Die Logitech MX-Master-Serie gilt im Allgemeinen als die beste Office-Maus. So hat Logitech hier sehr viele Punkte richtig gemacht!
Allerdings hat beispielsweise die MX Master 4 auch Schwächen, neben dem hohen Preis. Dies ist vor allem das hohe Gewicht und der vergleichsweise schwache Sensor bzw. die niedrige Pollingrate.
Keychron bietet mit der M6 eine interessante Alternative zur Logitech MX Master 4 an, welche auf dem Papier extrem stark wirkt! So ist die Keychron M6 deutlich leichter, günstiger und hat einen sogar gaming-tauglichen High-End-Sensor mit einer passenden Pollingrate. Dabei hat die M6 eine ähnliche ergonomische Form, ein vergleichbares dynamisches Mausrad und auch optional Bluetooth.
Ist also die Keychron M6 die bessere MX Master? Finden wir dies im Test heraus!
Haptik und Optik
Auf den ersten Blick haben die MX Master 4 und die Keychron M6 eine sehr ähnliche Form. Beides sind recht große Mäuse mit einer markanten Daumenablage. Dabei sind beide Mäuse auch leicht seitlich gekippt. Wir haben hier keine Vertikal-Mäuse, aber diese sind schon ein Mittelding und entlasten das Handgelenk ein Stück weit.
Rein haptisch hat allerdings die Logitech MX Master 4 ganz klar die Nase vorne! Die komplette Oberfläche der MX Master 4 fasst sich einfach hochwertiger und stabiler an. Wir haben hier eine viel hochwertigere und angenehmere Textur.
Die Keychron M6 hingegen besteht aus einem ganz einfachen glatten Kunststoff. Dieser ist OK, aber kein Vergleich zur Logitech-Maus, welche über mehrere verschiedene Materialien und Texturen verfügt. Auch bei der Haltbarkeit sehe ich eher Logitech vorne. Die Keychron M6 nutzt einen Kunststoff, von dem ich glaube, dass er schnell Glanzstellen bekommt, was die Maus schnell „speckig“ aussehen lässt. Das ist aber nur eine Anmerkung.
Allerdings kommt diese Massivität der MX Master 4 auch zu einem Preis: dem Gewicht.
- Logitech MX Master 4 – 150 g
- Keychron M6 – 86 g
Mit 150 g ist die MX Master 4 sehr schwer! Auch die Keychron M6 ist mit 86 g verglichen mit einigen Gaming-Mäusen kein absolutes Federgewicht, aber gerade bei schnellen Bewegungen hat die M6 die Nase vorne.
Bluetooth, USB-Empfänger und Kabel
Beide Mäuse verfügen über die Möglichkeit, mit 3 Geräten auf einmal gekoppelt zu werden. Hierfür findet sich auf der Unterseite eine Taste, mit welcher du zwischen den Geräten durchschalten kannst.
Dabei besitzt sowohl die MX Master 4 als auch die Keychron M6 Bluetooth und einen 2,4-GHz-Funkempfänger. Die Keychron M6 kann auch klassisch via Kabel mit deinem PC verbunden werden.
Akkulaufzeit
Logitech bewirbt die Akkulaufzeit der MX Master 4 mit „bis zu 70 Tagen“. Leider ist hier nicht klar zu entnehmen, wie lange die Nutzung pro Tag ist. Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht 70 × 24 h sind. Vermutlich rechnet Logitech mit 8 Arbeitsstunden pro Tag oder Ähnlichem.
Bei der M6 hängt die Akkulaufzeit stark von der Art der Verbindung und vor allem der eingestellten Pollingrate ab. Im besten Fall kommen wir auf 180 Stunden, im schlechtesten Fall auf 35 Stunden.
Unterm Strich ist die Akkulaufzeit beider Mäuse sehr gut und kein Kritikpunkt.
Gefühl in der Hand / Ergonomie
Die Ergonomie ist die größte Stärke der Logitech MX-Master-Serie. Diese liegen einfach sehr komfortabel in der Hand. Erfreulicherweise ist dies aber ein Punkt, den die Keychron M6 sehr gut macht.
