Mit dem HF6 bietet Hoover einen neuen Akkustaubsauger in der Mittelklasse an. Dieser kann auf dem Papier mit einer 250 AW Saugleistung und bis zu 100 Minuten Akkulaufzeit punkten. Gerade das Laufzeitversprechen ist gewaltig!
Hinzu kommt eine Erkennung, in welche Richtung du den Sauger bewegst, ein Bodensensor, der den Bodenbelag erkennt, und 5 Jahre Garantie.
Klingt doch für rund 300 € im ersten Moment gar nicht schlecht, oder? Aber wie sieht es in der Praxis aus? Kann hier der Hoover HF6 Home überzeugen?
Finden wir dies im Test heraus!
Der Hoover HF6 Home im Test
Der HF6 setzt auf das typische Handstaubsauger-Design, welches mit Aufsätzen entsprechend verlängert werden kann, um ihn als Bodenstaubsauger zu nutzen.
Dabei nutzt Hoover das derzeit beliebte und moderne Design mit einem länglichen Schmutzauffangbehälter am vorderen Ende. Dieser kann mit einem „Knopfdruck“ über einer Mülltonne entleert werden.
Der Schmutzauffangbehälter hat eine Kapazität von 0,7 L. Nicht gewaltig groß, aber in der Regel ausreichend.
Gesteuert wird der HF6 über 3 Tasten am Handgriff: Ein/Aus sowie eine Taste für mehr und eine Taste für weniger Leistung.
Zudem haben wir eine Anzeige, welche dir sagt, auf welcher Stufe der Sauger eingestellt ist, und dir den aktuellen Akkustand verrät.
Diese Anzeige ist sehr minimalistisch! Viele Konkurrenzmodelle haben in dieser Klasse etwas aufwendigere Anzeigen, allerdings kann Minimalismus auch etwas Positives sein.
Grundsätzlich liegt der HF6 gut in der Hand. So ist die Form des Handgriffs sehr gut gelungen! Allerdings ist der HF6 recht schwer und frontlastig, weshalb dieser etwas ins Handgelenk geht.
EPA-Filter
Wie die meisten Staubsauger besitzt der Hoover HF6 mehrere Stufen von Filtern, welche die Luft reinigen.
Der HF6 setzt als „letzte Stufe“ auf einen sogenannten EPA-Filter. EPA steht für Efficient Particulate Air, also effizienter Partikelfilter.
EPA-Filter sind eine Stufe „schlechter“ als HEPA-Filter, wie wir diese aus Luftreinigern kennen, sind aber im Gegenzug etwas luftdurchlässiger, was der Leistung zuträglich ist. Ebenso setzen sich EPA-Filter nicht ganz so schnell zu wie HEPA-Filter.
Im Allgemeinen bieten diese eine gute bis sehr gute Reinigung der Luft und filtern 95 %+ selbst der feinsten Partikel aus der Luft.
Lediglich wenn du ein extremer Allergiker bist, dann würde ich nach einem Modell mit HEPA-Filter suchen. Für die meisten Normalnutzer ist der Filter im Hoover HF6 vollkommen ausreichend, wenn auch nicht extrem umfangreich.
Bodenerkennung
Die Bodenbürste des HF6 kann automatisch den Untergrund erkennen. Genau genommen kann die Bürste zwischen Teppich und flachem Boden unterscheiden.
Entsprechend wird die Motorgeschwindigkeit in der Bürste angepasst. Auf Teppichen dreht die Bürste etwas schneller, auf glatten Böden etwas langsamer, was Sinn macht.
250 AW
Auf dem Papier hat der Hoover HF6 eine sehr beachtliche Saugleistung von 250 AW.
AirWatt (AW) ist eine Maßeinheit für die tatsächliche Saugleistung eines Staubsaugers. Sie beschreibt nicht nur die Motorleistung, sondern kombiniert Luftstrom und Unterdruck zu einem realistischen Wert für die effektive Reinigungsleistung. Dadurch lässt sich besser beurteilen, wie viel Schmutz ein Gerät tatsächlich aufnehmen kann.
Je höher der AirWatt-Wert, desto stärker ist in der Regel die Saugkraft. Akkustaubsauger liegen meist zwischen etwa 100 und 300 AW:
- ca. 100–150 AW → Standard-Leistung für Hartböden
- ca. 150–220 AW → starke Allround-Leistung
- ab ca. 250 AW → sehr hohe Saugleistung für Teppiche und Tierhaare
Wichtig ist jedoch: Die tatsächliche Reinigungsleistung hängt auch von Faktoren wie Bürste, Düse, Luftführung und Filtertechnik ab. AirWatt dient daher als guter Richtwert, ist aber nicht der einzige entscheidende Faktor beim Vergleich von Staubsaugern. Zumal dieser Wert vom Hersteller selbst ermittelt wird und dies in der Regel unter optimalen Bedingungen.
| Modell | Max. AW |
| Dyson V16 Piston Animal | 315 AW |
| Dreame Z30 | 310 AW |
| Dyson Gen5detect | 280 AW |
| Samsung Bespoke Jet AI | ≈280 AW |
| Dreame Z20 | 250 AW |
| Dyson V15 Detect | 240 AW |
| Dyson V15s Detect Submarine | 240 AW |
| Dyson V15 Detect Fluffy / Absolute | 240 AW |
| Dyson V11 Outsize | 220 AW |
| Dyson V11 Torque Drive | 185 AW |
| Dyson V11 Advanced / Extra | 200 AW |
| Dyson V12 Detect Slim | 150 AW |
| Dyson V10 Absolute | 150 AW |
| Dyson V8 | 115 AW |
Dennoch sind 250 AW beim HF6 beachtlich. Damit sortiert er sich klar in die Oberklasse ein.
