Wir haben uns vor Kurzem die Lithium-AA-Akkus von XTAR im Test angesehen, welche den Test regelrecht dominiert haben!
Die XTAR AA CLR 4300 sind die besten Lithium-AA-Akkus. Aber was ist mit AAA-Akkus? XTAR bietet hier auch Modelle an, wie z. B. die XTAR AAA 1.5V LR 900.
Diese Lithium-AAA-Akkus scheinen allerdings eher auf Komfort als auf das Maximale an Kapazität optimiert zu sein. Denn diese verfügen laut Hersteller „nur“ über 600 mAh bzw. 900 mWh.
Dafür haben sie aber einen integrierten USB-C-Port. Wollen wir uns das Ganze einmal im Test ansehen, ob vielleicht in den Akkus doch eine kleine Überraschung steckt.
Die XTAR AAA 1.5V LR 900 im Test
Bei den XTAR AAA 1.5V LR 900 handelt es sich auf den ersten Blick um typische AAA-Akkus. So haben diese den ganz normalen AAA-Formfaktor und bringen 7,2 g auf die Waage, was vergleichsweise leicht ist.
Das niedrige Gewicht ist allerdings bei Lithium-basierten Akkus kein Grund zur Sorge.
Das Design der Akkus ist schick, hochwertig, aber jetzt auch nicht außergewöhnlich.
Außergewöhnlich ist lediglich der USB-C-Port an der Seite der Akkus. Ja, du kannst diese einfach direkt an einem USB-C-Ladegerät aufladen!
Damit das Laden der 4 Akkus im Set etwas komfortabler ist, legt XTAR ein USB-A-zu-4x-USB-C-Kabel bei. So kannst du alle Akkus auf einmal laden.
Vorteile und Nachteile von Lithium-AAA-Akkus
Warum überhaupt Lithium-AAA-Akkus kaufen? Klassische NiMH-Akkus sind schließlich seit vielen Jahren bewährt.
Ein wichtiger Unterschied ist die Spannung. NiMH-Akkus besitzen eine Nennspannung von 1,2 V, während Lithium-AAA-Akkus meist mit 1,5 V beworben werden. Viele Modelle halten diese Spannung über einen großen Teil der Entladung konstant. Das kann bei Geräten helfen, die mit der niedrigeren Spannung von NiMH-Akkus nicht gut zurechtkommen oder diese vorschnell als leer melden.
Allerdings gibt es hier eine Besonderheit: Die XTAR LR 900 halten ihre Spannung nicht konstant! Diese fällt während der Nutzung langsam ab. Darauf gehen wir beim Spannungsverlauf noch genauer ein.
Was spricht grundsätzlich für Lithium-AAA-Akkus?
- Höhere Ausgangsspannung: Je nach Modell stehen über weite Teile der Entladung rund 1,5 V zur Verfügung.
- Integrierte Schutzschaltung: Diese kann die interne Lithium-Zelle vor Überlastung und zu tiefer Entladung schützen.
- Niedriges Gewicht: Die hier getesteten XTAR bringen gerade einmal 7,2 g auf die Waage.
- Bequemes Laden bei Modellen mit USB-C: Bei den XTAR benötigst du kein separates Akkuladegerät.
Allerdings gibt es auch Nachteile:
- Keine pauschal höhere Kapazität: Ein Lithium-AAA-Akku muss nicht länger durchhalten als ein guter NiMH-Akku.
- Zusätzliche Elektronik: Spannungswandlung und Schutzschaltung benötigen Platz und verbrauchen selbst etwas Energie.
- Begrenzte Belastbarkeit: Wie viel Strom du entnehmen kannst, hängt von der verbauten Elektronik ab.
- Besonderheiten beim Laden: Ein gewöhnliches NiMH-Ladegerät ist für solche Lithium-Akkus nicht geeignet.
- Ladestandsanzeige teilweise ungenau: Bei Modellen mit konstanter Spannung kann ein Gerät nur schwer erkennen, wie voll der Akku noch ist.
