Ein 4-Port-PoE-Extender für 6€ im Test (AT13F-A)

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Ein LAN-Kabel liegt schon, aber du brauchst plötzlich drei Kameras statt einer? Genau für diesen Fall gibt es PoE-Extender. Die Dinger hängen an einem einzigen PoE-Port, teilen Netzwerk und Strom auf mehrere Ausgänge auf und benötigen dabei selbst kein Netzteil.

Bei Aliexpress bekommst du solche Geräte inzwischen für rund 6€. Das ist ungefähr der Preis, den ein einzelnes gutes Patchkabel kostet. Ich habe mir so ein Modell mit der Bezeichnung AT13F-A bestellt und über mehrere Wochen an meinen Überwachungskameras laufen lassen.

Meine Erfahrungen mit solch einem günstigen PoE-Extender-Switch findest du in diesem Artikel.

 

Der AT13F-A im Test

Erst einmal zur Begriffsklärung, denn hier wird viel durcheinandergeworfen.

Ein PoE-Splitter trennt Strom und Daten wieder auf, damit du ein Gerät ohne PoE versorgen kannst. Ein PoE-Injector speist Strom in eine bestehende Leitung ein. Und ein PoE-Extender ist im Grunde ein kleiner Switch, der sich selbst per PoE versorgt und den Strom an seine Ausgänge weiterreicht.

Der AT13F-A gehört zur letzten Kategorie. Er hat vier Ports, einen Eingang und drei Ausgänge. Du brauchst also nur ein einziges Kabel vom (PoE-)Switch zum Extender und kannst vor Ort drei PoE-Geräte anschließen.

Weil hier ein echter Switch arbeitet, wird das Signal komplett neu aufbereitet. Jeder Ausgang startet also wieder bei null Metern. Du kannst damit die 100-Meter-Grenze von Ethernet umgehen, wenn du den Extender irgendwo auf halber Strecke platzierst.

 

Technische Daten

PoE-Extender AT13F-A

  • Ports: 4x RJ45, 1x PoE-Eingang, 3x PoE-Ausgang
  • Geschwindigkeit: 100 Mbit
  • PoE-Standard: IEEE 802.3af/at
  • PoE In: 44–57 V, 30 W
  • PoE Out (Port 2–4): 44–57 V, 25 W
  • Chipsatz: Realtek RTL8305NB
  • Gehäuse: Kunststoff, weiß
  • Montage: liegend, Wandmontage oder DIN-Schiene
  • Preis: ca. 6€ (Aliexpress)

 

Gehäuse und Montage

Über die Verarbeitung gibt es nicht viel zu erzählen. Weißer Kunststoff, alle vier Ports auf einer Seite, aufgedruckte Beschriftung. Das war’s.

Für ein Gerät, das später ohnehin in einem Verteilerkasten oder unter einem Dachüberstand verschwindet, ist das völlig in Ordnung.

Richtig gut gefällt mir die Montage. Du hast drei Möglichkeiten:

  • Einfach irgendwo hinlegen
  • An die Wand schrauben
  • Auf eine DIN-Schiene klipsen

Gerade Punkt drei ist bei einem 6€-Gerät bemerkenswert. Wenn du sowieso einen Netzwerkschrank oder einen Verteilerkasten mit Hutschiene hast, sitzt das Teil in fünf Sekunden ordentlich fest.

Ein Hinweis noch: Ein Gehäuse aus Kunststoff ohne jede Dichtung gehört nicht nach draußen. Wenn du ihn im Außenbereich einsetzen willst, muss er in eine wetterfeste Box.

 

Welcher Chipsatz steckt drin?

Auf dem Chip ist die Bezeichnung leider nur noch teilweise lesbar. Erkennbar ist ein Realtek-Chip nach dem Schema RTL83xxNB.

Alles deutet auf den Realtek RTL8305NB hin. Das ist ein 5-Port-10/100M-Ethernet-Switch-Controller, der Speicher, fünf MACs und fünf Physical-Layer-Transceiver in einem einzigen Chip vereint. Der Baustein ist quasi der Standard für günstige Fast-Ethernet-Switches und steckt seit Jahren in unzähligen No-Name-Geräten, aber auch in Modellen von Markenherstellern.

