ANSMANN Pure Power AA im Test: Lithium-AA-Akkus mit der höchsten Kapazität?

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Bei den XTAR AA CLR 4300 handelt es sich bislang um die klar besten Lithium-AA-Akkus, die ich im Test hatte.

Allerdings wurde ich von einem Leser auf die neuen ANSMANN Pure Power Akkus hingewiesen. Die ANSMANN Pure Power AA-Akkus sollen bis zu 3500 mAh bzw. 4890 mWh Kapazität bieten.

Damit liegen diese auf dem Papier ein gutes Stück nochmals über den XTAR, welche schon eine sehr hohe Kapazität haben!

Hat ANSMANN hier also wirklich solch gute AA-Lithium-Akkus im Sortiment? Finden wir dies im Test heraus!

 

Die ANSMANN Pure Power AA-Akkus im Test

Bei den ANSMANN Pure Power handelt es sich um AA-Akkus. Entsprechend ist der Formfaktor „klar“.

Genau genommen messen die Akkus 50 x 14 mm und bringen pro Stück 21 g auf die Waage.

Dabei setzt ANSMANN auf ein, wie ich finde, sehr schickes Rosa-Gelb/Gold-Design. Mit im Lieferumfang der Akkus befindet sich trotz des gehobenen Preises leider nichts. Kein Ladegerät, keine Ladebox oder Ähnliches.

Immerhin setzt ANSMANN auf eine Verpackung, welche komplett auf Kunststoff verzichtet.

 

Laden der ANSMANN Pure Power

ANSMANN bietet für die Pure Power auch ein passendes Akku-Ladegerät an, denn du kannst hier (leider) nicht einfach ein NiMH-Akku-Ladegerät nutzen.

Das „Lithium-Ladegerät Pure Power Lademodul“ kann 4 Akkus auf einmal laden, ist recht basic, aber auch mit rund 10 € günstig zu bekommen.

Generell empfiehlt es sich natürlich, das originale ANSMANN-Ladegerät zu nutzen, allerdings scheinen die Akkus hier auch nicht wählerisch oder problematisch zu sein.

So ließen sich diese bei mir auch problemlos von dem XTAR MX4 laden oder z. B. der Ladebox der K&F CONCEPT Lithium AA und AAA Akkus.

 

mAh vs. mWh

Vielleicht ist dir aufgefallen, dass viele Hersteller von Lithium-AA-Akkus primär mit einer „mWh“-Kapazitätsangabe werben. ANSMANN ist hier tatsächlich eine der wenigen Ausnahmen, die primär mAh auch bei den Lithium-Akkus angeben.

Klassische NiMH-Akkus (wie die bekannten Eneloops) haben eine Nennspannung von 1,2 V. Diese neuen Lithium-AA-Akkus arbeiten hingegen mit 1,5 V. Ein Akku mit 3500 mAh bei 1,5 V liefert eben rund 25 % mehr tatsächliche Energie als ein NiMH-Akku mit den gleichen 3500 mAh bei nur 1,2 V.

Um hier Missverständnisse zu vermeiden und die Werte für dich direkt vergleichbar zu machen, geben Hersteller die Energie bei Lithium-Akkus oft gleich in Milliwattstunden (mWh) an, welche natürlich bei diesen Akkus auch etwas höher ausfällt. Diese Einheit bezieht die Spannung direkt mit ein. Zum Einordnen: Ein sehr guter NiMH-AA-Akku bringt es auf rund 2500 mAh (also ca. 3000 mWh). Die 4890 mWh der ANSMANN Pure Power sind dementsprechend ein absoluter Spitzenwert, wenn sie so erreicht werden.

 

Integrierte Schutzelektronik (Tiefentladeschutz)

Ein massiver Vorteil dieser Lithium-AA-Akkus ist die verbaute Elektronik. In jedem einzelnen Akku steckt ein kleines Battery Management System (BMS). Dieses regelt nicht nur die Spannung der Lithium-Zelle auf 1,5 V herunter, sondern schützt die Zelle auch vor Überladung, Kurzschlüssen und vor allem vor der Tiefentladung.

Warum ist das so wichtig und interessant? Klassische NiMH-Akkus nehmen dir eine Tiefentladung (unter 1,0 V) extrem übel, die Kapazität leidet dauerhaft oder der Akku lässt sich gar nicht mehr laden. Viele Geräte (wie alte Fernbedienungen, Spielzeuge oder Taschenlampen) ziehen den Akku einfach leer, bis gar nichts mehr geht, also eventuell auch unter 1 V.

