Tineco ist der Nummer-1-Hersteller im Bereich der Waschsauger. So bieten diese mittlerweile eine Vielzahl an Modellen an, welche sich allerdings oft nur im Detail unterscheiden. So ist die ganze S7-Serie von Tineco recht ähnlich aufgebaut.
Mit seiner neuen High-End-S9-Serie hat Tineco aber einige sinnvolle Änderungen und Innovationen in das Konzept Waschsauger eingebracht.
So bringt der Tineco FLOOR ONE S9 SCIENTIST unter anderem eine neue Position des Wassertanks mit, eine deutlich veränderte Waschstation mit eigenem Wassertank, eine „HydroBurst“-Düse für eingetrocknete Flecken usw.
Im Kern ist die S9-Serie von Tineco die größte Überarbeitung des Waschsauger-Konzeptes bislang!
Dies lässt sich Tineco aber auch gut bezahlen! So kostet der Tineco FLOOR ONE S9 Station Scientist rund 700 €! Ein stolzer Preis, der auch gerechtfertigt ist? Finden wir es im Test heraus!
An dieser Stelle vielen Dank an Tineco für das Zurverfügungstellen des FLOOR ONE S9 Station Scientist für diesen Test.
Mit oder ohne „Station“
Alle Waschsauger von Tineco haben eine Ladestation, auf welcher diese geladen werden und auch eine Selbstreinigung durchführen können.
Den FLOOR ONE S9 Station Scientist gibt es nun in zwei Versionen.
Die normale FLOOR ONE S9 Scientist mit einer „normalen“ Ladestation und die FLOOR ONE S9 Station Scientist Version.
Letztere, mit dem „Station“-Zusatz, verfügt über einen zusätzlichen Tank in der Ladestation, welche automatisch den Tank des S9 auffüllen kann und zudem diesen mit heißem Wasser versorgt.
Der Tineco FLOOR ONE S9 Station Scientist im Test
Bei der grundsätzlichen Form des Waschsaugers hat sich auch beim S9 Scientist erst einmal nicht viel getan. Wir haben weiterhin einen Stiel-Waschsauger, bei welchem alles in einem Gerät mit fester Bodenbürste integriert ist.
Allerdings ist dieser im Detail schon ein Stück anders aufgebaut als der typische Waschsauger. Vor allem die Positionierung der Tanks ist stark verändert.
Der Schmutzwassertank ist auf der Rückseite angebracht, der Frischwassertank wiederum ist auf dem Fuß des S9 Scientist. Dort ist er zwar theoretisch etwas schlechter zu erreichen, du musst dich tiefer bücken, aber der Schwerpunkt des Waschsaugers verändert sich.
- Du hast weniger Gewicht am Stiel hängen = einfacher zu schieben und bewegen.
- Mehr Gewicht im Bereich der Bodenwalze = Walze wird fester auf den Boden gedrückt = bessere Reinigung.
Dieses Design hat also durchaus seine Vorteile! Und gerade mit der Station verschwindet der einzige Nachteil, sehr gut!
Unter anderem durch dieses Design fühlt sich der S9 Scientist ein Stück leichter an als frühere Modelle. Dies, solange du ihn nicht komplett hochheben musst, denn das komplette Gerät ist mit über 5 kg + Wasser alles andere als leicht.
Gesteuert wird der S9 Scientist über ein paar einfach verständliche Tasten am Handgriff. Für weitere Infos ist dort auch ein kleines Display. Ein weiteres „Display“ bzw. eine Anzeige ist auf der Front versteckt eingelassen. Diese Anzeige ist aber eher ein Gimmick und zeigt z. B. beim Laden und Reinigen eine kleine Animation.
Umfangreiche Ladestation
Eins der großen Highlights des FLOOR ONE S9 Station Scientist ist die Ladestation. Auf dieser kannst du den Waschsauger nicht nur laden und die Selbstreinigung nutzen, an der Ladestation findet sich auch ein großer Frischwasser- und Putzmitteltank.
Stellst du den FLOOR ONE S9 auf die Ladestation, dann wird der Frischwassertank automatisch befüllt. Ebenso wird automatisch Putzmittel beigemischt.
Dies steigert den Komfort schon ein gutes Stück! Die Ladestation hat aber noch ein weiteres Ass im Ärmel. So kann diese das Wasser erhitzen!
So kann der FLOOR ONE S9 mit heißem Wasser betankt werden! Aber was, wenn der FLOOR ONE S9 noch voll ist? Auf Wunsch kann das restliche Frischwasser abgepumpt werden, dann wird es erhitzt und wieder eingefüllt.
Sehr cool und auch durchdacht!
Mit App-Support und WLAN
Natürlich bringt der FLOOR ONE S9 auch einen App-Support mit. Um die App zu nutzen, musst du den Waschsauger mit deinem WLAN verbinden.
In der App kannst du die Sprache der Sprachansagen (von Haus aus Englisch) einstellen, wie auch einige erweiterte Einstellungen anpassen.
