Blackview MP20 im Test: Lohnt sich der Mini-PC mit Ryzen 3 3300U im Jahr 2026 noch?

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Es ist ein offenes Geheimnis, dass der PC-Markt derzeit ziemlich kaputt ist. Alles ist teuer geworden …

Daher ist das Kaufen von älterer Hardware oftmals eine recht attraktive Option. Dabei nutzen auch immer mehr PC-Hersteller etwas ältere Prozessoren, um ihre Produkte günstiger anbieten zu können. Mehr dazu, was Mini-PCs so spannend macht und was es beim Kauf zu beachten gibt, habe ich dir bereits in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

So auch Blackview bei seinem MP20. Bei dem MP20 handelt es sich um einen Mini-PC, der wahlweise auf den Intel N150 oder AMD Ryzen 3 3300U setzt.

Ich habe hier im Test die Version mit Ryzen 3 3300U, ordentlichen 16 GB RAM und 512 GB Speicher. Diese kostet um die 300 €, was sicherlich nicht „billig“ ist, aber im Jahr 2026 für ein System mit 16 GB RAM auch nicht unerwartet viel.

Wollen wir uns einmal anschauen, ob der Blackview MP20 überzeugen kann!

An dieser Stelle vielen Dank an Blackview für das Zurverfügungstellen des MP20 für diesen Test.

 

Der Blackview MP20 im Test

Bei dem MP20 handelt es sich um einen klassischen Mini-PC. So misst dieser 100 x 100 x 35 mm.

Äußerlich ist er komplett aus Kunststoff gefertigt und weitestgehend in Schwarz gehalten. Zur Auflockerung des Designs haben wir einen kleinen kupferfarbenen Ring am oberen Rand.

Was die Verarbeitungsqualität und Haptik angeht, ist der MP20 nichts Besonderes. Er taugt, fühlt sich aber auch nicht besonders hochwertig an.

Mit im Lieferumfang ist neben dem Netzteil auch ein kurzes HDMI-Kabel und eine Halterung, sodass dieser an einer VESA-Platte / Monitor-Rückseite montiert werden kann.

 

Anschlüsse des MP20

Spannend wird es bei den Anschlüssen.

  • 2x USB A 3.0 5 Gbit
  • 2x USB A 2.0
  • 1x 3,5-mm-Headset-Anschluss
  • 1x HDMI
  • 1x DisplayPort
  • 1x Gbit-LAN
  • 1x DC-Eingang

Die Front und die Rückseite des Blackview MP20 sind komplett mit Anschlüssen belegt. Dies liegt natürlich auch daran, dass der PC sehr klein ist.

Grundsätzlich sind die Anschlüsse für einen typischen Desktop-PC „ausreichend“, wenn auch nicht großzügig. Wir können 2 Monitore mit dem MP20 verbinden, wie auch 4x USB-Geräte. Dabei sind allerdings zwei USB-Ports nur USB 2.0! Schade bei einem PC im Jahr 2026, allerdings ausreichend für Maus und Tastatur.

Was wir ebenfalls nicht haben, ist USB C. Erneut schade, aber vermutlich bei einem einfachen Office-PC zu verschmerzen.

 

Software

Auf dem Blackview MP20 läuft aktiviertes Windows 11 Pro. Wie bei vielen dieser Mini-PCs würde ich aber eine frische Neuinstallation von Windows empfehlen!

Ich habe die Installation von Blackview überprüft und diese ist virenfrei, aber dennoch hat Blackview hier ein paar Modifikationen vorgenommen. So wurde versucht, ein Plugin für einen vorinstallierten Google-Chrome-Browser zu installieren, das ich nicht näher identifizieren konnte. Wie unschön so etwas ausgehen kann, habe ich beim ACEMAGIC S1 gesehen, bei dem tatsächlich ein „Wurm drin“ war.

So etwas ist immer etwas fragwürdig, muss aber nicht zwingend böse Absichten haben.

Die Windows-11-Pro-Lizenz wird in der Regel eine frische Neuinstallation einfach überdauern.

 

Die Hardware

Folgende Hardware bringt der MP20 bei mir mit:

  • Blackview MP20
  • AMD Ryzen 3 3300U
  • AMD Radeon Vega Mobile
  • 16 GB RAM
  • 512 GB SSD (SATA)

Das Herzstück des Blackview MP20 ist der Ryzen 3 3300U. Bei dem Ryzen 3 3300U handelt es sich um einen 4-Kern-Prozessor aus dem Jahr 2019.

