NoGlass von smart.engineered im Test: Besser als Panzerglas?

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Für mich gehört ein Displayschutz zu den ersten Dingen, die ich auf einem neuen Smartphone anbringe. Auch wenn moderne Smartphone-Displays einiges aushalten, kann ein Kratzer unter den richtigen Umständen schnell entstehen. Gerade bei einem teuren Smartphone ist das ärgerlich und kann auch den Wiederverkaufswert massiv drücken.

Normalerweise greife ich einfach zu einem günstigen Displayschutzglas, dem erstbesten, das bei Amazon lieferbar ist. Allerdings kennst du vielleicht das Problem: Plötzlich ist ein Riss im Schutzglas, obwohl dir das Smartphone gar nicht heruntergefallen ist. Genau das ist mir auch bei meinem iPhone 18 Pro Max passiert.

Eine Alternative soll NoGlass von smart.engineered sein. Dieser Displayschutz begegnete mir immer wieder in der Werbung auf Facebook und Instagram. Die Versprechen sind groß und das Marketing ist auffällig, teils auch etwas stark dramatisiert.

Grund genug, mir NoGlass einmal selbst zu kaufen und anzusehen! Wie gut funktioniert die Montage, wie fühlt sich der Displayschutz an und wie schlägt er sich beim Kratzschutz gegenüber Glas?

Das NoGlass von smart.engineered im Test

Wie der Name bereits verrät, handelt es sich bei NoGlass nicht um ein klassisches Displayschutzglas. Stattdessen bekommen wir einen flexiblen Displayschutz aus Kunststoff.

Dieser ist allerdings deutlich kräftiger als eine einfache, dünne Schutzfolie und auch nicht aus TPU. Mit meinem Messschieber komme ich auf eine Dicke von rund 0,5 mm. Entsprechend wirkt NoGlass eher wie ein flexibles Kunststoffplättchen als wie eine gewöhnliche Folie.

Der Vorteil von Kunststoff gegenüber Glas ist klar. Das Material lässt sich biegen und bekommt auch bei Stößen keine Risse. Ein Riss, wie er bei meinem bisherigen Displayschutzglas aufgetaucht ist, ist hier entsprechend kein Thema.

Das bedeutet aber nicht, dass NoGlass unzerstörbar ist!

Lieferumfang und Montage

NoGlass kommt in einer recht aufwendigen Verpackung. Im Inneren finden wir neben dem Displayschutz einen Montagerahmen, Reinigungstücher, Sticker zum Entfernen von Staub sowie eine kleine Hilfe zum Herausdrücken von Luftblasen.

Gerade der Montagerahmen ist praktisch! Du legst diesen auf dein Smartphone und ziehst anschließend die entsprechende Lasche heraus. So musst du den Displayschutz nicht freihändig ausrichten. Solche Montagehilfen gibt es allerdings auch bei vielen günstigen alternativen Produkten.

Das Prinzip funktioniert gut, so gut, dass ich immer einen Displayschutz mit solch einem Montagerahmen wählen würde.

Bei meinem ersten Versuch saß NoGlass ordentlich auf dem Display. Es gab noch zwei kleine Luftblasen, welche sich aber gut entfernen ließen. Nach dem Entfernen der oberen Schutzschicht war die Montage abgeschlossen.

Unterm Strich ging das Anbringen sehr einfach und das Ergebnis sah sauber aus.

Haptik: Deutlich besser als eine gewöhnliche Folie

Ein Punkt, bei dem mich NoGlass positiv überrascht hat, ist die Oberfläche.

Einfache Schutzfolien und insbesondere viele weiche TPU-Folien fühlen sich häufig etwas stumpf oder gummiartig an. Beim Wischen kann der Finger stärker auf der Oberfläche haften, was ich persönlich weniger angenehm finde als Glas. Glas fühlt sich einfach am angenehmsten und glättesten an.

NoGlass fühlt sich allerdings für einen Displayschutz aus Kunststoff wirklich gut an! Die Oberfläche ist glatt und kommt beim Wischen erstaunlich nahe an ein Displayschutzglas heran. Für mich ist das deutlich angenehmer als bei einer einfachen 08/15-Folie oder den typischen TPU-Folien. Gerade verglichen mit TPU-Folien ist das ein Unterschied wie Tag und Nacht.