Beide Mäuse haben eine sehr ähnliche Form. Tendenziell ist die MX Master 4 aber etwas größer und liegt noch etwas „entspannter“ in der Hand. Die MX Master 4 füllt deine Handfläche ziemlich komplett aus. Die Keychron M6 ist einen Hauch kleiner und erlaubt sogar einen Fingertip-Grip, neben dem Palm-Grip.
An sich halte ich für eine Office-Maus die Form der MX Master 4 für leicht überlegen, aber das Gewicht … Die MX Master 4 ist sehr schwer, und nutzt du die Maus über Stunden, kann das tatsächlich auffallen und etwas die Hand belasten. Die 86 g der Keychron M6 sind um einiges angenehmer! Die M6 fühlt sich viel leichter und freier an.
Am Ende ist es natürlich etwas Geschmackssache, aber ich denke, die M6 ermüdet weniger, auch wenn die MX Master 4 eine sehr gut optimierte Form hat.
Das Mausrad
Das Freewheel-Mausrad war eine der größten Neuerungen der MX-Master-Serie. So besitzt das Mausrad der Master 4 zwei Modi: einen normal abgestuften Modus und einen Free-Flow-Modus. Die MX Master wechselt automatisch zwischen diesen beiden Modi. Scrollst du langsam, dann hast du den präzisen Modus mit Abstufungen; scrollst du schnell, dann den schnellen Free-Flow-Modus. Das funktioniert in der Praxis hervorragend und ist ein großer Mehrwert!
Auch die Keychron M6 bringt bei ihrem Mausrad zwei Modi mit. Der Unterschied ist allerdings, dass du hier manuell wechseln musst. Es gibt keinen automatischen Wechsel! Zum Wechseln musst du die Taste hinter dem Mausrad drücken.
Generell ist das Mausrad der M6 ziemlich gut, und auch das manuelle Wechseln in den Free-Flow-Modus kann bei langen Tabellen usw. durchaus Sinn machen. Dennoch hat hier die MX Master 4 klar die Nase vorne – sie hat einfach das beste Mausrad am Markt.
Daumenrad
Beide Mäuse verfügen auch über ein Daumen-Mausrad für das horizontale Scrollen. Dieses ist bei der MX Master 4 aber klar besser. Bei der Keychron M6 ist es zu straff und hat zu wenig Grip.
2× Silent
Beide Mäuse setzen auf „Silent“-Maustasten. Das heißt, du hörst keinen Klick – ideal für ein Büroumfeld oder für Streamer. Und ja, beide Mäuse machen einen super Job, den Klick zu dämpfen.
Tendenziell ist die M6 sogar noch etwas leiser, aber dafür ist der Klick etwas „schwammiger“ als bei der MX Master 4, welche präziser, aber etwas lauter klickt.
Sensor und Pollingrate
Der Logitech Darkfield 8K Sensor in der MX Master 4 ist ein absolut solider und guter Sensor. Allerdings hat Logitech die Pollingrate auf rund 125 Hz limitiert. Neben dem hohen Gewicht ist das der größte Nachteil, gerade beim Gaming.
125 Hz = die Maus übermittelt 125× pro Sekunde ihre Position. Klingt viel, ist aber das Minimum für eine flüssige Mauszeigerbewegung.
Keychron setzt bei der M6 Silent hingegen auf den PixArt PAW 3950 Sensor. Der PixArt PAW 3950 ist ein anderes Biest als der Darkfield 8K Sensor. Wir können durchaus das Argument machen, dass der PixArt PAW 3950 der derzeit beste Maussensor ist! Technisch ist er in allen Belangen dem Logitech-Sensor überlegen, und normalerweise finden wir ihn eher in Oberklasse-Gaming-Mäusen.
Hinzu kommt, dass die Keychron M6 eine Pollingrate von bis zu 8.000 Hz (via USB-Empfänger) unterstützt. Wichtig: via Bluetooth kommen wir auch bei der M6 maximal auf 125 Hz.
Technisch ist die Keychron M6 damit eine High-End-Gaming-Maus im Gehäuse einer Office-Maus. Gerade für Nutzer, die eine Hybrid-Nutzung anstreben – Office + Content Creation + Gaming –, ist die Keychron M6 absolut überlegen. Für reines Office und normales Content Creation ist aber auch der Sensor der MX Master 4 OK.
