TOZO ist noch ein recht kleiner Hersteller von Audio-Equipment, welcher mit den Golden X1 erste Flaggschiff-Bluetooth-Ohrhörer auf den Markt gebracht hat.
Zumindest handelt es sich hier laut TOZO um Flaggschiff-Modelle. Bei einem Blick auf die technischen Daten sehen wir auch, warum, denn wir haben hier einen Ohrhörer mit einem Dual-Driver-Aufbau, mit einem Balanced-Armature-Driver und einem Hybrid-Dynamic-Driver.
Diese sollen vom Hersteller Knowles stammen, welcher eine bekannte Größe ist.
Hinzu kommt eine Hi-Res-Zertifizierung, ANC und App-Support.
Wollen wir uns die TOZO Golden X1 doch einmal im Test ansehen!
An dieser Stelle vielen Dank an TOZO für das Zur-Verfügung-Stellen der X1 für diesen Test. Abseits des Zur-Verfügung-Stellens der Ohrhörer gab es keine Bezahlung oder Verpflichtungen für diesen Test.
Die TOZO Golden X1 im Test
Passend zu dem „High-End“-Anspruch der X1 ist auch die Haptik und Optik der Ohrhörer gewählt.
So haben wir hier zunächst eine sehr kompakte und handliche Ladebox. Diese setzt auf einen matten und sehr hochwertigen Kunststoff.
Der Deckel wird wie üblich mit Magneten gehalten. Praktischerweise finden wir im Inneren neben den Ohrhörern auch eine kleine Akkustandanzeige in %.
Der Akku der Ladebox fasst 500 mAh und kann die Ohrhörer ca. 3× unterwegs laden.
Mit jeder Ladung können die Ohrhörer bis zu 8 Stunden durchhalten. Praktisch schafften die Ohrhörer bei mir aber nicht ganz 8 Stunden, eher 5–6 Stunden.
Die Ohrhörer setzen ähnlich wie die Ladebox auf einen schlichten, aber hochwertigen matten Kunststoff. Erfreulicherweise sind die Ohrhörer relativ kompakt für Modelle, die auf einen Dual-Treiber-Aufbau setzen. Relativ kompakt, aber auch nicht superkompakt.
Tragekomfort
Der Tragekomfort der X1 ist gut, aber auch nicht herausragend. Die Ohrhörer saßen soweit gut in meinen Ohren und drückten auch nicht.
Allerdings sind diese relativ breit im vorderen Bereich, was dazu führt, dass diese nicht sonderlich tief sitzen.
ANC und Transparenzmodus
Natürlich bringen die X1 auch ANC und einen Transparenzmodus mit. Es gibt sogar über die App mehrere Modi zur Auswahl.
Das ANC ist ok, aber auch nicht überragend. Dieses kann einfache Umweltgeräusche ein Stück weit ausblenden, aber komplexere Geräusche oder Stimmen werden nur leicht unterdrückt.
Ich habe in dieser Preisklasse schon besseres ANC und auch schon einen besseren Transparenzmodus gehört. Furchtbar ist aber beides auch nicht.
Mit App-Support
TOZO bietet für die X1 auch eine passende App an. Diese erlaubt dir das Wählen des ANC-Modus wie auch das Einstellen eines EQs.
Teils wirkt die App etwas überladen, aber am Funktionsumfang gibt es nichts zu bemängeln.
Audio-Aufbau
Die große Besonderheit bei den X1 ist der Hybrid-Treiber-Aufbau. So sind in jedem Ohrhörer gleich zwei klangerzeugende Treiber.
So findet sich hier ein „klassischer“ dynamischer Treiber wie aber auch ein Balanced-Armature-Treiber.
Balanced Armature sind funktional komplett anders als herkömmliche dynamische Treiber und verhalten sich auch klanglich etwas anders. Hier findest du ein Bild, wie diese aufgebaut sind:
https://mynewmicrophone.com/wp-content/uploads/2020/03/mnm_Headphone_Balanced_Armature_Driver.jpg
Balanced-Armature-Treiber liefern im Allgemeinen einen sehr präzisen und brillanten Klang, tun sich aber bei Dingen wie dem Bass etwas schwerer.
Hier kommt der Hybrid-Aufbau ins Spiel. Theoretisch übernimmt der Balanced-Armature-Treiber die Höhen, während der herkömmliche dynamische Treiber sich um den Bass kümmert.
Wie ist der Klang der TOZO Golden X1?
Aber wie gut ist nun der Klang der X1 in der Praxis?
Die X1 haben einen recht ungewöhnlichen und einzigartigen Klang. Dies wird zu großen Teilen natürlich an dem Hybrid-Aufbau liegen.
So verfügen die Ohrhörer zunächst über sehr starke Höhen. Diese sind sehr brillant, scharf, sauber und präzise. Trotz der sehr hohen Schärfe fransen aber gerade Zischlaute nicht aus, sondern bleiben sauber. Du musst schon eine gewisse Schärfe in den Höhen mögen, damit die Golden X1 etwas für dich sind, aber falls du dies magst, sind diese ziemlich perfekt.
Etwas dünn wird es in den Mitten. Hier zeigen diese ein leichtes „Loch“. Dieses ist sicherlich nicht extrem, aber die Ohrhörer bieten einen recht starken Hoch/Tief-Kontrast.
Passend dazu haben wir einen kräftigen und satten Bass. Dieser hat ein gutes Volumen und einen starken Tiefgang. Der Bass ist nicht absolut übertrieben, aber durchaus schon etwas angehoben.
Hierdurch bieten die Golden X1 einen sehr kontrastreichen und dynamischen Klang. Dieser hat teils etwas einen „2.1-Sound“-Effekt.
Wir haben klanglich eine Separierung durch den Hybrid-Aufbau, welcher mich etwas an ein 2.1-Soundsystem erinnert.
Diese Charakteristik ist natürlich Geschmackssache.

Fazit
Die TOZO Golden X1 hinterlassen im Test einen spannenden, aber nicht völlig makellosen Eindruck. Wenn du auf der Suche nach außergewöhnlichem Klang bist und Lust auf einen sehr kontrastreichen, brillanten Sound hast, dann könnten die X1 genau dein Ding sein.
Der Hybrid-Treiber-Aufbau sorgt tatsächlich für eine besondere Signatur: extrem klare, scharfe Höhen, ein satter Bass und eine gewisse 2.1-Anmutung, die du so in dieser Preisklasse eher selten findest. Allerdings musst du diese eher ungewöhnliche Abstimmung mögen, gerade die dünneren Mitten und die präsenten Höhen sind nicht jedermanns Sache.
Auch abseits des Klangs machen die Golden X1 vieles richtig. Verarbeitung und Haptik wirken hochwertig, die App liefert solide Zusatzfunktionen und die Akkulaufzeit geht in Ordnung. Beim ANC und dem Transparenzmodus solltest du hingegen keine Wunder erwarten, beides ist brauchbar, aber nicht auf dem Niveau der stärksten Konkurrenten.
Unterm Strich bekommst du mit den TOZO Golden X1 spannende True-Wireless-Ohrhörer, die vor allem durch ihren speziellen Klangcharakter überzeugen wollen. Wenn genau das deine Priorität ist, können sie eine echte Empfehlung sein. Wenn du hingegen ein möglichst neutrales oder besonders komfortables Gesamtpaket suchst, wirst du vermutlich an anderer Stelle glücklicher – gerade beim gehobenen Preis von +- 150 €.











