Mehrere Monitore können die Produktivität massiv steigern. Bei einem herkömmlichen Schreibtisch-Aufbau ist das auch überhaupt kein Problem.
Unterwegs mit Notebooks sieht die Welt allerdings anders aus. Hier musst du auf portable Monitore zurückgreifen. Diese gibt es als einzelne Geräte, wie von Arzopa, ASUS oder Dell, es gibt aber auch exotischere Ansätze, welche oftmals direkt am Deckel deines Monitors befestigt werden.
Blackview bietet mit dem DCM5 ein System zur Monitor-Erweiterung, das ebenfalls auf einen etwas exotischeren Aufbau setzt. So haben wir hier gleich zwei 14-Zoll-Displays, welche an den Deckel deines Notebooks angeklemmt werden.
Hierdurch sind diese „bündig“ zu deinem Notebook-Display, was für die Produktivität ideal ist.
Aber wie sieht es in der Praxis aus? Kann hier die Blackview DCM5 Laptop-Bildschirmerweiterung überzeugen? Finden wir es im Test heraus!
An dieser Stelle vielen Dank an Blackview für das Zurverfügungstellen des DCM5 für diesen Test.
Die Blackview DCM5 Laptop-Bildschirmerweiterung im Test
Bei dem DCM5 handelt es sich nicht einfach nur um einen portablen Monitor, sondern um ein „System“.
So haben wir hier zwei 14-Zoll-Displays, welche seitlich an einer Mittel-Platte angebracht sind. Diese „Mittel-Platte“ lässt sich ausziehen und „klammert“ sich an den Deckel deines Notebooks. Hierdurch werden die beiden 14-Zoll-Displays links und rechts von deinem Notebook-Display positioniert.
Der Mechanismus für das „Klammern“ ist so gebaut, dass er universell zu Notebooks mit 13 bis 17,3 Zoll Display passt. Ich kann bestätigen, dass das DCM5 mit einem MacBook Air wie auch einem Framework 16 funktioniert.
Erfreulicherweise musst du nichts permanent an deinem Notebook befestigen. Ich hatte schon vergleichbare Systeme, bei denen du z. B. Magnete am Deckel befestigen musst – das ist hier nicht der Fall.
Nutzt du die Bildschirmerweiterung nicht, ist von dieser an deinem Notebook auch nichts zu merken.
Anschlüsse und Stromversorgung
Ein wichtiger Punkt ist die Frage, wie die beiden 14-Zoll-Displays mit Strom und Signal versorgt werden. Grundsätzlich werden die Displays via USB C mit Strom und Bildinformationen versorgt.
Wir haben insgesamt 3 USB-C-Ports. Einen „Datenport“ pro Display und einen zusätzlichen USB-C-Port für eine gesonderte Stromquelle.
Es ist auch möglich, die Displays über die USB-C-Datenports mit Strom zu versorgen, dann „saugen“ diese aber am Akku deines Notebooks. Willst du dies nicht, kannst du entweder ein USB-C-Netzteil oder eine Powerbank nutzen.
Um beide Displays gleichzeitig zu verwenden, muss dein Notebook zwei USB-C-Ports mit Bildschirmausgabe haben. Alternativ geht auch 1x USB C und 1x HDMI mit einem Adapterkabel.
Bildqualität
Grundsätzlich sind beide 14-Zoll-Panels des DCM5 identisch. Diese setzen auf die IPS-Technologie und eine Auflösung von Full HD „1080p“.
Die Qualität der beiden Displays ist OK. Wir haben hier keine „MacBook“-Display-Qualität, sondern sehr einfache Displays. Dies sehen wir dann auch bei den Messwerten.
- 65 % sRGB
- 48 % AdobeRGB
- 48 % DCI-P3
- IPS-Panel
- 660:1 Kontrast
- 248 cd/m² Helligkeit
Mit einer 65-%-Abdeckung des sRGB-Farbraums ist die Farbdarstellung eher „bescheiden“. Wir sind hier auf dem Level eines 4 bis 8 Jahre alten Office-Notebooks. Allerdings für Office-Anwendungen ist das Display absolut passabel.
Bei Word-Dokumenten, Tabellen und dem üblichen Scrollen im Web machen die Displays einen ausreichend guten Job. Für Fotobearbeitung würde ich diese allerdings auf keinen Fall nutzen.
