MINISFORUM BD895i SE im Test: ITX-Mainboard mit Ryzen 9 8945HX und Desktop-Power

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MINISFORUM ist für seine Mini-PCs bekannt. Allerdings bieten diese mittlerweile eine recht große Produktpalette, inklusive einiger exotischerer Dinge.

So bieten diese mit dem BD895i SE ein ITX Mainboard an. Genau genommen ist das BD895i SE nicht nur ein Mainboard, sondern eine Kombination aus Mainboard und CPU.

So verfügt das BD895i SE über einen integrierten AMD Ryzen 9 8945HX mit 16 Kernen. Das Schwestermodell (BD775i SE) setzt auf den AMD Ryzen 7 7745HX.

Dies sind vergleichsweise mächtige CPUs und der „Standard“ ITX Formfaktor macht die Mainboards für einen DIY Mini-PC durchaus interessant.

Auch preislich wirkt die Kombination auf den ersten Blick durchaus attraktiv.

  • BD775i SE mit AMD Ryzen 7 7745HX = ca. 310€
  • BD895i SE mit AMD Ryzen 9 8945HX = ca. 440€

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie gut sind diese Mainboards? Wie leistungsstark die CPUs und wie hoch ist die Leistungsaufnahme?

Finden wir dies im Test heraus!

 

Das MINISFORUM BD895i SE im Test

Das MINISFORUM BD895i SE hält sich an den ITX Formfaktor. Entsprechend kann dieses Mainboard in jedem handelsüblichen PC Gehäuse verbaut werden.

Dabei wirkt das Mainboard durchaus schick und hochwertig gemacht! MINISFORUM setzt auf ein komplett schwarzes PCB und Design. Der erste Eindruck ist durchaus positiv! Alles ist sauber verarbeitet und gut gemacht.

Wichtig, behalte im Hinterkopf, dass wir hier zwar ein Desktop-PC Mainboard haben, allerdings der verbaute 8945HX / 7745HX sind Notebook CPUs.

 

IO-Anschlüsse des BD895i SE

Auf der Rückseite besitzt das BD895i SE folgende Anschlüsse:

  • 2x USB A 3.2 Gen 1 (5Gbit)
  • 2x USB A 2.0
  • 1x USB C 3.2 Gen 2 (10 Gbit)
  • 1x HDMI 2.1
  • 1x DisplayPort 1.4
  • 3x 3,5 mm Audio-Anschlüsse
  • 1x 2,5 Gbit LAN

Das ist jetzt keine extrem großzügige Port-Ausstattung, aber passend und in der Regel ausreichend.

Intern haben wir als Header noch folgende Anschlüsse:

  • 1x USB 3.2 Gen 1 Header
  • 3x 4-PIN Lüfter-Anschlüsse
  • 1x Front-Audio
  • 1x Front-Panel Anschluss

Mit CPU Kühler

Es gibt aber eine weitere Besonderheit aufgrund der integrierten CPU. So besitzt das Mainboard einen integrierten CPU Kühler, welcher vorinstalliert ist.

Was allerdings nicht vorinstalliert ist, ist ein Lüfter. Wir haben hier lediglich den „nackten“ Kühlkörper inklusive einer Halterung für 120 mm Lüfter.

Den 120 mm Lüfter musst du selbst besorgen. Erneut lässt sich hier jeder handelsübliche 120 mm Lüfter mit 3 oder 4 Pin Anschluss verbauen. So hast du auch komplette Kontrolle über das Lautstärke-Profil.

So habe ich einen Noctua NF-F12 PWM chromax.black verbaut.

 

ITX + ATX Netzteil

Das Mainboard setzt grundsätzlich auf den normalen ITX Formfaktor und lässt sich über ein normales PC Netzteil betreiben.

Wir haben hier den typischen 24 PIN + 8 PIN CPU Stromanschluss. In meinem Test habe ich ein Corsair SF450 genutzt.

 

SO-DIMM DDR5

Das BD895i SE nutzt keinen normalen DDR5 RAM, sondern SO-DIMM Module, also „Notebook“ Arbeitsspeicher.

Hier besitzt das Mainboard 2x Slots.

 

Kein SATA, 2x NVME

Zwar bewirbt MINISFORUM das BD895i SE auch etwas als „NAS“ Mainboard, allerdings besitzt dieses keine OnBoard SATA Ports.

Für Speicherlaufwerke haben wir lediglich 2x M.2 PCIe 4.0 Slots.

Diese sind am oberen Rand des Mainboards angebracht und werden teilweise vom 120 mm CPU Kühler abgedeckt. Daher ist hier die Kühlung der NVME SSDs kein Problem.

 

Kein WLAN, aber nachrüstbar

Von Haus aus ist beim BD895i SE keine WLAN Karte verbaut. Allerdings haben wir einen Slot für eine Notebook-WLAN Karte und mit im Lieferumfang liegen passende Antennen.

Du kannst also eine WLAN/Bluetooth Karte vergleichsweise einfach nachrüsten.

