Die CHUWI W – 100 Power Station im Test, günstiges 4 Port USB Ladegerät aus Asien

-

USB Ladegeräte auch mit Quick Charge gibt es auf der Amazon Plattform einige. Aber ab und zu schaue ich auch gerne einmal über den Tellerrand hinaus, in diesem Fall direkt nach Asien.

Der Hersteller CHUWI wird vermutlich den wenigsten etwas sagen, allerdings ist CHUWI ein eigentlich recht bekannter Hersteller von Tablets und Ähnlichem in Asien. Auch auf Techtest finden sich bereits ein paar Tests zu CHUWI Produkten. Heute soll es aber nicht um ein Tablet gehen, sondern um ein stink normales USB Ladegerät.

Wobei „normal“ vielleicht etwas untertrieben ist, die CHUWI W – 100 Power Station verfügt über vier USB Ports und Quick Charge 3.0. Das Beste, der Preis!

Für gerade mal 15€ ist die Power Station aus Asien erhältlich. Wollen wir uns doch einmal im Test ansehen, ob das Ladegerät für seinen Preis überzeugen kann!

 

Die CHUWI W – 100 Power Station im Test

Die CHUWI Power Station ist ein vier Port USB Ladegerät. Hierbei setzt der Hersteller allerdings auf ein etwas ungewöhnlicheres Design. Man nimmt „Power Station“ hier durchaus wörtlich. Das Ladegerät ist eine viereckige Plastikbox, welche an den Rändern ausklappbare Ständer besitzt.

Klappt man diese auf kann man auf den darunter liegenden USB Port zugreifen und in den Ständer das zu ladende Smartphone aufstellen.

Hier kann man sicherlich streiten ob dieses Design Vorteile gegenüber einem normalen Multiport Ladegerät mitbringt oder nicht. Allerdings kann man problemlos zwei Smartphones im Ladegerät aufstellen und wenn man kurze Ladekabel verwendet sieht das ganze Recht sauber aus.

Wie bereits erwähnt verfügt die Power Station allerdings über vier USB Ports und auch grundsätzlich vier Ständern, allerdings finden in diesen höchstens zwei Smartphones sicher Platz. Solltet Ihr alle Ports nutzen wollen, müssen zwei Smartphones neben der Ladestation liegen.

Wie sieht es mit der Leistung aus? Drei der vier USB Ports sind „normale“ 2,4A Ports, allerdings können diese gleichzeitig mit nur 3,4A belastet werden. Ein normales Smartphone nimmt in der Regel zwischen 1-1,7A auf, Ihr werdet vermutlich also nicht alle drei Ports gleichzeitig nutzen können oder der Überstromschutz wird das Laden abbrechen.

Der vierte Port ist ein Quick Charge 3.0 Anschluss. Dieser verfügt über 3A bei 3,6-6,5V, 2A bei 6,5-9V oder 1,5A bei 9-12V.

Dieser Quick Charge Port kann jederzeit zusätzlich zu den anderen Anschlüssen voll belastet werden. Insgesamt kann das CHUWI W – 100 also 35W Leistung liefern.

„Schön und gut aber funktioniert die Power Station überhaupt in Deutschland und brauche ich einen Adapter?“ Bei meiner Power Station lag bereits ein passendes „EU“ Netzkabel bei und selbst wenn dies nicht der Fall gewesen wäre, wäre dies auch kein Problem. Die Power Station nutzt den Standard Kleingerätestecker. Zudem funktioniert das Ladegerät auch mit unseren 240V. Es ist sogar ein CE Zeichen vorhanden!

 

Wie teste ich?

Grundsätzlich messe ich Spannung und Stromstärke mit einem „PortaPow Premium USB + DC Power Monitor Leistungsmesser / Leistungsmessgerät Digital Multimeter Amperemeter V2“.

Dieses liefert eine Messgenauigkeit auf bis zu 0.0001 A-0.0001 V.