Ganz identisch mit Glas ist das Gefühl allerdings nicht. Ein gutes Displayschutzglas fühlt sich für mich noch einen Hauch angenehmer an, aber der Unterschied ist klein und höchstens im direkten Vergleich spürbar.

Wenn du bisher wegen der Haptik keine Folie verwenden wolltest, ist NoGlass in diesem Punkt durchaus interessant.

Wie sieht das Display mit NoGlass aus?

Auch bei der Darstellung macht NoGlass einen guten Eindruck. Nach dem Anbringen sah das Display grundsätzlich klar aus.

Im direkten Vergleich hatte ich allerdings den Eindruck, dass mein bisheriges Displayschutzglas einen Hauch klarer wirkte. Der Unterschied war klein und ist eine subjektive Beobachtung. Eine Messung der Lichtdurchlässigkeit oder der Bildqualität habe ich nicht durchgeführt.

Große Unterschiede bei der Bildqualität, Spiegelungen oder auch Face ID gab es KEINE, verglichen mit dem vorherigen Glasschutz.

Kratzschutz mit Messer, Stein und Pinzette

Beim Kratzschutz war ich zunächst skeptisch. Kunststoff bricht zwar nicht wie Glas, ist aber grundsätzlich weniger kratzresistent.

Für die Versuche habe ich den zweiten Displayschutz aus meinem Doppelpack verwendet.

Das Messer überrascht positiv

Beim ersten Versuch bin ich mit einem Messer über die Oberfläche gefahren. Hier hat sich NoGlass besser geschlagen, als ich erwartet hatte.

Ich konnte dabei keine deutlichen Kratzer erkennen. Das Messer schien die Oberfläche kaum anzugreifen. Für einen flexiblen Displayschutz aus Kunststoff ist das ein erfreuliches Ergebnis! Es gab zwar leichte Spuren, aber diese waren nur unter dem richtigen Licht sichtbar.

Mit dem Stein entstehen sichtbare Kratzer

Als Nächstes kam ein Stein zum Einsatz. Hier ließen sich problemlos sichtbare Kratzer in NoGlass erzeugen.

Auch das Vergleichsglas ließ sich mit dem Stein zerkratzen. Die Spuren wirkten dort allerdings weniger deutlich als auf NoGlass.

Das sind einfache praktische Versuche ohne standardisierte Kraft oder festgelegtes Prüfmaterial. Eine Härteangabe lässt sich daraus nicht ableiten. Im direkten Versuch war der Unterschied aber sichtbar und auch plausibel erklärbar.

Stein ist auch das, was moderne Smartphone-Displaygläser beschädigt, bzw. nicht Steine, sondern Sand, der im Staub ist. Legst du dein Smartphone mit dem Display nach unten auf einen glatten Untergrund und schiebst es, kann schnell feiner Sand Kratzer ins Display machen.

Die Pinzette zeigt den Unterschied zu Glas

Besonders deutlich wurde der Unterschied mit einer sehr spitzen Pinzette.

Mit dieser konnte ich hör- und sichtbar Kratzer in NoGlass erzeugen. Auf meinem Vergleichsglas konnte ich mit derselben Pinzette dagegen keine sichtbaren Kratzer erzeugen.

Damit zeigt sich der wesentliche Kompromiss. NoGlass bekommt keine typischen Glasrisse, ließ sich in meinen Versuchen aber leichter zerkratzen als das Displayschutzglas.

Der Kratzschutz ist für mich besser als zunächst erwartet. Er erreicht in diesen Versuchen allerdings nicht das Niveau des Vergleichsglases.

Wie steht es um den Sturzschutz?

Natürlich stellt sich bei einem Displayschutz auch die Frage, wie gut er das eigentliche Display bei einem Sturz schützt.

Hier kann ich dir kein Testergebnis liefern. Ich habe mein Smartphone nicht fallen lassen und auch keinen kontrollierten Schlagtest durchgeführt.

