Serverumzug zu netcup: Techtest hat einen neuen Server

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Techtest läuft seit dieser Woche auf einem neuen Server. Der Umzug ist durch, für dich sollte sich nichts geändert haben, außer dass es (hoffentlich) etwas flotter geht.

Weil ich hier ja ständig über Hardware, NAS-Systeme und Homelab-Kram schreibe, dachte ich mir, dass der Umzug meiner eigenen Seite eigentlich auch mal einen Artikel wert ist. Vor allem, weil dabei ein paar Dinge herausgekommen sind, die mich selbst überrascht haben.

Und keine Sorge, das hier wird kein Werbetext für einen Hoster.

 

Der alte Server

Techtest war seit Anbeginn der Zeit bei Host Europe gehostet (meinen Erfahrungsbericht dazu findest du hier). Dort habe ich den Server seit 2016 3x geupgradet.

Zuletzt hatte ich folgendes Paket:

  • Virtual Server 10.0
  • 8 vCPUs „nicht näher definierte AMD EPYC Kerne“
  • 32 GB RAM
  • 400 GB SSD
  • „Fully Managed“

Für mich ein damals entscheidender Punkt war das „Fully Managed“. Klingt gut und heißt im Kern, jemand kümmert sich um Betriebssystem-Updates, und es gibt eine Nummer, die man anrufen kann.

In all den Jahren habe ich diesen Support genau einmal gebraucht, als ein automatisches Panel-Update WordPress zerlegt hatte. Ich hatte das Problem selbst gelöst, bevor die erste Antwort kam. Abseits davon wurde mir der Server nur einmal von Host Europe eingerichtet.

Fully Managed hatte ich deshalb gewählt, da ich mir damals einfach nicht zugetraut hatte, einen Root-Server komplett selbst einzurichten und sicher zu halten.

Allerdings lief auf diesem Server auch Plesk, mit dem ich erste Erfahrungen sammeln konnte.

Plesk ist eine Server-Management-Software. Heißt, du setzt z. B. einen Debian-Server auf, lässt einmal Updates laufen, installierst Plesk und bekommst dann eine halbwegs nutzerfreundliche UI, die Sicherheitsfeatures, Webserver usw. mit ein paar Klicks für dich macht.

Auch kann Plesk Software-Updates automatisch einspielen, hat eine Firewall usw.

Heißt, du musst dich weniger mit dem Terminal beschäftigen und nicht alles per Hand via SSH einrichten. Nachdem ich nun Plesk über Jahre kennengelernt hatte, wuchs mein Vertrauen, einen Root-Server komplett per Hand aufzusetzen.

 

Warum wechseln?

Der offensichtlichste Punkt für den Wechsel war der Preis. Das Fully Managed ist recht teuer und Host Europe ist nun auch kein Billig-Anbieter.

Hinzu kommen der Server-Standort und die Firmenstruktur, die mir ein Dorn im Auge war.

Host Europe war mal ein deutsch/englischer Anbieter:

  • 1997 Gründung
  • 2008 Übernahme durch Oakley Capital
  • 2010 Verkauf an Montagu Private Equity
  • 2013 Verkauf an Cinven & Zukauf von DomainFactory
  • 2016 Übernahme durch GoDaddy (US)

Mittlerweile gehören diese aber zum US-Anbieter GoDaddy. Grundsätzlich für mich kein NoGo, aber hinzu kam der Server-Standort.

Ursprünglich war der Serverstandort in Köln. Dann hat Host Europe / DomainFactory angefangen, seine Server nach Frankreich zu verlegen. Seit der Übernahme durch GoDaddy kommen nun niederländische Server in den Mix.

So war auch der Techtest-Server in den Niederlanden!

Auch dies ist an sich kein NoGo für mich, Server-Standort EU ist schon OK, aber alles in allem juckte es mich dann doch in den Fingern, den Anbieter zu wechseln.

 

Nie Probleme mit Host Europe gehabt!

WICHTIG! An dieser Stelle auch mal ein Lob an Host Europe, ich bin (habe da immer noch Domains) an sich ein zufriedener Kunde.

Ich hatte nie Probleme mit Host Europe, allerdings musste ich auch nie groß den Support bemühen. Server 1 und Server 3 (der letzte) liefen absolut zuverlässig, Server 2 hatte ein paar Mal Downtime damals, aber auch nichts Größeres (siehe auch Info: Techtest Serverumzug).

Würde ich Host Europe empfehlen? Wenn Server-Standort + Produkt für dich passt, dann ja!

 

Was hinter Techtest eigentlich steckt

Ein paar Zahlen, weil ich sie beim Umzug ohnehin messen musste und sie ganz interessant sind:

  • Über 3.000 Tests seit 2015
  • Rund 110.000 hochgeladene Bilder
  • Daraus 1,5 Millionen Dateien auf der Platte
  • Zusammen 118 GB allein an Bildern

Der Sprung von 110.000 auf 1,5 Millionen Dateien kommt daher, dass WordPress aus jedem Foto automatisch mehrere Größen erzeugt und mein Bildoptimierer zu jeder Größe dann noch moderne Formate wie WebP und AVIF anlegt. Aus einem einzigen hochgeladenen Foto werden so schnell 40 Dateien.

Ich hatte ehrlich gesagt Sorge, dass genau das den Umzug zur Qual macht. Millionen kleiner Dateien sind für jedes Backup und jede Migration die unangenehmste Datenform überhaupt.