Die ANSMANN Pure Power Akkus schalten hier dank ihrer Elektronik einfach selbstständig ab, bevor die kritische Grenze der Lithium-Zelle erreicht ist. Das schont den Akku und sorgt in der Praxis für eine deutlich höhere Lebensdauer. Besonders bei Geräten, die du nicht täglich nutzt oder im Blick hast, ein riesiger Pluspunkt.

 

Kapazitätsmessung

Kommen wir zum spannendsten Punkt, der Kapazität.

Wie gewohnt habe ich die Akkus mit dem SkyRC MC3000 bei 0,1 A, 0,4 A und 1 A entladen. Getestet habe ich 4 Akkus, damit du auch die Serienstreuung siehst. Die Messung bei 0,4 A habe ich zweimal durchgeführt.

Gemessene Energie der ANSMANN Pure Power AA bei 0,1 A, 0,4 A und 1 A im Kapazitätstest

Gemessene Kapazität der ANSMANN Pure Power AA in mAh
Last / Messreihe Akku 1 Akku 2 Akku 3 Akku 4 Durchschnitt
0,1 A 2770 2970 2926 2977 2911
0,4 A – Messung 1 2775 2767,25 2936 2972 2863
0,4 A – Messung 2 2802 2959 2929 2893 2896
1 A 2722 2894 2771 2907 2824

 

Gemessene Energie der ANSMANN Pure Power AA in mWh
Last / Messreihe Akku 1 Akku 2 Akku 3 Akku 4 Durchschnitt
0,1 A 3676 3836 3856 3970 3835
0,4 A – Messung 1 3654 3879 3835 3937 3826
0,4 A – Messung 2 3684 3801 3819 3827 3783
1 A 3522 3636 3514 3787 3615
  • Im Schnitt erreichten die Akkus bei 0,1 A 2911 mAh bzw. 3834 mWh.
  • Bei 0,4 A waren es 2863 bis 2896 mAh bzw. 3783 bis 3826 mWh.
  • Bei 1 A sank die Kapazität leicht auf 2824 mAh bzw. 3615 mWh.
  • Über alle Messungen hinweg liegen wir damit bei rund 2873 mAh bzw. 3765 mWh.

Das ist, wie leider bei den meisten Akkus, ein gutes Stück unter der Herstellerangabe. Von den beworbenen 3500 mAh erreichen die Akkus rund 82 %, von den 4890 mWh sogar nur rund 77 %.

Eine leichte Serienstreuung gibt es allerdings. Akku Nummer 1 stach leider etwas negativ hervor und war durchweg etwas schwächer (Ø 2767 mAh) als Akku Nummer 4 (Ø 2937 mAh). Das ist ein Unterschied von rund 6 %. Nicht dramatisch, aber nennenswert.

 

Kapazitätsvergleich mit anderen Akkus

Wie schlagen sich die ANSMANN Pure Power im Vergleich zu den anderen Lithium-AA-Akkus, die ich bisher im Test hatte?

Kapazitätsvergleich von 22 Tabelleneinträgen: ANSMANN Pure Power AA mit durchschnittlich 3759 mWh vor XTAR CLR 4300 mit 3703 mWh

Und hier sieht die Welt schon ganz anders aus! Mit im Schnitt 3759 mWh setzen sich die ANSMANN Pure Power an die Spitze meiner Vergleichstabelle.

Allerdings nur knapp. Die XTAR AA CLR 4300 kommen auf 3703 mWh, der Abstand liegt also bei gerade einmal 1,5 %. Das ist praktisch ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Bei 1 A Last liegen die XTAR mit 3719 mWh zu 3615 mWh sogar vorne. Bei 0,1 A und 0,4 A haben dagegen die ANSMANN die Nase vorn.

Zu den „normalen“ Lithium-AA-Akkus mit 3600-mWh-Werbeangabe ist der Abstand dafür deutlich. Die meisten Modelle dieser Klasse landen bei 2800 bis 3300 mWh. Die ANSMANN liefern also rund 15–30 % mehr Energie.

Unterm Strich ist also die Kapazität schon eine Enttäuschung, wenn wir uns die Herstellerangabe ansehen, aber verglichen mit anderen Lithium-Akkus, die ich bislang im Test hatte, sind sie die besten!

 

Spannungsverlauf

Ein wichtiger Punkt bei Lithium-AA-Akkus ist das Spannungsverhalten. Denn hier unterscheiden diese sich deutlich von herkömmlichen Akkus und auch teils untereinander.