Als konstante Last nutze ich USB Widerstände. Mit diesen werde ich das Netzteil ca. 4 Stunden mit 90+% Last „quälen“ wobei ich die Temperatur messe und schaue ob es Auffälligkeiten (oder sogar Ausfälle) gibt.

testsetup-1

Zu guter Letzt checke ich ob es an verschiedenen Endgeräten „Probleme“ beim Laden gibt. Wichtig meine Ladegeschwindigkeits Tests führe ich mit einem Referenz-Kabel durch. Auf der microUSB Seite wäre dies das Powerline von Anker, beide Kabel liefern die bestmögliche Ladeleistung. Für Apple Geräte verwende ich das Original Apple Kabel, nicht weil es das beste ist sondern einfach weil es jeder hat.

Solltet Ihr andere Ladekabel verwenden kann dies eure Ladegeschwindigkeit Negativ beeinflussen, siehe ein Test dazu HIER.

Das Messen des Stromverbrauchs im Leerlauf geschieht mit einem Voltcraft Energy Logger 4000.

Wichtige Information zur Ladegeschwindigkeit. Nur weil ein USB Ausgang maximal 2,4A oder 2A liefern kann, bedeutet dies noch lange nicht, dass Smartphone, Tablet und Co. auch mit der maximalen Geschwindigkeit an diesem Port laden. Hier spielen noch andere Faktoren eine Rolle. Dementsprechend ist diese Aussage welche oftmals getroffen wird „Powerbank XYZ ist super schnell da sie einen 2,4A Ausgang besitzt“ nicht ganz richtig. In der Praxis gibt es teilweise massive Unterschiede zwischen einzelnen Modellen auch wenn die USB Ports angeblich die gleiche maximale Leistung liefern können.

 

Messwerte

Beginnen wir einfach mit dem Interessantesten der Ladeleistung. Hier wird es nun etwas kompliziert. Positiv, der Quick Charge 3.0 funktioniert tadellos und bringt sogar eine Apple Optimierung mit!

Heißt LG G6, Samsung Galaxy S8 usw. wie auch eigentlich nicht Quick Charge fähige Geräte (Apple iPhone 7+ und iPad Pro) werden schnell geladen! Dies ist nicht immer selbstverständlich!

Bei den drei normalen Ports ist es nicht so einfach. Anhand der Angabe von CHUWI das alle drei Ports zu 2,4A in der Lage wäre könnte man vermuten das auch alle drei Ports exakt gleich sind, dies ist aber nicht der Fall!

Zwar können wirklich alle drei Ports 2,4A liefern, aber beispielsweise die Ports auf der gegenüberliegenden Seite des Quick Charge Ports besitzen keine Apple Optimierung. iPhones und iPads laden hier nur mit 0,5A und im Falle des iPads wird die Meldung „Lädt nicht“ angezeigt.

Der Port neben dem Quick Charge Anschluss hingegen ist wieder Apple optimiert, wenn auch nicht sonderlich gut. Das Apple iPad Pro lädt am Quick Charge Port mit rund 2,1A, an diesem normalen Port mit 1,8A.

Bei Android Smartphones scheint es aber teilweise umgekehrt auszusehen. Beispielsweise das LG G6 erreichte am Port welcher neben dem Quick Charge Port ist nur 0,5A. An den Ports, welche zuvor mit den Apple Geräten Probleme gemacht haben, erreichte das LG 1,1A. Das ist zwar auch nicht sonderlich gut, aber akzeptabel. So ähnlich verhält es sich mit den meisten von mir getesteten Android Geräten.

Wenn Ihr die CHUWI W – 100 Power Station kaufen solltet, müsst Ihr also gegebenenfalls erst einmal herumtesten, welcher Port für Euer Smartphone am besten funktioniert.

Abseits des „Chaos“ bei den USB Ports gibt es nicht viel Auffälliges zu berichten. Das Ladegerät ist etwas träge bei der Spannungsregulierung (wenn der Strom schlagartig ansteigt, fällt die Spannung auf meist 4,6-4,7V und steigt erst nach wenigen Sekunden wieder auf ca. 4,9-5,1V an).

Der Leerlaufstromverbrauch liegt bei guten 0,1W und auch die Effizienz liegt bei guten 84% (12W Last).

 

Fazit

Die CHUWI W – 100 Power Station ist ein brauchbares Ladegerät zu einem sehr fairen Preis! Allerdings ist eine absolute Empfehlung nicht ganz so leicht auszusprechen.

