied zum DH4300 Plus merken.

Unterm Strich ist der RK3576 eine logische Wahl für ein günstiges NAS wie das DH2300. Du verlierst theoretisch etwas CPU- und GPU-Leistung gegenüber dem RK3588C, was aber in der Praxis kaum auffallen sollte.

Selbst das Verarbeiten von Vorschaubildern usw. ist erstaunlich flott.

 

Das UGREEN OS

Beim Betriebssystem setzt UGREEN über das gesamte Lineup auf die gleiche Software. Das heißt, auch beim DH2300 bekommst du im Kern das gleiche UGREEN OS wie beim großen DXP4800 oder DH4300 Plus, ohne Abstriche bei den Funktionen.

Grundsätzlich hast du 3 Möglichkeiten, das NAS zu verwalten: über die WebUI im Browser, über die Smartphone-App oder über die Windows-App.

Wie bereits beim DH4300 Plus zu sehen war, ist das UGREEN OS deutlich auf die „Generation Smartphone“ optimiert. Du kannst das DH2300 komplett ohne PC einrichten und bedienen, was gerade bei einem Einstiegs-NAS wie diesem auch absolut Sinn ergibt.

Die WebUI erinnert dabei eher an ein vollwertiges Betriebssystem als an eine klassische NAS-Oberfläche. So gibt es einen Desktop mit Fenstermanager, einen App Store, einen Dateimanager und eine Systemsteuerung. Anwendungen laufen in separaten Fenstern parallel. Insgesamt ist das Ganze intuitiver aufgebaut als beispielsweise TrueNAS oder Unraid und für Einsteiger gut geeignet.

 

Die UGREEN App

UGREEN geht bei seinen Apps einen etwas anderen Weg als Synology und QNAP. So bietet UGREEN nur eine App an, welche allerdings „alles“ kann. Über diese eine App kannst du das DH2300 komplett verwalten, Daten abrufen, herunterladen, hochladen, Bilder sortieren inklusive Auto-Upload, den Systemstatus prüfen und vieles mehr.

Das hat einen großen Vorteil: Du musst dich nicht durch 5 verschiedene Apps wühlen, sondern hast alles an einem Ort. Gleichzeitig ist die App hierdurch natürlich „gut gefüllt“ und kann auf den ersten Blick etwas überfordern. UGREEN hat aber einen ordentlichen Job gemacht, die Übersichtlichkeit beizubehalten. Die wichtigsten Funktionen wie der Dateimanager, die Foto-App und die Systemkontrolle sind direkt auf der Startseite erreichbar.

Gerade beim DH2300 ist die App aus meiner Sicht der wichtigste Zugangsweg. Wie bereits erwähnt, richtet sich das NAS primär an die „Generation Smartphone“, und genau hier spielt die App ihre Stärken aus. Die komplette Einrichtung des NAS kannst du bequem über die App machen, ohne jemals einen PC anzufassen.

 

UGREEN Fotos

Die Foto-App von UGREEN soll im Kern eine Alternative zu Diensten wie Google Fotos darstellen. Und genau für diesen Einsatzzweck ist das DH2300 ja vermutlich für die meisten gedacht!

Bilder, die du hochlädst, landen in deinem persönlichen Ordner auf dem NAS und werden in der App in einer Art Timeline angezeigt. Sehr praktisch ist hierbei der automatische Upload vom Smartphone. Einmal eingerichtet, werden alle neuen Bilder automatisch im Hintergrund auf das NAS gesichert. Damit ersetzt das DH2300 in der Praxis Dienste wie Google Fotos oder iCloud.

Funktional bekommst du folgende Features:

  • Timeline-Ansicht aller Bilder
  • Alben (auch mit Passwort teilbar)
  • Karten-Ansicht nach GPS-Daten
  • KI-Gesichtserkennung mit Personen-Alben
  • KI-Objekterkennung
  • Automatischer Smartphone-Upload

Die KI-Gesichts- und Objekterkennung läuft über die NPU, was diese Prozesse deutlich beschleunigt und gleichzeitig energieeffizient hält. Die Gesichtserkennung funktioniert in meinen Tests sehr zuverlässig, genau wie die Texterkennung.