Spannungsverlauf der ANSMANN Pure Power AA bei 0,4 A: kontinuierlicher Rückgang von etwa 1,56 V auf 1,0 V

Die meisten Lithium-AA-Akkus, die ich bisher im Test hatte, liefern fast über die komplette Entladung konstant rund 1,5 V. Erst kurz vor Schluss sinkt die Spannung gezielt ab, damit das Gerät eine Low-Battery-Warnung anzeigen kann.

Die ANSMANN Pure Power verhalten sich völlig anders. Hier gibt es keine konstante Spannung!

Voll geladen starten die Akkus bei 1,58 V. Unter 0,4 A Last fällt die Spannung dann kontinuierlich ab. Bereits nach rund 290 mAh, also knapp 10 % der Kapazität, liegen wir unter 1,5 V. Nach der Hälfte der Entladung sind es noch 1,33 V und ab rund 2470 mAh fällt die Spannung unter 1,2 V. Bei 1,0 V war nach knapp 7,5 Stunden und 2972 mAh Schluss.

Im Schnitt lieferte der Akku damit rund 1,33 V. Der Spannungsverlauf erinnert eher an eine klassische Alkaline-Batterie bzw. einen NiMH-Akku als an einen typischen Lithium-AA-Akku.

 

Spannungsverlauf im Vergleich zu den XTAR AA CLR 4300

Besonders deutlich wird der Unterschied im direkten Vergleich mit den XTAR AA CLR 4300. Beide Akkus wurden mit 0,4 A entladen.

Spannungsvergleich bei 0,4 A: ANSMANN Pure Power AA mit sinkender Spannung und XTAR CLR 4300 mit längerem Plateau bei etwa 1,48 V

Die XTAR halten sehr stabile 1,47–1,48 V, und das bis rund 1790 mAh, also gut zwei Drittel der Kapazität. Erst danach sinkt die Spannung gleichmäßig ab und bei 2651 mAh ist Schluss.

Die ANSMANN starten etwas höher, sind aber bereits nach rund 420 mAh unter den XTAR. Ab da liefern die XTAR bis rund 2300 mAh die klar höhere Spannung. Erst auf den letzten Metern drehen die ANSMANN den Spieß um und laufen noch gut 300 mAh weiter, nachdem die XTAR schon abgeschaltet haben.

Was heißt das für dich in der Praxis? Das hängt davon ab, ab welcher Spannung dein Gerät abschaltet:

  • Gerät schaltet bei 1,3 V ab: Die XTAR liefern bis dahin rund 3170 mWh, die ANSMANN nur rund 2500 mWh. Klarer Sieg für XTAR.
  • Gerät schaltet bei 1,2 V ab: Mit rund 3420 zu 3370 mWh liegen beide praktisch gleichauf.
  • Gerät schaltet bei 1,1 V oder darunter ab: Hier liegen die ANSMANN mit rund 3740 zu 3640 mWh vorne.

Die meisten Geräte, die für normale Batterien ausgelegt sind, arbeiten bis 1,0–1,1 V herunter. Dort spielen die ANSMANN ihre höhere Kapazität aus. Bei empfindlicheren Geräten, die früh eine „Batterie leer“-Meldung ausgeben, können die XTAR trotz geringerer Kapazität länger durchhalten.

 

Fazit

Hat ANSMANN also wirklich die besten Lithium-AA-Akkus im Sortiment? Jein!

Rein von der Kapazität her ja! Mit im Schnitt 2873 mAh bzw. 3765 mWh sind die ANSMANN Pure Power die Lithium-AA-Akkus mit der höchsten Kapazität, die ich bisher im Test hatte. Allerdings nur hauchdünn vor den XTAR AA CLR 4300.

Der größte Unterschied zu den XTAR ist aber der Spannungsverlauf. Die ANSMANN liefern keine konstanten 1,5 V, sondern verhalten sich eher wie eine klassische Batterie. Batterieanzeigen funktionieren zuverlässig und auch bei sehr geringen Lasten bleibt die Kapazität voll erhalten. Wer allerdings konstante Power bis zum Schluss will, zum Beispiel für Taschenlampen, Blitzgeräte oder Motoren, ist mit den XTAR besser bedient.

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Unterm Strich kann ich dir die ANSMANN Pure Power aber durchaus empfehlen. Vor allem für Geräte mit Batterieanzeige, Fernbedienungen, Funkthermostate, Wetterstationen oder alles, was nur selten und mit wenig Strom läuft. Hier spielen die Akkus ihre hohe Kapazität und den Tiefentladeschutz voll aus. Für maximale Leistung bleiben dagegen die XTAR AA CLR 4300 meine erste Wahl.

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Michael Barton
Michael Barton
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