Saugleistung in der Praxis
Wie sieht es in der Praxis aus? Hier kann ich zunächst bestätigen, dass die „Motorleistung“ wirklich sehr hoch ist! Heißt, wir haben einen sehr hohen Luftdurchsatz und ein starkes Vakuum.
Auch die Bodenbürste ist gut. Diese liegt stabil auf dem Boden, wirkt stabil und hat auch bei höheren Teppichen genug Leistung.
Entsprechend haben wir zunächst auf glatten Böden auch bei „minimal“ eingestellter Leistung ein gutes Reinigungsergebnis. Haare, Staub und Ähnliches werden ohne Probleme aufgenommen.
Offen gesagt, dies ist auch keine Überraschung. Haare und Hausstaub auf glatten Böden sind für die meisten Sauger der Mittelklasse oder Oberklasse keine große Sache.
Auf Teppichen wird es interessanter. Auch hier liefert der Hoover HF6 Home eine gute Leistung. Allerdings muss für eine wirklich gute Leistung die Saugleistung etwas angehoben werden.
Die Bodenbürste des HF6 „gräbt“ sich weniger in den Teppich, als ich es von einigen anderen Modellen in dieser Klasse kenne. Für kleine Läufer usw. begrüßenswert, aber für tiefe Teppiche nicht optimal. Hier müssen wir dies durch die hohe Motorleistung kompensieren, sodass sich die Bodenbürste mehr ansaugt.
Dies gelingt auch durchaus! Drehen wir die Saugleistung auf das Maximum, dann zeigt der Hoover HF6 Home eine tadellose Reinigungsleistung, auch in Kombination mit Tierhaaren.
Solide Akkulaufzeit
Hoover wirbt mit einer Laufzeit von bis zu 100 Minuten. Das ist allerdings nur unter absoluten Optimalbedingungen der Fall, also ohne Bodenbürste und bei minimaler Leistung.
Realistisch sind zwischen 40 und 22 Minuten, je nachdem, in welchem Modus du bist. Bei hoher Leistung sind wir eher bei 22 Minuten.
Das ist allerdings weiterhin okay, das machen die meisten anderen Modelle nicht besser, ganz im Gegenteil.
Fazit
Der Hoover HF6 Home hinterlässt im Test einen gemischten Eindruck. Auf der einen Seite bekommst du einen leistungsstarken Akkustaubsauger mit hoher Motorleistung, guter Saugleistung auf Hartböden und solider Performance auf Teppichen – vorausgesetzt, du nutzt eine höhere Leistungsstufe. Auch Features wie die automatische Bodenerkennung, die ordentliche Akkulaufzeit im Alltag und die lange Garantie sprechen für das Modell.
Auf der anderen Seite zeigt sich aber auch, dass der HF6 für ein Gerät in der rund 300-€-Preisklasse nicht überall überzeugen kann. Die Verarbeitung ist solide, aber nicht besonders hochwertig, die Anzeige sehr minimalistisch und der Sauger wirkt recht schwer sowie deutlich frontlastig. Auch der Einsatz eines EPA- statt eines HEPA-Filters wirkt in dieser Preisklasse etwas konservativ, aber realistisch betrachtet für alle außer extremen Allergikern passend.
Unterm Strich ist der Hoover HF6 Home ein leistungsstarker und grundsätzlich guter Akkustaubsauger, der seine Kernaufgabe zuverlässig erfüllt. Für rund 300 € hätte ich mir allerdings ein etwas runderes Gesamtpaket, mehr Komfort und eine hochwertigere Ausstattung gewünscht. Wenn du vor allem viel Saugleistung und eine solide Laufzeit suchst, kannst du mit dem HF6 aber zufrieden sein.
✅ Pro
- Sehr hohe Motorleistung (250 AW)
- Gute Reinigungsleistung auf Hartböden
- Gute Teppichleistung bei hoher Leistungsstufe
- Automatische Bodenerkennung (Teppich / Hartboden)
- Solide Akkulaufzeit im Alltag (ca. 22–40 Minuten realistisch)
- Großer 0,7-Liter-Staubbehälter
- Einfache Entleerung per Knopfdruck
- 5 Jahre Garantie
- Minimalistische, übersichtliche Anzeige
❌ Kontra
- Relativ schwer und deutlich frontlastig
- Auf Teppichen nur mit höherer Leistungsstufe wirklich stark
- EPA- statt HEPA-Filter (für starke Allergiker weniger geeignet)
- Anzeige sehr schlicht im Vergleich zur Konkurrenz
- Verarbeitung solide, aber nicht besonders hochwertig für ~300 €
- 100 Minuten Laufzeit nur unter Idealbedingungen erreichbar