 

PCIe 5.0 x16 für GPU

Das MINISFORUM BD895i SE besitzt einen vollwertigen PCIe 5.0 x16 Slot. Dieser könnte natürlich auch für einen SATA Controller oder ähnliches genutzt werden, ist aber primär für eine GPU gedacht.

Mit einer entsprechenden gesonderten Grafikkarte kann das BD895i SE ein durchaus mächtiger Gaming-PC werden.

 

Der AMD Ryzen 9 8945HX

Das dicke Ding beim BD895i SE ist die verbaute CPU. So haben wir hier den AMD Ryzen 9 8945HX.

Beim Schwestermodell, dem BD775i SE, kommt der AMD Ryzen 7 7745HX zum Einsatz.

Merkmal AMD Ryzen 9 8945HX AMD Ryzen 7 7745HX
Architektur Zen 4 Zen 4
Codename Dragon Range (Refresh) Dragon Range
Kerne / Threads 16 / 32 8 / 16
Basistakt 2,5 GHz 3,6 GHz
Boost-Takt bis 5,4 GHz bis 5,1 GHz
L2-Cache 16 MB 8 MB
L3-Cache 64 MB 32 MB
TDP (Standard) 55 W 55 W
cTDP-Bereich 55–75 W 45–75 W
iGPU Radeon 610M (RDNA 2, 2 CU) Radeon 610M (RDNA 2, 2 CU)
Fertigung 5 nm (CCD) / 6 nm (I/O) 5 nm (CCD) / 6 nm (I/O)
Speicher DDR5-5200 DDR5-5200
PCIe PCIe 5.0 (28 Lanes) PCIe 5.0 (28 Lanes)
Sockel FL1 FL1
Marktstart April 2025 Januar 2023

Der AMD Ryzen 9 8945HX ist eine echte Hausnummer und stammt aus AMDs „Dragon Range“-Reihe, genauer gesagt aus dem Refresh dieser Serie, der im April 2025 debütierte. Trotz der „8000er“-Bezeichnung handelt es sich hier nicht um einen brandneuen Chip. Im Kern ist der Ryzen 9 8945HX im Grunde ein umbenannter Ryzen 9 7945HX.

Du bekommst 16 Kerne und 32 Threads auf Basis der Zen-4-Architektur, die mit einem Basistakt von 2,5 GHz arbeiten und per Boost bis auf 5,4 GHz hochtakten. Dazu kommen 16 MB L2- und satte 64 MB L3-Cache. Der Chip setzt sich dabei aus drei Dies zusammen, die auf zwei unterschiedlichen Fertigungsprozessen gebaut werden, 5 nm für die CPU-Kerne, 6 nm für den Rest.

 

Benchmarks, TDP, Temperatur

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Wie viel Leistung liefert der AMD Ryzen 9 8945HX? Klären wir zunächst eine wichtige Frage, wie viel Leistung bekommt die CPU? Denn je nachdem, welche TDP / Leistung der CPU gefüttert wird, umso mehr Power hat diese.

Von Haus aus gibt das BD895i SE dem AMD Ryzen 9 8945HX bei konstanter Last 100 W! Diese 100 W werden der CPU auch konstant geliefert.

Erfreulicherweise ist der Kühler bei mir mit dem Noctua NF-F12 PWM chromax.black vollkommen ausreichend, die CPU Temperaturen unter Kontrolle zu halten.

Bei dauerhafter Last pendeln wir uns knapp über 80 Grad ein. Für eine „Notebook CPU“ ist das fast schon kalt.

Wir haben also eine konstant hohe Leistung und der genutzte Lüfter muss auch nicht zu extrem hochdrehen.

Verglichen mit Notebooks (wo ich einfach mehr Referenz-Geräte habe) und anderen Mini-PCs liefert das BD895i SE eine brachiale Multicore Leistung!

100W + 16 Zen 4 Kerne ist schon eine Ansage. Entsprechend schlägt der BD895i SE alle Notebooks, die ich bisher im Test hatte. Natürlich ist da etwas „Brute Force“ durch die 100W TDP, verglichen mit Notebooks, die oftmals nur eine TDP von 45 W haben.

Allerdings hierdurch ist der AMD Ryzen 9 8945HX eher auf dem Level einer Desktop-CPU.

CB20 Vergleich:

  • AMD Ryzen 9 8945HX @ 100W – 12924 / 762
  • AMD Ryzen 9 7950X @ 230W – 14293 / 765
  • AMD Ryzen 9 7950X @150W – 13514 / 768
  • AMD Ryzen 9 7950X @100W – 11633 / 768

Wir können hier sehen, dass der Desktop 16 Kern AMD Ryzen 9 7950X bei gleicher TDP sogar etwas weniger Leistung liefert als der AMD Ryzen 9 8945HX.

Single Core Leistung ist praktisch identisch und selbst bei 230 W ist der AMD Ryzen 9 7950X nur +- 10% schneller.

 

Unfähige GPU

Der AMD Ryzen 9 8945HX ist zwar ein sehr mächtiger Prozessor, allerdings die integrierte Grafikkarte ist leider sehr schwach.