Helligkeit, je nach Stromversorgung
Wichtig, die maximale Helligkeit des DCM5 hängt von der Stromversorgung ab.
- 188 cd/m² ohne gesondertes USB-C-Netzteil
- 248 cd/m² mit USB-C-Netzteil
Nutzt du dein Notebook zur Stromversorgung der Displays, liegt die maximale Helligkeit bei +- 188 cd/m².
188 cd/m² sind nicht übermäßig viel, aber in Kombination mit den matten Panels für Innenräume meist knapp ausreichend.
Etwas heller wird es, wenn du die Displays über den gesonderten USB-C-Port mit einer eigenen Stromquelle ausstattest. Hier kam ich auf 248 cd/m².
248 cd/m² in Kombination mit den matten Panels ist in Innenräumen ausreichend. Allerdings liegen wir hier etwas unter der Herstellerangabe von 300 cd/m².
„Stereo“-Sound
Auf der Rückseite des DCM5 findet sich ein Lautsprecher, der witzigerweise mit „Stereo Sound“ beschriftet ist. Nein, so funktioniert Stereo nicht, Blackview.
Offen gesagt, der Lautsprecher klingt auch sehr traurig … 99,9 % aller Notebooks werden bessere Lautsprecher integriert haben.
Stromverbrauch
Versorgst du die Displays über dein Notebook, benötigen diese pro Stück +- 5 W bei maximaler Helligkeit.
Beim Nutzen eines gesonderten Netzteils kommen wir auf +- 6,5 W pro Display.
In der Praxis sehr ordentlich!
Erfreulicherweise funktioniert die DCM5 Displayerweiterung in der Praxis aber recht gut. Gerade die Halterung funktioniert besser als erwartet. Klar, du brauchst einen flachen Untergrund, aber ist dieser gegeben, hält der DCM5 gut am Notebook und die Stütze macht einen guten Job zu verhindern, dass dein Display nach hinten kippt.
Die Bildschirmqualität ist zwar nicht überragend, aber ausreichend, wenn es darum geht, zusätzliche Dokumente oder Tabellen im Blickfeld geöffnet zu haben.
Von allen dualen Bildschirmerweiterungen, die ich in den Fingern hatte, ist die Blackview DCM5 die bislang beste, was die Nutzung im Alltag angeht.
Fazit
Kommen wir zum Fazit, und das fällt beim Blackview DCM5 durchaus zwiespältig aus. Zunächst ist wichtig festzuhalten: Bei dem DCM5 handelt es sich um ein sehr spezielles und exotisches Produkt. Zwei 14-Zoll-Displays, die du seitlich an den Deckel deines Notebooks klemmst, sind eben keine Lösung für jeden.
Du musst für dich selbst ehrlich beantworten, ob du solch eine duale Bildschirmerweiterung wirklich benötigst. Für viele wird ein einzelner, portabler Monitor die praktischere und günstigere Lösung sein. Wer aber tatsächlich unterwegs zwei zusätzliche Displays braucht, um etwa Tabellen, Dokumente oder Kommunikations-Tools dauerhaft im Blickfeld zu haben, für den kann der DCM5 durchaus Sinn ergeben.
Denn hast du dich für dieses Konzept entschieden, macht der Blackview vieles richtig. Die Halterung funktioniert in der Praxis besser als erwartet und hält auf einem flachen Untergrund gut am Notebook und verhindert zuverlässig, dass die Displays nach hinten kippen. Auch dass du nichts permanent an deinem Notebook befestigen musst, ist ein dickes Plus.
Die Bildqualität ist mit 65-%-sRGB-Abdeckung und maximal 248 cd/m² zwar kein Highlight und für Fotobearbeitung ungeeignet, für Office-Aufgaben, Tabellen und das übliche Arbeiten reicht sie aber vollkommen aus. Über den „Stereo Sound“-Lautsprecher sprechen wir an dieser Stelle lieber nicht.
Unterm Strich gilt: Von allen dualen Bildschirmerweiterungen, die ich bislang in den Fingern hatte, ist die Blackview DCM5 die bislang beste, was die Nutzung im Alltag angeht. Das ist ein ehrliches Kompliment. Ob du solch ein exotisches System aber wirklich brauchst, das musst du am Ende selbst entscheiden.


















