Redodo bietet einen neuen 12V LiFePO4 Akku mit 165 Ah Kapazität an. Dies ist an sich jetzt nichts Außergewöhnliches.
Allerdings hat es Redodo geschafft, diese 165 Ah in ein Gehäuse zu packen, in dem wir normalerweise lediglich 100 Ah erhalten. In Sachen Energiedichte sieht der Akku also sehr spannend aus!
Hinzu kommt passend zur Kapazität von 165 Ah auch eine Ausgangsleistung von bis zu 165 A und ein Bluetooth-BMS.
Wollen wir uns die Redodo 12V 165Ah LiFePO4 Batterie doch einmal in einem kleinen Test ansehen!
An dieser Stelle vielen Dank an Redodo für das Zur-Verfügung-Stellen des Akkus für diesen Test.
Technische Daten
- Redodo 12V 165Ah LiFePO4 Batterie
- LiFePO4-Prismatic-Zellen
- 12,8 V Nennspannung
- 165 Ah
- 2112 Wh
- 4000–15.000 Zyklen (je nach Entladetiefe)
- 5 Jahre Garantie
- 165 A maximale Ausgangsleistung
- 165 A maximaler Ladestrom (weniger empfohlen!)
Die Redodo 12V 165Ah LiFePO4 Batterie im Test
Das Highlight an diesem Akku/dieser Batterie ist das Verhältnis aus Kapazität zu Abmessungen. So misst der Akku 330 × 172 × 216 mm, was eigentlich eine typische Größe für ein Modell mit 100 Ah ist.
Ansonsten nutzt Redodo das typische Design eines LiFePO4-Akkus. Wir haben ein weiß/graues Gehäuse im Stil einer Autobatterie. Dabei befindet sich für einen leichteren Transport ein Tragegriff aus Stoff auf der Oberseite.
Hilfreich, denn der Akku bringt 15 kg auf die Waage. Nicht leicht, aber für einen Akku mit dieser Kapazität auch alles andere als zu schwer.
Angeschlossen wird der Akku über zwei M8-Schrauben auf der Oberseite. Diese liegen auch mit im Lieferumfang, gemeinsam mit einer erfreulich schönen und gut gemachten Anleitung.
Mit Bluetooth und App
Ein wichtiger Punkt beim Redodo 12V 165Ah ist die Bluetooth-Unterstützung. Diese erlaubt dir mithilfe der Redodo-App, Daten des Akkus auszulesen. Hierzu zählt:
- Akkustand in %
- Aktuelle Eingangs-/Ausgangsleistung in Watt
- Strom in A
- Spannung in V
- Geschätzte Kapazität in Ah
- Temperatur
- Zyklen
Damit sind die wichtigsten Informationen vorhanden. Leider gibt es keine Detailinformationen zur Spannung der einzelnen Zellen – nur eine Anzeige, die sagt, ob der Akku balanciert ist oder nicht.
Als Bonus gibt es noch die Möglichkeit, den Akku über die App abzuschalten.
Warum das Bluetooth-BMS wichtig und nützlich ist
Du fragst dich, warum du unbedingt auf einen LiFePO4-Akku mit Bluetooth-BMS setzen solltest?
Klar, es macht Spaß, live Spannung, Temperatur und Stromfluss deines Redodo 12V 165Ah im Blick zu behalten. Aber das eigentlich Wichtige ist die Kapazitätsanzeige, und dafür gibt es einen guten Grund. LiFePO4-Zellen haben von Natur aus eine extrem flache Entladekurve. Die Spannung bleibt über weite Teile des Entladevorgangs nahezu konstant, egal ob der Akku zu 80 % oder zu 20 % geladen ist. Das macht es für Solar-Laderegler und klassische Spannungsmesser nahezu unmöglich, den genauen Ladestand zuverlässig zu ermitteln – gerade unter Last. Die meisten Geräte erkennen nur zuverlässig, wenn der Akku kurz vor voll oder kurz vor leer ist; alles dazwischen ist Rätselraten. Das integrierte Bluetooth-BMS des Redodo löst genau dieses Problem: Du siehst deinen genauen State-of-Charge jederzeit direkt auf dem Smartphone.
Die Stärken von LiFePO4 – warum die Chemie überzeugt
Lithium-Eisenphosphat-Akkus (LiFePO4) sind im Vergleich zu klassischen Lithium-Ionen-Zellen weniger energiedicht. Aber das ist auch schon der einzige nennenswerte Nachteil gegenüber Lithium-Ionen-Akkus.
Was die Redodo 12V 165Ah dafür bietet: eine deutlich höhere Sicherheit und eine Lebensdauer, die konventionelle Blei-Säure- oder Li-Ion-Akkus weit hinter sich lässt. Während Standard-Lithium-Ionen-Akkus nach 500 bis 1.000 Zyklen langsam in die Knie gehen, schafft der Redodo laut Herstellerangaben über 4.000 Zyklen bei 100 % Entladetiefe und bei schonendem Betrieb mit geringerer Entladetiefe sogar deutlich mehr. Für den Einsatz als Solar-Pufferspeicher ist das ein enormer Vorteil. Hinzu kommt die thermische Stabilität: Selbst wenn das BMS einmal ausfallen sollte, neigen LiFePO4-Zellen nicht dazu, in Brand zu geraten oder thermisch durchzugehen – ein bekanntes Risiko bei anderen Lithium-Chemien. Das integrierte BMS des Redodo schützt dich zusätzlich zuverlässig vor Tiefentladung, Überladung, Kurzschlüssen, Überlastung sowie Über- und Untertemperatur.