  • AMD Ryzen 3 3300U
  • 4 Kerne
  • Zen+
  • Bis zu 3,5 GHz
  • 2,1 GHz Basistakt
  • 15 W Standard-TDP

Das ist ein ziemlich einfacher Prozessor, welcher aber für einfache Anwendungen auch im Jahr 2026 ausreichend sein sollte, gerade wenn wir diesen mit Intel N100 oder N150 vergleichen. Wie viel Grafikleistung von einer Vega-Einheit zu erwarten ist, habe ich mir zudem am Beispiel der Radeon RX Vega 7 angesehen.

 

Benchmarks

Werfen wir einmal einen Blick auf ein paar Benchmarks des MP20.

Puh, ich glaube, ich muss zu diesen Benchmark-Werten nicht mehr viel sagen. Der MP20 mit seinem Ryzen 3 3300U ist nicht schnell! Ganz im Gegenteil, dieser ist sogar langsamer als die Modelle mit Intel N100 CPU, wie beispielsweise der Geekom Mini Air12. Dies sehen wir auch in meinem Handbrake-Test.

Ja, der Mini-PC ist für einfache Anwendungen wie Office oder Media-Center-Anwendungen „OK“, aber er ist auch alles andere als ein Performance-Wunder.

 

Die verbaute SSD

Bei der verbauten SSD war ich etwas enttäuscht. Bei mir war eine 512 GB M.2-SATA-SSD, NoName, vorinstalliert.

Das mag für einen Office-PC ausreichen, aber im Jahr 2026 wäre auch in der aktuellen Speicherkrise zumindest eine NVMe-SSD wünschenswert gewesen.

Es ist anzunehmen, dass Blackview hier irgendwo sehr alten Bestand aufgekauft hat.

 

Netzwerkcontroller

Sowohl die LAN-Karte wie auch WLAN sind beim Blackview MP20 sauber via PCIe angebunden.

Beide Controller stammen von Realtek. Beim Gbit-LAN-Port haben wir einen ganz klassischen Gbit-Controller, nichts Besonderes.

Bei der WLAN-Karte wird es etwas exotischer. So kommt hier die Realtek 8821CE zum Einsatz:

  • 802.11ac/a/b/g/n
  • Bis zu 433 Mbit/s

Das ist eine recht schwache WLAN-Karte! Ausreichend für einen Office-PC ja, aber das war vermutlich die günstigste WLAN-Karte, die Blackview auftreiben konnte. Was moderne Karten leisten, zeigt mein Vergleich der WLAN-7-Karten von Intel, Qualcomm und MediaTek.

 

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch des Blackview MP20 schwankt natürlich deutlich je nach Nutzung. Hier aber ein paar generelle Werte, an denen du dich orientieren kannst:

  • Leerlauf Windows (mit Monitor, Maus, Tastatur usw.) – ca. 6 – 7 W
  • Leerlauf Windows (ohne Monitor, Maus oder Tastatur) – ca. 4,1 – 5,5 W
  • Volllast – ca. 27 W

Erfreulicherweise ist der Stromverbrauch im Leerlauf selbst für einen Mini-PC sehr niedrig!

 

Fazit

Es ist schwierig … Der PC-Markt ist im Jahr 2026 ziemlich kaputt. In einer normalen Welt würde ich den Blackview MP20 mit AMD Ryzen 3 3300U nicht mehr empfehlen, zumindest nicht für +/- 350 €! Die CPU ist schon etwas betagt, reicht zwar für Office usw. aus, ist aber alles andere als schnell, und auch die sonstige Ausstattung (WLAN 5, SATA-SSD, kein USB C usw.) ist nicht modern.

350 € ist für den MP20 einfach zu viel aus meiner Sicht. In einer normalen Welt sollte dieser PC klar unter 200 € kosten. Allerdings die vergleichsweise großen 16 GB RAM treiben hier den Preis, gemeinsam mit der generellen Entwicklung des PC-Marktes.

Dennoch, auch im 2026er PC-Markt gibt es einfach bessere Optionen, sogar von Blackview, z. B. den MP100 Pro.

Der Blackview MP100 Pro bietet den deutlich schnelleren AMD Ryzen 7430U, wie auch eine deutlich modernere Ausstattung für 419 €. Ein Aufpreis, den ich als absolut gerechtfertigt bezeichnen würde.

Kurzum, der Blackview MP20 ist nicht furchtbar als reiner Office/Media-PC, aber es gibt aus meiner Sicht bessere Optionen auf dem Markt und auch von Blackview, wie den MP100 Pro für einen leichten Aufpreis.

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Michael Barton
Michael Barton
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