Beispielsweise kannst du nach „Blumen“ suchen, dann zeigt dir die App Bilder von Blumen an, Bilder, auf denen der Text Blumen zu sehen ist, und falls du mal Bilder an einem Ort mit dem Namen „BlumenXYZ“ (wie ich am „Blumenhof“) gemacht hast.

Gerade diese Textsuche kann sehr nützlich sein! Du hast ein Schild oder eine Karte abfotografiert und kannst dich noch an irgendwas davon erinnern? Dann kannst du einfach danach suchen.

Erfreulicherweise ist auch die Objekterkennung ordentlich! Nein, Google Foto ist hier besser mit den Google-Datencentern im Hintergrund, aber einfachere Objekte wie Hunde, Blumen, Pferde, Strand usw. werden erstaunlich gut und zuverlässig erkannt. Besser als bei den meisten NAS-Konkurrenten.

Damit ist die UGREEN-Foto-App aus meiner Sicht die „wertvollste“ App des DH2300 und auch der Hauptgrund, sich überhaupt für dieses NAS zu entscheiden.

Was ich mir allerdings wünschen würde, wäre ein schnellerer Zugangsweg zur UGREEN-Foto-App. Aktuell musst du immer über die UGREEN-NAS-App gehen. Eine gesonderte Foto-App oder die Möglichkeit, sich irgendwie einen Shortcut auf den Homescreen legen zu können, wäre toll.

 

Kein Docker!

Wichtig, das DH2300 unterstützt im Gegensatz zu allen anderen UGREEN NAS Systemen die ich kenne KEIN Docker.

 

Datenrate

Greifst du über den PC auf das NAS zu, liegt die maximale Datenrate bei ca. 100 MB/s in beide Richtungen, lesend wie auch schreibend.

Dies ist eine Limitierung der 1-Gbit-LAN-Verbindung. Viele größere NAS-Systeme verfügen mittlerweile über eine 2,5-Gbit-Verbindung. Entsprechend sind diese Modelle natürlich etwas schneller als das UGREEN DH2300.

Allerdings nutzt du z. B. eine WLAN-Verbindung von deinem Smartphone oder Notebook zum NAS, ist vermutlich diese WLAN-Verbindung der Flaschenhals und du würdest auch mit größeren NAS-Systemen keine höheren Datenraten erreichen.

 

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch von einem NAS hängt sehr stark an den verbauten Festplatten. Eine Festplatte kann zwischen 4 und 10 W benötigen, je nach Modell.

Ich habe den Verbrauch des DH2300 in Kombination mit einer SSD getestet. SSDs benötigen gerade im Leerlauf fast keinen Strom.

Entsprechend habe ich hier nur die Verbrauchswerte des reinen NAS.

Im Leerlauf benötigte dieses ca. 2,9 – 3,5 W, was extrem wenig ist!

Und selbst unter Last stieg der Verbrauch auf maximal ca. 4 – 5 W.

Bedenke allerdings, dass in der Praxis natürlich der Verbrauch mit Festplatten etwas höher liegt, aber generell ist der Verbrauch des NAS sehr niedrig! Dies ist eins der sparsamsten Modelle, das ich bisher in den Fingern hatte.

 

Fazit

Mit dem NASync DH2300 hat UGREEN ein erfreulich konsequentes Einstiegs-NAS abgeliefert. Für rund 200 € bekommst du hier ein vollwertiges 2-Bay-NAS mit demselben UGREEN OS, wie es auch auf den größeren Modellen wie dem DH4300 Plus oder DXP4800 läuft.

Der Rockchip RK3576 ist eine gute Wahl für diese Preisklasse. Ja, gegenüber dem RK3588C im DH4300 Plus verlierst du etwas CPU- und GPU-Leistung, aber in der Praxis merkst du davon erstaunlich wenig. Vor allem ist UGREEN bei der NPU nicht knauserig geworden, die 6 TOPS für die KI-Foto-Erkennung sind weiterhin an Bord. Und genau das ist aus meiner Sicht auch das wertvollste Feature des DH2300.