Gerade der letzte Punkt ist bei den XTAR interessant. Durch die sinkende Spannung haben Geräte grundsätzlich die Möglichkeit, den Ladestand besser abzuschätzen. Ob das in der Praxis funktioniert, hängt allerdings vom jeweiligen Gerät ab.
Kapazitätsmessung der XTAR AAA LR 900
XTAR gibt die Kapazität der LR 900 mit 600 mAh an. Zusammen mit den beworbenen 1,5 V ergeben sich rechnerisch 900 mWh. Aber wie viel davon kommt in der Praxis heraus?
Hierfür habe ich alle vier Akkus bei einer Last von 0,1 A und 0,2 A entladen.
| Akku | Kapazität bei 0,1 A | Kapazität bei 0,2 A |
| Akku 1 | 729 mWh | 705 mWh |
| Akku 2 | 763 mWh | 764 mWh |
| Akku 3 | 702 mWh | 686 mWh |
| Akku 4 | 726 mWh | 741 mWh |
| Durchschnitt | 730 mWh | 724 mWh |
Im Schnitt landen wir damit bei 727 mWh. Dies entspricht rund 81 % der genannten 900 mWh.
Das ist zunächst kein überragendes Ergebnis. Positiv ist allerdings, dass die höhere Last kaum einen Einfluss auf die durchschnittlich entnehmbare Energie hat. Zwischen 0,1 A und 0,2 A liegen gerade einmal 6 mWh Unterschied. Ab 0,4 A Last sehen wir allerdings einen Einbruch der Spannung, eine Last, die aber in der Praxis bei AAA-Akkus eigentlich nie vorkommen wird.
Zwischen den einzelnen Akkus gibt es etwas mehr Streuung. Akku 2 liefert bei beiden Laststufen die höchsten Werte, während Akku 3 jeweils am schwächsten abschneidet.
Interessant wird es, wenn wir zusätzlich auf die mAh-Werte schauen.
| Entladestrom | Durchschnittliche Kapazität |
| 0,1 A | 575,25 mAh |
| 0,2 A | 588,25 mAh |
| Gesamtdurchschnitt | 581,75 mAh |
Mit durchschnittlich rund 582 mAh erreichen die XTAR etwa 97 % der angegebenen 600 mAh. Das sieht deutlich besser aus!
Wie passt das zusammen? Die Akkus liefern während der Entladung eben nicht durchgehend 1,5 V. Entsprechend kannst du die gemessenen mAh nicht einfach mit 1,5 multiplizieren, um die tatsächlich abgegebene Energie zu erhalten.
Die 600-mAh-Angabe wird also weitgehend erreicht. Bei der nutzbaren Energie bleiben die Akkus aufgrund der niedrigeren Spannung über weite Teile der Entladung aber deutlich unter 900 mWh.
Kapazitätsvergleich mit anderen Lithium-AAA-Akkus
Wie schlagen sich die XTAR im Vergleich mit den bisher getesteten Lithium-AAA-Akkus? Hier betrachten wir die gemessene Energie in mWh, damit die unterschiedlichen Spannungsverläufe berücksichtigt werden.
| Modell | Bei 0,1 A | Bei 0,2 A |
| Linogy AAA | 1.107 mWh | 1.107 mWh |
| PUJIMAX Lithium AAA 1100 mWh | 959 mWh | 1.000 mWh |
| K&F CONCEPT AAA Lithium 1300 mWh | 921 mWh | 933 mWh |
| imuto Lithium AAA 1300 mWh | 743 mWh | 761 mWh |
| XTAR AAA LR 900 USB-C | 730 mWh | 724 mWh |
Bei der Kapazität landen die XTAR auf dem letzten Platz dieses Vergleichs. Der Abstand zu den imuto ist allerdings überschaubar. Über beide Laststufen gemittelt liegen die XTAR nur rund 3 % dahinter.
Deutlicher fällt der Unterschied zu K&F CONCEPT, PUJIMAX und Linogy aus. Gegenüber den Linogy liefern die XTAR rund 34 % weniger Energie.