Die gemessenen rund 0,5 mm machen NoGlass zwar deutlich kräftiger als viele einfache Schutzfolien. Daher wird hier der Schutz besser sein als bei einer 08/15-Folie.

Dass der Schutz selbst aber nicht wie Glas bricht, bedeutet nicht automatisch, dass das darunterliegende Smartphone-Display einen Sturz unbeschadet übersteht.

Meist stürzt ein Smartphone eher auf die Kanten, wo der Displayschutz eh nicht hilft.

Hoher Preis und unübersichtliche Rabatte

Mein größter Kritikpunkt ist der Preis beziehungsweise dessen Darstellung im Shop.

Zum Zeitpunkt meines Kaufs wurde eine einzelne Folie mit einem regulären Preis von rund 35 Euro und einem Angebotspreis von rund 29 Euro angezeigt. Gleichzeitig kostete das Doppelpack ebenfalls rund 29 Euro. Deshalb habe ich direkt das Doppelpack genommen.

Bei zwei Stück relativiert sich der Preis natürlich etwas. Rund 29 Euro für einen einzelnen Displayschutz finde ich dagegen sehr teuer, zumal du für dieses Geld bereits mehrere günstige Displayschutzgläser bekommst.

Zum Zeitpunkt des Tests gibt es z. B. den Spigen EZ Fit Glas-Displayschutz mit Montagerahmen im 2er-Pack für 17,59 € bei Amazon oder noch günstiger den „TOCOL für iPhone 18 Pro Max für Panzerglas 6,9 Zoll, Einfache Montage“ im 2er-Pack für 10,44 €.

Die Kombination aus hohen Ausgangspreisen, Rabatten und Mengenangeboten finde ich wenig übersichtlich. Schau vor einem Kauf daher genau hin, wie viele Displayschützer du für den angezeigten Preis tatsächlich bekommst. Die Angebote können sich ändern.

 

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Fazit: Gute Haptik mit einem klaren Kompromiss

NoGlass von smart.engineered hat mich positiver überrascht, als ich aufgrund der auffälligen Werbung erwartet hatte.

Die Montage funktioniert einfach, die Displaydarstellung ist gut und vor allem die Haptik gefällt mir. NoGlass fühlt sich fast so glatt und angenehm wie Glas an und ist für mich deutlich besser als eine gewöhnliche Schutzfolie oder eine typische TPU-Folie.

Allerdings, bei allem Lob, müssen wir auch die Limits von NoGlass kennen! NoGlass ist am Ende Kunststoff. Dieser kann zwar nicht brechen, aber zerkratzen! Zumindest schneller als Glas.

Zwar scheint hier NoGlass auch etwas resistenter zu sein als 08/15-Kunststoff, aber bei weitem nicht so kratzfest wie Glas.

Ich habe nun NoGlass einige Tage auf meinem Smartphone und kann feine Kratzer bereits erkennen.

NoGlass wirst du also vermutlich nicht tauschen, weil es bricht, sondern vermutlich irgendwann, da es zu zerkratzt ist.

Eine pauschale Überlegenheit gegenüber Panzerglas sehe ich daher nicht. Wenn dir möglichst wenig Kratzer und das typische Glasgefühl besonders wichtig sind, würde ich weiterhin zu einem guten Displayschutzglas greifen.

Wenn du vor allem einen Schutz ohne die typischen Glasbrüche oder plötzlichen Risse suchst, ist NoGlass einen Blick wert, sofern der Preis für das gewählte Set passt.

Pro

  • Sehr angenehme und glatte Oberfläche für einen Kunststoffschutz
  • Deutlich bessere Haptik als einfache Schutzfolien und typische TPU-Folien
  • Einfache Montage mit dem beiliegenden Rahmen
  • Flexibles Material ohne typische Glasbrüche
  • Beim Messerversuch besser als erwartet

Kontra

  • In meinen Versuchen leichter zu zerkratzen als das Vergleichsglas
  • Hoher Preis beim Kauf eines einzelnen Displayschutzes

zum Hersteller und Produkt: https://smart-engineered.com/products/noglass-der-unzerstoerbare-displayschutz

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Michael Barton
Michael Barton
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