Wie funktioniert ein Waschsauger?
Sprechen wir an dieser Stelle einmal über die generelle Funktion eines Waschsaugers. Die gängigen Waschsauger besitzen zwei Tanks: einen Frischwassertank und einen Schmutzwassertank.
Wasser aus dem Frischwassertank wird im Betrieb automatisch auf die Walze im „Fuß“ des Waschsaugers gesprüht (im Inneren), welche hierdurch getränkt wird.
Diese Walze reibt dann über deinen Boden und nimmt Schmutz, Haare und auch verschüttete Flüssigkeiten mit.
Durch die Rotation dieser Walze in Kombination mit dem Saugmotor wird der aufgenommene Schmutz abtransportiert.
Automatischer Abstreifer
Der FLOOR ONE S9 Scientist verfügt auf der Front über einen Gummi-Abstreifer. Dieser soll Wasserreste auf dem Boden minimieren.
Damit dieser beim Vorschub nicht den Schmutz vor sich herschiebt, wird dieser Gummi-Abstreifer automatisch angehoben, wenn du den S9 Scientist vorschiebst, und abgesenkt, wenn du ihn zurückschiebst.
Ein wildes, aber sinnvolles Design!
Und ja, dieser Abstreifer funktioniert und minimiert Restwasser, vor allem beim Aufsaugen von verschütteten Flüssigkeiten. Wir sind hier zwar nicht 100 % streifenfrei, aber 99 %.
Wassersprüher
Ein weiteres besonderes Feature ist „HydroBurst“. Bei HydroBurst handelt es sich um einen kleinen Wassersprüher auf der Front des Fußes.
Beim Betätigen einer Taste am Handgriff sprüht dieser zusätzliches Wasser vor den Waschsauger. Dies kann helfen, eingetrockneten Schmutz zu lösen oder z. B. intensive Flecken zu verdünnen.
Ja, sinnvolle Funktion, die auch genauso in der Praxis funktioniert. Einzig gibt es Spritzer, die doch recht weit reichen können. Daher gilt an Möbeln und Wänden etwas Vorsicht mit dieser Funktion.
Heißwasser-Reinigung
Noch mal klar gesagt, der S9 Station Scientist kann mit heißem Wasser putzen! Dieses Wasser wird nicht vom Sauger selbst erwärmt (was mit Akku auch schwierig ist), sondern von der Station.
Dies macht primär bei fettigen Flecken Sinn.
„SmoothDrive“
Die Räder des FLOOR ONE S9 Station Scientist sind motorisiert! Das kennen wir schon vom Tineco FLOOR ONE S7 Pro. Dort war ich von diesem System nicht der größte Fan, hier haben die Räder oftmals etwas gegen einen gearbeitet.
Das Ganze ist beim FLOOR ONE S9 Station Scientist deutlich verbessert! Hier arbeitet der Motor wirklich gut mit einem und reagiert auch schnell und natürlich auf Richtungsänderungen.
SmoothDrive ist beim S9 Scientist ein klarer Pluspunkt!
Wie wird der Tineco genutzt?
In der Praxis ist die Nutzung eines Waschsaugers wie des S9 Station Scientist extrem einfach.
Du füllst den Frischwassertank in der Station gelegentlich mit Wasser auf (dieser reicht für Hunderte Quadratmeter), nimmst den S9 von seiner Ladestation, gehst zur Schmutzstelle, drückst eine Taste und er legt los.
Dank des Antriebs fährt der S9 Station Scientist praktisch von alleine, große Kraft ist also nicht nötig. Das Schwerste ist das Heben auf und von der Station.
Nachdem du mit ihm geputzt hast, stellst du ihn einfach wieder auf seine Ladestation. Je nachdem, wie intensiv du ihn benutzt hast, solltest du die Selbstreinigung starten und gegebenenfalls den Schmutzwassertank leeren.
Auf seiner Ladestation wartet dann der S9 auf seinen nächsten Einsatz. Durch dieses Design ist es hier viel schneller und einfacher möglich, auch mal eben kleinere Flecken wegzuputzen.
Wie gut reinigt der Tineco FLOOR ONE S9 Station Scientist?
Im Kern hatten alle Tineco-Waschsauger, die ich jemals im Test hatte, eine zufriedenstellende bis sehr gute Putzleistung.
Geht es nur um das Entfernen von „einfachen“ Flecken, etwas ausgelaufener Cola, ein paar frischen Spritzern, Tropfen usw., wirst du zwischen dem S9 Scientist und einfacheren Tineco-Modellen offen gesagt keine großen Unterschiede merken.
Das liegt einfach daran, dass solche Flecken von so ziemlich allen Tinecos einfach hervorragend entfernt werden.