Am Ende hat die komplette Übertragung 26 Minuten gedauert. Manchmal ist man einfach zu pessimistisch. Die Übertragung der Daten lief praktisch in Gbit-Geschwindigkeit durch.

 

Der neue Server

Aber was habe ich nun für einen Server? Der neue Techtest-Server-Anbieter ist netcup.

  • 8x dedizierte AMD EPYC 9645 Kerne
  • 16 GB DDR5 ECC
  • 512 GB NVMe
  • 2,5 Gbit Uplink
  • Serverstandort Nürnberg

Grundsätzlich ist dieser Server in allen Belangen ein Upgrade, außer beim RAM, was ja für 2026 fast schon passend ist.

Allerdings waren bei meinem alten Server auch nur rund 3 GB RAM aktiv belegt, der Rest wurde nur als Cache benutzt. Daher ist der Unterschied 16 GB zu 32 GB hier nicht groß relevant.

Die Hardware im Vergleich

alt (Host Europe) neu (netcup RS 2000 G12)
Standort Amsterdam, Niederlande Nürnberg, Deutschland
CPU 8 vCPU, geteilt 8 Kerne AMD EPYC 9645, dediziert
RAM 32 GB 16 GB DDR5 mit ECC
Speicher 400 GB SSD 512 GB NVMe
Betreuung Fully Managed selbst verwaltet
Panel Plesk Plesk

 

Performance-Zuwachs

Jetzt der Teil, den ich eigentlich schreiben wollte.

Ich bin davon ausgegangen, dass der neue Server Techtest doch noch einmal deutlich schneller macht. Neue CPU-Generation, dedizierte Kerne statt geteilter, moderner Speicher.

Gemessen habe ich dann: rund 15 Prozent.

15 % ist nicht furchtbar (vor allem, da der Server deutlich weniger kostet), aber es ist jetzt auch kein Zuwachs, der weltbewegend ist oder alleine den Wechsel gerechtfertigt hätte. Der Host-Europe-Server lief also schon recht gut.

Bei einer WordPress-Seite ist die Server-Hardware aber fast nie der echte Flaschenhals. Der eigentliche Gewinn liegt woanders, in der Konfiguration, in der Software, in dem, was sich über die Jahre so ansammelt.

 

Was ich beim Aufräumen gefunden habe

Weil ich ohnehin gerade unter der Haube war, habe ich mir den Rest auch angesehen.

Die Datenbank bestand zu fast 40 Prozent aus Müll. Ein Plugin, das ich vor Jahren deaktiviert hatte, hatte seine Tabellen einfach dagelassen, 1,6 GB und über sechs Millionen Zeilen.

Der Datenbank-Cache stand auf Werkseinstellung. MariaDB hält standardmäßig 128 MB im Arbeitsspeicher. Meine Datenbank ist ein Vielfaches davon groß. Jeder Zugriff jenseits dieser 128 MB ging also auf die SSD, obwohl reichlich Arbeitsspeicher frei war. Eine Anpassung hier hat mehr gebracht als der Hardware-Wechsel.

Und die Bilder liefen nur zur Hälfte optimal. Beim Umstellen der Bildauslieferung ist mir aufgefallen, wie groß der Unterschied zwischen den Formaten tatsächlich ist. Bei meinen Produktfotos ist WebP gegenüber dem klassischen JPEG kaum kleiner, AVIF dagegen etwa 60 Prozent. Seit dieser Woche bekommst du auf Techtest konsequent AVIF ausgeliefert, sofern dein Browser das unterstützt (ich hoffe, dass es funktioniert …).

Das ist der Punkt, der für dich als Leser den größten Unterschied macht.

Ein bildlastiger Testbericht mit 40 Fotos überträgt jetzt deutlich weniger Daten. Vor allem mobil und bei schlechter Verbindung.

 

Backups

Backups von Techtest laufen im Übrigen zu Hetzner auf eine Storage Box (zu Hetzner habe ich auch schon einen Erfahrungsbericht zu STORAGE SHARE geschrieben).

 

Unterm Strich

Mehr Leistung, garantierter Standort in Deutschland, volle Kontrolle über die Kiste und das Ganze für weniger Geld als vorher.

Was will man mehr? Hoffen wir nur, dass mir der Wechsel auf einen „selbst gemanagten“ Server nicht irgendwann in den Hintern beißt. Wobei, realistisch betrachtet sind WordPress und seine Plugins das viel, viel größere Risiko.

 

Falls etwas nicht funktioniert

Bei einem Umzug dieser Größe kann immer etwas durchrutschen. Wenn dir irgendwo ein Fehler oder eine Seite auffällt, die sich merkwürdig verhält: Schreib mir kurz. Entweder in die Kommentare oder an kontakt@techtest.org (alle Wege findest du auch auf der Kontaktseite).

Auch der Kommentarbereich und die Benachrichtigungen bei neuen Artikeln sollten normal laufen, falls nicht, sag ebenfalls Bescheid.

Danke fürs Lesen, und danke, dass ihr Techtest seit inzwischen über zehn Jahren am Leben haltet. Wenn du Techtest unterstützen möchtest: das geht mit nur einem Klick.

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Michael Barton
Michael Barton
Hi, hier schreibt der Gründer und einzige Redakteur von Techtest.org. Vielen Dank für das Lesen des Beitrags, ich hoffe dieser konnte dir weiterhelfen. Mehr Informationen über den Autor

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