Denn die UGREEN-Foto-App ist und bleibt das Highlight im UGREEN-Ökosystem. Mit Auto-Upload, KI-Gesichtserkennung, Objekterkennung und sogar Texterkennung in Bildern bekommst du hier eine ernstzunehmende Alternative zu Google Fotos oder iCloud, nur eben bei dir zu Hause und ohne Cloud-Abo. Für den typischen Anwendungsfall „Smartphone-Bilder sichern und durchsuchen“ ist das DH2300 damit perfekt aufgestellt.

Auch der Stromverbrauch von unter 5 W (ohne HDDs) ist vorbildlich und macht das DH2300 zu einem der sparsamsten NAS, das ich bisher in den Fingern hatte.

Kleinere Kritikpunkte gibt es aber auch: Der einzelne Gbit-LAN-Port ist 2026 nicht mehr ganz zeitgemäß und limitiert die Datenrate auf ca. 100 MB/s. Für die Zielgruppe „Smartphone-Generation“ ist das in der Praxis kein Problem, willst du aber regelmäßig große Datenmengen vom PC aus auf das NAS schieben, wäre 2,5 Gbit klar die bessere Wahl. Auch ein direkter Shortcut zur Foto-App, ohne den Umweg über die NAS-App, wäre praktisch und uns fehlt der Docker-Support.

Unterm Strich ist das UGREEN NASync DH2300 eine klare Empfehlung für Einsteiger, die ein günstiges, sparsames und smartphone-freundliches NAS suchen, um ihre Bilder und Daten zu sichern. Für rund 200 € bekommst du hier ein durchdachtes Gesamtpaket, das in der Praxis deutlich mehr bietet, als der Preis vermuten lässt.

Angebot
UGREEN NASync DH2300 2 Bay Desktop NAS, NFC Tap zum Verbinden, KI...

Pro

  • Kampfpreis von rund 200 € für ein vollwertiges 2-Bay-NAS
  • Identisches UGREEN OS wie bei den großen Modellen, keine künstlichen Einschränkungen
  • Hervorragende UGREEN-Foto-App mit Gesichts-, Objekt- und Texterkennung
  • Automatischer Smartphone-Upload
  • Sehr niedriger Stromverbrauch (unter 5 W ohne HDDs)
  • Komplette Einrichtung und Bedienung ohne PC möglich
  • Intuitive, smartphone-freundliche Oberfläche
  • Werkzeuglose Hot-Swap-Rahmen für 3,5-/2,5-Zoll-Laufwerke
  • Professionelles, schlichtes Design

Kontra

  • Nur 1x Gbit-LAN
  • Datenrate am PC auf ca. 100 MB/s limitiert
  • Kein Docker-Support

Brauchst du allerdings mehr Speicher, höhere Datenraten am PC oder mehr Leistung für Jellyfin & Co., dann schau dir das DH4300 Plus an. Der Aufpreis ist nicht riesig, du bekommst dafür aber 4 Bays, 2,5 Gbit LAN und den stärkeren RK3588C.

UGREEN NASync DH2300
Positiv
Kampfpreis von rund 200 € für ein vollwertiges 2-Bay-NAS
Identisches UGREEN OS wie bei den großen Modellen, keine künstlichen Einschränkungen
Hervorragende UGREEN-Foto-App mit Gesichts-, Objekt- und Texterkennung
Sehr niedriger Stromverbrauch (unter 5 W ohne HDDs)
Intuitive, smartphone-freundliche Oberfläche
Werkzeuglose Hot-Swap-Rahmen für 3,5-/2,5-Zoll-Laufwerke
Professionelles, schlichtes Design
Negativ
Nur 1x Gbit-LAN - Datenrate am PC auf ca. 100 MB/s limitiert
Kein Docker-Support
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Michael Barton
Michael Barton
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1 Kommentar

  1. Könnte man den Gigabit-Ethernet-Port nicht einfach links liegen lassen und per USB einen 2.5- oder 5GBASE-T Adapter nutzen? Sicherlich bringt nicht jedes NAS-OS die dazu nötigen Treiber mit, und dieses spezielle hier mit Rockchip-CPU vermutlich erst recht nicht, aber hast du das in all deinen Tests schon mal probiert, Michael?

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