Die Einschränkungen, die du kennen solltest
Kein Produkt ohne Kompromisse. Bei der Redodo 12V 165Ah gilt, wie bei allen LiFePO4-Akkus: Laden unter 0 °C ist tabu. Dabei können irreversible Schäden an den Zellen entstehen. Entladen hingegen ist auch bei Minustemperaturen kein Problem.
Erfreulicherweise bietet der Redodo einen Schutz gegen das Laden bei zu niedriger Temperatur. Das ist nicht selbstverständlich!
Kapazitätsmessung bei Techtest.org – so gehe ich vor
Um die tatsächliche Kapazität der Redodo 12V 165Ah zu ermitteln, setze ich auf eine elektronische Last. Dieses Messgerät entzieht dem Akku kontrolliert Energie und wandelt sie in Wärme um; dabei wird exakt aufgezeichnet, wie viel Kapazität wirklich entnommen werden kann.
Bei meinen Tests kamen der Atorch DL24MP sowie der Atorch DL24EW zum Einsatz, wobei Letzterer zur gegenseitigen Verifikation der Messergebnisse diente. Ergänzend wurde der Redodo für einen praxisnahen Test temporär an die Offgrid-Solaranlage in meinem Büro angeschlossen.
Wie hoch ist die Kapazität wirklich?
Laut Redodo bietet der Akku eine Kapazität von 165 Ah bzw. 2112 Wh. Welche Kapazität konnte ich im Test messen?
| Ah | Wh | % | |
| 10A | 167.96 | 2178 | 102% |
| 20A | 168.801 | 2171 | 102% |
| 30A | 170.618 | 2187 | 103% |
| Im Schnitt | 169.13 | 2178.67 | 103% |
Im Test schwankte die Kapazität des Akkus zwischen 167,96 Ah und 170,618 Ah.
Im Schnitt konnte ich 169,13 Ah bzw. 2178,67 Wh messen. Damit übertrifft der Akku die Herstellerangabe von 165 Ah ein kleines Stück – sehr schön!
Das sind rund 103 % der Herstellerangabe, was zu den Messwerten anderer namhafter LiFePO4-Akkus bei mir im Test passt.
Damit zeigt der Akku im Vergleich zu anderen Modellen ein durchschnittliches Abschneiden.
Spannungsverlauf
Der Redodo 12V 165Ah verfügt über einen recht typischen Spannungsverlauf für einen LiFePO4-Akku. So ist dieser extrem flach.
So spielt sich hier 90 % der Kapazität im Spannungsbereich 13,2 V bis 12,6 V ab. Unterschreiten wir 12,5 V, sinkt die Spannung rapide ab.
Das BMS-Modul schaltet bei einer Spannung von 10,5 V endgültig ab.
Fazit
Der Redodo 12V 165Ah LiFePO4 Akku hinterlässt im Test einen rundum positiven Eindruck. Das größte Alleinstellungsmerkmal ist zweifellos die beeindruckende Energiedichte: 165 Ah in einem Gehäuse, das üblicherweise nur 100-Ah-Modellen vorbehalten ist – das ist eine echte Ansage und macht den Akku besonders interessant für alle, die auf kompakten Bauraum angewiesen sind.
Im Kapazitätstest übertrifft der Redodo die Herstellerangabe mit gemessenen durchschnittlich 169,13 Ah (rund 103 % der Nennkapazität) sogar leicht, was bei einem namhaften LiFePO4-Akku zu erwarten ist, aber dennoch erfreulich zu sehen ist.
Das integrierte Bluetooth-BMS wertet den Akku spürbar auf. Gerade bei LiFePO4-Zellen mit ihrer charakteristisch flachen Entladekurve ist die zuverlässige State-of-Charge-Anzeige per App ein echter Mehrwert, den klassische Spannungsmesser schlicht nicht bieten können. Die App selbst liefert alle relevanten Kennwerte auf einen Blick. Einzig die fehlende Einzelzellenspannung ist ein kleiner Kritikpunkt für fortgeschrittene Nutzer.
Positiv fällt zudem der integrierte Schutz gegen das Laden bei Minustemperaturen auf – denn das ist keineswegs selbstverständlich bei Akkus dieser Klasse.
Auf der Habenseite stehen außerdem die für LiFePO4 typischen Stärken: hohe Zyklenfestigkeit von über 4.000 Zyklen, thermische Stabilität und ein umfassendes BMS-Schutzpaket. Wer den Akku als Pufferspeicher in einer Solaranlage, im Wohnmobil oder auf dem Boot einsetzen möchte, bekommt hier ein solides, gut durchdachtes Produkt mit einem überzeugenden Kapazitäts-zu-Größe-Verhältnis.