Wir haben hier die AMD Radeon 610M. Ausreichend, um ein Bild auszugeben, Videos zu schauen, für Office und ähnliches. Aber für mehr, geschweige denn Gaming, ist die GPU absolut nicht geeignet!

Der AMD 8945HX ist für „große“ Notebooks gemacht und gedacht, die über eine gesonderte GPU verfügen. Die iGPU ist hier also primär für 2D Zwecke gemacht und gedacht.

 

Stromverbrauch

Was ist aber mit dem Stromverbrauch? Folgenden Verbrauch konnte ich mit dem Corsair SF450, einem 120 mm Lüfter, NVME SSD und 120 mm Lüfter, wie auch Monitor, Maus und Tastatur messen.

  • Leerlauf Windows ca. 14-18 W
  • Vollast ca. 133 W

Erfreulicherweise ist der Stromverbrauch im Leerlauf mit ca. 14-18 W relativ gering. Das passt! Auch unter Vollast die 133 W sind OK.

Eventuell könntest du mit ein paar Optimierungen den Leerlaufstromverbrauch noch etwas drücken, auch könnte die Nutzung eines PICO-PSU eine Möglichkeit sein, aber rechne im Leerlauf einfach mal mit +- 14 – 18 W.

 

Fazit

Das MINISFORUM BD895i SE ist eine richtig spannende Kiste! Im Kern bekommst du hier ein sauber verarbeitetes ITX-Mainboard mit fest verbautem AMD Ryzen 9 8945HX, und genau diese Kombination macht das Board so interessant.

Denn die Leistung ist eine echte Ansage. Mit konstanten 100 W gefüttert, liefert der 8945HX eine brachiale Multicore-Performance und spielt damit eher auf dem Level einer Desktop-CPU als einer Notebook-CPU. Im CB20 zieht er bei gleicher TDP sogar am Desktop-16-Kerner Ryzen 9 7950X vorbei, das muss man erst mal sacken lassen. Dazu bleibt das Ganze dank des großzügigen Kühlkörpers angenehm kühl. Mit meinem Noctua NF-F12 pendeln wir uns bei knapp über 80 Grad ein, für so viel Leistung fast schon kalt. Und auch der Stromverbrauch passt: ca. 14–18 W im Leerlauf und rund 133 W unter Vollast sind völlig in Ordnung.

Schön ist außerdem, dass MINISFORUM auf den normalen ITX-Formfaktor und ein klassisches ATX-Netzteil setzt. Du kannst das Board also in jedem handelsüblichen Gehäuse verbauen und musst dich nicht mit exotischen Lösungen herumärgern. Den 120-mm-Lüfter und eine WLAN-Karte musst du zwar selbst nachrüsten, dafür hast du aber auch die volle Kontrolle über dein Lautstärke-Profil.

Ein paar Punkte solltest du aber im Hinterkopf behalten. Zum einen ist die integrierte Radeon 610M extrem schwach. Für Office, Videos und die Bildausgabe reicht sie, für alles darüber hinaus, vor allem Gaming, brauchst du zwingend eine dedizierte Grafikkarte im PCIe-5.0-x16-Slot. Zum anderen bewirbt MINISFORUM das Board zwar gerne als „NAS“-Mainboard, dafür fehlen aber komplett die SATA-Ports. Mit lediglich 2x M.2 PCIe 4.0 bist du beim Speicher also eher eingeschränkt.

MINISFORUM BD895i SE Mini-ITX-Mainboard, AMD Ryzen 9 8945HX (16 C...

Pro ✓

  • Brachiale Multicore-Leistung auf Desktop-Niveau (16 Zen-4-Kerne, konstante 100 W)
  • Schicke, hochwertige Verarbeitung
  • Normaler ITX-Formfaktor + ATX-Netzteil
  • Sehr gute Temperaturen
  • niedriger Leerlaufverbrauch
  • Vollwertiger PCIe-5.0-x16-Slot für eine GPU
  • Attraktiver Preis für die gebotene Leistung

Kontra ✗

  • Sehr schwache iGPU (Radeon 610M), Gaming nur mit dedizierter GPU
  • Keine SATA-Ports
  • Lüfter und WLAN-Karte müssen selbst nachgerüstet werden

Unterm Strich ist das BD895i SE für rund 440 € eine klare Empfehlung, wenn du einen kompakten, leistungsstarken Mini-PC oder Gaming-PC selbst bauen möchtest und bereit bist, eine GPU dazuzustecken. Du bekommst hier Desktop-Niveau bei der CPU-Leistung in einem sympathisch kompakten Paket. Suchst du dagegen ein echtes NAS-Mainboard mit vielen SATA-Ports oder einen reinen Office-Rechner mit brauchbarer iGPU, ist das BD895i SE die falsche Wahl. Wer es etwas günstiger mag und mit 8 Kernen auskommt, sollte einen Blick auf das Schwestermodell BD775i SE für ca. 310 € werfen.

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Michael Barton
Michael Barton
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