Ja, dir kippt eine Flasche Cola um, 1-3x mit dem S9 Scientist drübergefahren und alles ist restlos weg und es bleibt auch kein klebriger Film. Der S9 Scientist schafft es, unter anderem dank des Abstreifers und der doch merkbar höheren Saugleistung, etwas schneller als frühere Tineco S5– oder S3-Modelle.
Ähnliches gilt auch für andere Verschmutzungen, wir haben hier etwas mehr „Power“ und entsprechend geht alles etwas schneller und effektiver.
Wirklich deutlich abheben von der S3- und S5-Generation kann sich der S9 Scientist erst in Extremsituationen. Extrem klebriger Schmutz, angetrockneter Schmutz, leicht fettige Verschmutzungen oder in meinem Test Holi-Pulver, da sehen wir, dass sich schon einiges getan hat.
Auch was Dinge wie die Kantenreinigung (auf beiden Seiten) betrifft oder das Reinigen unter flachen Möbeln, sind ganz klar deutliche Verbesserungen zu z. B. dem von mir bislang genutzten Tineco Floor One S6 Flashdry Pet zu erkennen.
Prinzipiell kannst du fast sämtlichen Schmutz mit dem S9 Scientist auf glatten Böden entfernen.
Ob nun Hausstaub, Fußabdrücke, verschüttete Flüssigkeiten oder auch etwas intensivere Flecken wie von Soße oder Schlamm, einmal mit dem S9 drüberfahren reicht in der Regel schon aus, um diese restlos zu entfernen.
Dabei kann der S9 auch wirklich als „Hybrid“ für klassischen trockenen Schmutz (Staub, Haare usw.) wie auch für Flecken und feuchten Schmutz genutzt werden.
Dank des Abstreifers sind Böden nach der Reinigung meist nach Sekunden komplett abgetrocknet.
Das Einzige, was den S9 Scientist weiter überfordert, sind große Partikel, Blätter von Pflanzen usw. Aber das beißt sich (bislang) allgemein mit dem Konzept Waschsauger.
Auch für Teppiche?
Generell sind solche Waschsauger nicht für Teppiche gemacht. Willst du Teppiche wirklich intensiv reinigen, brauchst du einen regulären Staubsauger bzw. für die Feuchtreinigung ein Modell wie den Tineco CARPET ONE.
Allerdings kann der S9 durchaus auf kurzen Teppichen genutzt werden. Nicht zwingend für eine intensive Reinigung, aber sollte mal was frisch ausgelaufen sein, dann kann dies mit ihm durchaus abgelöscht werden.
Offiziell ist dies aber kein „unterstütztes Szenario“.
Kann der Floor One S9 ausgelaufene Flüssigkeiten aufsaugen?
Die kurze Antwort ist ja! Sollte dir mal eine Flasche Bier, Cola oder Ähnliches umgekippt sein, ist es kein Problem, dies mit dem FLOOR ONE S9 Station Scientist aufzusaugen. Das Limit ist das Fassungsvermögen des Schmutzwassertanks (0,72 L), und das Wasser sollte nicht zu hoch stehen.
Fazit
Der Tineco FLOOR ONE S9 Station Scientist ist einer der durchdachtesten Waschsauger, die ich bislang im Test hatte. Auf glatten Böden entfernt er sowohl alltäglichen Schmutz als auch hartnäckigere Flecken sehr zuverlässig. Gerade bei angetrocknetem Schmutz, der Kantenreinigung und der Reinigung unter flachen Möbeln sehe ich klare Fortschritte gegenüber älteren Tineco-Modellen.
Das eigentliche Highlight ist für mich aber die Station. Automatisches Befüllen, Putzmitteldosierung und heißes Wasser machen die Nutzung im Alltag ausgesprochen bequem. Auch der verbesserte Radantrieb und der Abstreifer funktionieren in der Praxis gut.
Perfekt ist der S9 dennoch nicht: Mit über 5 kg ist er beim Anheben schwer, HydroBurst kann Wasser recht weit verspritzen und große Partikel bleiben ein Problem. Dazu kommt der stolze Preis von rund 700 €. Wenn du häufig glatte Böden reinigst und dir möglichst viel Komfort wünschst, bekommst du hier aber einen hervorragenden Waschsauger.
Pro
- Sehr gute Reinigungsleistung, auch bei hartnäckigeren Flecken
- Station befüllt Wasser und dosiert Putzmittel automatisch
- Reinigung mit heißem Wasser möglich
- Gute Kantenreinigung auf beiden Seiten
- Kommt gut unter flache Möbel
- Verbesserter Radantrieb und wenig Restwasser auf dem Boden
Contra
- Hoher Preis von rund 700 €
- Beim Anheben recht schwer
- HydroBurst kann Wasser weit verspritzen
- Große Partikel bereiten weiterhin Probleme
Unterm Strich ist der Tineco FLOOR ONE S9 Station Scientist klar der beste Waschsauger, den ich bislang im Test hatte! Suchst du das Beste vom Besten, dann bist du hier richtig.