Allerdings wäre es etwas unfair, hier nur auf die Kapazität zu schauen. Die XTAR sind die einzigen Akkus in diesem Vergleich, die einen USB-C-Port direkt im Akku besitzen.
Du benötigst also keine zusätzliche Ladebox und kein spezielles Ladegerät. Ein passendes USB-Kabel und eine USB-Stromquelle reichen aus. Gerade unterwegs ist das praktisch.
USB-C-Buchse und die erweiterte Ladeelektronik müssen zudem im kleinen AAA-Gehäuse untergebracht werden. Dass dann weniger Platz für die eigentliche Zelle bleibt, ist plausibel.
Bei den XTAR steht damit klar der Ladekomfort im Vordergrund. Suchst du hingegen möglichst viel Energie im AAA-Format, schneiden die anderen Modelle im Vergleich besser ab.
Spannungsverlauf der XTAR AAA LR 900
Beim Spannungsverlauf haben mich die XTAR etwas überrascht. Von vielen Lithium-AA- und AAA-Akkus kennen wir eine weitgehend konstante Spannung, die erst kurz vor Ende absinkt.
Die LR 900 verhalten sich anders. Bereits nach Beginn der Entladung sinkt die Spannung langsam und kontinuierlich. XTAR beschreibt dieses Verhalten auch ausdrücklich als Eigenschaft des Modells.
In der aufgezeichneten Messung bei rund 0,1 A sehen wir folgenden Verlauf. Die Prozentangaben beziehen sich auf die bis zum Messende entnommene Ladung in mAh.
| Anteil der entnommenen Ladung | Spannung ungefähr |
| Beginn | 1,51 V |
| 10 % | 1,44 V |
| 25 % | 1,37 V |
| 50 % | 1,29 V |
| 75 % | 1,25 V |
| 90 % | 1,20 V |
| Messende | 1,00 V |
Damit haben wir hier keine dauerhaft anliegenden 1,5 V. Bereits ungefähr zur Hälfte der gemessenen Entladung liegt die Spannung nur noch bei rund 1,29 V.
Das hat Vor- und Nachteile. Ein Gerät, das seinen Ladestand anhand der Batteriespannung einschätzt, kann mit einem solchen Verlauf möglicherweise besser umgehen als mit konstanten 1,5 V. Du hast also eher die Chance auf eine brauchbare Batteriestandsanzeige.
Benötigt dein Gerät dagegen eine möglichst hohe Spannung, sind die XTAR weniger ideal. Gerade der typische Vorteil vieler Lithium-AAA-Akkus, lange eine hohe Ausgangsspannung zu liefern, ist hier nur eingeschränkt vorhanden.
Fazit
Die XTAR AAA LR 900 sind vor allem dann interessant, wenn du deine Akkus möglichst unkompliziert laden möchtest. Der direkt integrierte USB-C-Port ist im Alltag ein echter Pluspunkt und in unserem Vergleichsfeld ein Alleinstellungsmerkmal.
Bei der Kapazität gibt es dagegen keinen neuen Spitzenreiter. Durchschnittlich 727 mWh reichen nur für den letzten Platz unter den hier verglichenen Lithium-AAA-Akkus. Immerhin werden die angegebenen 600 mAh mit durchschnittlich rund 582 mAh nahezu erreicht.
Etwas ungewöhnlich ist der kontinuierliche Spannungsabfall. Dieser kann einer brauchbaren Ladestandsanzeige entgegenkommen, bedeutet aber auch, dass du hier keine dauerhaft stabilen 1,5 V bekommst.
Entsprechend fällt mein Fazit etwas anders aus als bei den großen XTAR AA CLR 4300: Die LR 900 punkten mit Komfort, weniger mit maximaler Kapazität oder einer besonders stabilen Spannung. Ist dir das direkte Laden via USB-C wichtig, sind sie eine interessante Option. Suchst du hingegen die maximale Kapazität, gibt es ganz klar andere Modelle, die ich vorziehen würde.