Software
Bei der Software gehen Logitech und Keychron völlig andere Wege! Logitech bietet für die MX Master eine klassische Desktop-Software an. Diese bietet viele Funktionen, wie auch Plugins für Anwendungen wie Lightroom, Photoshop usw. für einige Sonderfunktionen. Allerdings braucht es für diese Funktionen eine Zwangsregistrierung, und die Software muss konstant im Hintergrund laufen.
Viele dieser Funktionen halte ich auch in der Praxis eher für ein Gimmick, genau wie den „Motor für haptisches Feedback“, den Logitech in der MX Master 4 verbaut hat.
Keychron wiederum bietet keine Desktop-Software an. Stattdessen gehst du auf die Webseite https://launcher.keychron.com/ – dort hast du eine WebUI, welche dir die Konfiguration deiner Maus erlaubt. Keine Registrierung erforderlich, keine Software, die Ressourcen frisst, und grundsätzlich unter jedem Betriebssystem verfügbar. Dabei lassen sich hier auch erweiterte Funktionen anlegen, wie Makros usw., die sich auf der Maus speichern lassen. Ebenso gibt es erweiterte Einstellungen wie Lift-off Distance usw.
Im Gegenzug ist Keychron aber nicht so tief in deinen Apps und deinem Betriebssystem verwoben. Beide Herangehensweisen haben hier klare Vor- und Nachteile. Zwar nutze ich Photoshop und Lightroom, aber so zu 100 % bin ich mit den Erweiterungen und den Sonderfunktionen der MX Master nie warm geworden. Daher mag ich persönlich glatt Keychron in diesem Punkt mehr.
Fazit
Die Keychron M6 Silent ist definitiv eine der spannendsten Mäuse, die ich in letzter Zeit testen konnte, und sie zeigt eindrucksvoll, dass Logitech in Sachen MX Master nicht mehr allein auf dem Markt der High-End-Office-Mäuse ist.
Stellen wir die beiden Mäuse nochmal kurz gegenüber:
Logitech MX Master 4
- Haptik & Verarbeitung: Klar überlegen, Premium-Materialien, hochwertige Texturen
- Ergonomie: Minimal entspanntere Form für den klassischen Palm-Grip
- Mausrad: Das beste am Markt – der automatische Wechsel zwischen Abstufung und Free-Flow ist Gold wert
- Daumenrad: Präziser und besser nutzbar
- Silent-Klick: Etwas präziser im Anschlag
- Sensor & Pollingrate: Solide, aber mit nur 125 Hz auf klassisches Office-Niveau limitiert
- Software: Tiefe Integration in Photoshop, Lightroom & Co., aber mit Zwangsregistrierung und Hintergrunddienst
Keychron M6 Silent
- Gewicht: Mit 86 g statt 150 g deutlich angenehmer über lange Arbeitstage
- Preis: Merklich günstiger
- Sensor & Pollingrate: PixArt PAW 3950 mit bis zu 8.000 Hz – absolute High-End-Gaming-Klasse
- Konnektivität: Bluetooth, 2,4-GHz-Funk und Kabel, mit 3 gekoppelten Geräten
- Software: WebUI ohne Registrierung, keine Hintergrunddienste, plattformunabhängig
- Silent-Klick: minimal schwammiger
- Sehr gutes Mausrad: Aber ohne automatisches Wechseln in den Free-Flow-Modus
Unterm Strich haben wir hier zwei sehr gute Mäuse mit unterschiedlichen Stärken.
Ist die Keychron M6 die bessere MX Master? Jein! Rein haptisch und beim Mausrad hat die Logitech MX Master 4 weiterhin die Nase vorne. Wer also eine reine Office-Maus sucht, viel scrollt und Wert auf Premium-Materialien legt, bekommt mit der MX Master 4 ein absolut rundes Gesamtpaket – muss dafür aber mit dem hohen Gewicht, der limitierten Pollingrate und dem stolzen Preis leben.
Die Keychron M6 Silent hingegen ist für mich die klare Empfehlung für Hybrid-Nutzer. Willst du eine ergonomische Office-Maus, die aber auch beim Gaming oder bei schnelleren Bewegungen in der Content Creation nicht schlapp macht, gibt es am Markt aktuell kaum eine bessere Option. Du bekommst eine High-End-Gaming-Maus im Gehäuse einer Office-Maus – und das zu einem deutlich günstigeren Preis als die Logitech.