Zwar ist die Leistung mit 35W etwas gering, vor allem da nur 17W auf die drei normalen USB Ports entfallen, allerdings ist das „okay“ wenn man nicht gleichzeitig vier High-End Smartphones laden möchte.

Das Problem ist die Beschaffung. China online Shops wie Gearbest machen einem zwar das Bestellen recht einfach, aber man bekommt auf Amazon bereits für 18-25€ vergleichbare Ladegeräte.

Lohnt es sich bis zu 1-2 Monate auf sein Ladegerät zu warten, um 5-10€ zu sparen? Falls Eure Antwort „Ja“ ist dann kann ich das CHUWI W – 100 Power Station soweit empfehlen. Es ist nicht das absolute Über-Ladegerät aber für 15€ ist es unmöglich etwas besseres zu finden! Ich persönlich würde allerdings vermutlich eher zu einem etwas teureren Ladegerät raten.

Link zum Hersteller /// 15,67€ bei Gearbest (Stand 17.09.17)

Transparenz / Info: In diesem Artikel sind Affiliate /Werbe Links enthalten. Solltest Du diese nutzen, dann wird Techtest am Verkaufserlös beteiligt, ohne das sich für Dich der Preis verändert. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Dies ist eine wichtige Hilfe das hier auch in Zukunft neue Artikel entstehen können. 

Michael Barton
Michael Barton
Hi, hier schreibt der Gründer und einzige Redakteur von Techtest.org. Vielen Dank für das Lesen des Beitrags, ich hoffe dieser konnte dir weiterhelfen. Mehr Informationen über den Autor

Weitere spannende Artikel

Wie schnell kann das iPhone 15 Pro wirklich Daten übertragen? (mit echter Messung)

Das neue iPhone 15 setzt erstmals auf einen USB C Port. Dieser erlaubt nicht nur das Nutzen von universellen Ladekabeln, sondern auch das schnellere...

DIY Off Grid Solaranlage, möglichst einfach und günstig selbst bauen, wie ich es gemacht habe!

Vielleicht hast du schon einmal mit dem Gedanken gespielt eine kleine Off Grid Solaranlage selbst zu bauen. Aber wie geht das und was brauchst...

Verwirrende mAh und Wh Angabe bei Powerbanks (3,7V oder 5V)

Ich glaube das verwirrendste Thema im Bereich der Powerbanks und Akkus ist sicherlich die Kapazitätsangabe. 99,9% aller Hersteller geben die Kapazität einer Powerbank in...

Neuste Beiträge

Die besten 140W Powerbanks, 6x 140W Powerbanks von Anker, INIU, AMEGAT usw. im Vergleich

Zunehmend mehr Geräte unterstützen die 140W Leistungsstufe via USB C. Du hast nun ein Notebook, das mit 140W laden kann. Welche Powerbank ist die...

Das Novoo NCEU67D GaN 67W Ladegerät im Test

Wir haben uns bereits das ein oder andere Ladegerät des Herstellers Novoo im Test angesehen. Diese zeigten hier immer eine gute Leistung. In diesem...

Das Omnia II Mix 140W USB C Ladegerät im Test, ein klasse Ladegerät von AUKEY!

Vom Hersteller AUKEY hatten wir schon eine Weile nichts mehr auf Techtest gehört. Nun melden diese sich mit einem neuen USB-Ladegerät zurück. So handelt...

Wissenswert

Die besten leichten Powerbanks, ideal fürs Wandern! 2024

Gerade wenn du viel unterwegs bist, ist leichtes Gepäck etwas sehr wichtiges und angenehmes. So konzentrieren wir uns bei techtest in der Regel eher...

Erfahrungsbericht: kommt der ECOVACS GOAT G1-2000 mit komplexen Gärten klar?

Mähroboter haben seit vielen Jahren nach einem einfachen Prinzip funktioniert. Du legst um deinen Garten und Hindernisse ein Begrenzungskabel und der Mähroboter fährt den...

DC Geräte an USB Power Delivery Ladegeräten und Powerbanks betreiben

USB Power Delivery Ladegeräte und Powerbanks bieten verschiedene Spannungsstufen. Im Optimalfall beim regulären USB PD Standard 5V, 9V, 12V, 15V und 20V. Allerdings im Gegensatz...

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.