Das passt auch zum Aufbau des Extenders: Von den fünf verfügbaren Ports werden hier schlicht vier nach außen geführt. Der fünfte bleibt ungenutzt (vermutlich, da ansonsten der DIN-Formfaktor nicht mehr passen würde).

Sonderlich spannend ist der Chip nicht, dafür aber erprobt und extrem sparsam.

 

Das Power-Budget

Hier musst du aufpassen, denn das ist die eine Stelle, an der du dir dein Setup zerschießen kannst.

Der Extender bekommt maximal 30 W aus deinem Versorgungs-Switch. Nach Abzug des Eigenverbrauchs und der Verluste bleiben laut Aufdruck 25 W übrig. Und diese 25 W gelten für alle drei Ausgänge zusammen, nicht pro Port.

Rechne also vorher einmal durch:

  • Eine typische PoE-Überwachungskamera zieht 4 bis 8 W
  • Drei Kameras landen damit bei etwa 12 bis 24 W
  • Das passt, aber viel Luft bleibt nicht

 

Wichtig ist außerdem, dass dein Uplink-Switch-Port auch wirklich 802.3at liefert. Hängt der Extender an einem reinen 802.3af-Port mit 15,4 W, bleiben unterm Strich nur noch rund 12 W für drei Geräte übrig. Eine Kamera mit Heizung oder ein stärkerer Access Point sind damit direkt raus.

 

Nur 100 Mbit, reicht das?

Der Switch bietet kein Gigabit, sondern Fast Ethernet mit 100 Mbit.

Für den vorgesehenen Einsatzzweck ist das aber selten ein Problem. Eine 4K-Überwachungskamera überträgt je nach Einstellung 8 bis 16 Mbit, oft sogar weniger. Selbst mit drei Kameras gleichzeitig kommst du damit nicht in die Nähe der Grenze.

Kritisch wird es erst, wenn mehrere Kameras parallel hochauflösende Aufzeichnungen auf ein NAS schieben und du zusätzlich noch Live-Streams abrufst. Oder wenn du am Extender einen WLAN-Access-Point betreiben willst. Dann ist der Anschluss tatsächlich zu langsam und du solltest zu einem Gigabit-Modell greifen.

 

Stromverbrauch

Ich habe den Verbrauch über den versorgenden Switch ausgelesen. Ohne angeschlossene Geräte zieht der Extender gerade einmal 0,89 W.

Das ist wirklich wenig und im Jahr weniger als 3 kWh. Selbst wenn du zwei oder drei dieser Extender im Netzwerk verteilst, fällt das auf der Stromrechnung nicht auf.

 

Praxiserfahrung

Ich habe den Extender mit drei einfachen PoE-Überwachungskameras betrieben. Angeschlossen, Kameras dran, fertig. Alle drei wurden sofort erkannt und mit Strom versorgt, ohne dass ich irgendetwas konfigurieren musste. Es gibt hier auch nichts zu konfigurieren, das Gerät hat keinerlei Management-Funktion.

Wir haben hier wirklich einen ganz einfachen „dummen“ Switch/PoE-Extender.

Was ich nicht sagen kann, ist, wie das Gerät in drei Jahren dasteht. Bei einem 6€-Produkt ohne Garantieabwicklung würde ich für kritische Installationen vermutlich eher etwas anderes wählen.

 

Fazit

Der AT13F-A ist kein gutes Netzwerkgerät. Er ist ein extrem günstiges Netzwerkgerät, das genau eine Aufgabe erfüllt und diese ohne Murren erledigt.

100 Mbit sind im Jahr 2026 eigentlich nicht mehr zeitgemäß, es gibt kein Management und keine Dokumentation.

Wenn du aber genau das suchst, was der Extender verspricht, nämlich einen simplen Verteiler für PoE-Überwachungskameras an einer Stelle, an der nur ein Kabel liegt, dann bekommst du hier für 6€ ein Gerät, das funktioniert. Und für Kameras reichen 100 Mbit in aller Regel völlig aus.

Der niedrige Eigenverbrauch von 0,89 W und die Montage auf DIN-Schiene sind dabei nette Pluspunkte.

Achte einfach auf dein Power-Budget, dann wirst du mit dem Ding zufrieden sein. Für alles jenseits von Kameras, insbesondere für Access Points, würde ich dir dagegen zu einem geeigneten LAN-Kabel und einem Gigabit-Modell raten.

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Michael Barton
Michael Barton
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