UGREEN hat als einer der ersten Hersteller Thunderbolt-5-Docks auf den Markt gebracht. Das Flaggschiff im Line-up dieser Docks ist das „UGREEN Maxidok 17-in-1“.
Wie es sich fast für Thunderbolt-Docks gehört, sind auch diese Modelle sehr preisintensiv! So verlangt UGREEN schlanke 499€ für das Dock – so viel wie einige Mini-PCs kosten.
Kann dieser Preis gerechtfertigt sein? Finden wir es im Test heraus!
An dieser Stelle vielen Dank an UGREEN für das zur Verfügung stellen des Docks für diesen Test.
Das UGREEN Maxidok 17-in-1 Thunderbolt 5 Dock im Test
Auf den ersten Blick könntest du das Maxidok 17-in-1 für einen Mini-PC halten. So misst das Dock 66 × 66 × 26,5 mm – also wirklich typische Maße für einen Mini-PC à la Intel NUC.
Was allerdings Haptik und Optik angeht, liegt das Dock weit über einem 08/15-Mini-PC. So hat dieses einen wirklich gelungenen Aluminium-Look in einem schönen Grau mit kupferfarbenen Akzenten.
Das Dock wirkt sehr hochwertig und stabil gemacht! Wir merken hier schon den gehobenen Preis.
Anschlüsse des UGREEN Maxidok 17-in-1 Thunderbolt 5 Dock
Sicherlich das Wichtigste und Spannendste an dem Dock sind die Anschlüsse.
Front:
- 3x USB-C 3.2 Gen 2, 10 Gbit/s
- 1x 3,5-mm-Kopfhörer-/Headset-Anschluss
- 1x microSD
- 1x SD-Kartenslot
Rückseite:
- 3x USB-A 3.2 Gen 2, 10 Gbit/s
- 2x USB-C Thunderbolt-5-Ausgänge
- 1x USB-C Thunderbolt-5-Eingang
- 1x DisplayPort mit 8K-Unterstützung
- 1x LAN 2,5 Gbit/s
- 1x 3,5-mm-Kopfhörer-Ausgang
- 1x 3,5-mm-Mikrofon-Eingang
Eine interessante und beeindruckende Ausstattung an Anschlüssen! Wir haben zunächst einige schnelle USB-Ports. So haben alle USB-Ports des Docks mindestens 10 Gbit/s Geschwindigkeit.
Wir haben sogar neben 6x 10-Gbit/s-Ports auch 2x Thunderbolt-5-Ausgänge zum weiteren Verketten von Geräten.
240-W-Netzteil
Das Maxidok 17-in-1 hat ein 240-W-Netzteil mit im Lieferumfang. Allerdings kann es Notebooks mit maximal 140 W laden.
Die restlichen 100 W dienen der Versorgung des Docks selbst bzw. der Versorgung angeschlossener USB-Geräte.
Und das ist wichtig! Viele günstige Docks haben oftmals sehr knapp dimensionierte Netzteile mit im Lieferumfang, welche versagen, wenn du zu viele USB-Geräte anschließt oder noch versuchst, Geräte an dem Dock zu laden.
Für das Laden von Smartphone und Co. besitzt das Dock auf der Front zwei USB-C-Ports mit bis zu 60 W nach USB Power Delivery.
Du kannst hier also problemlos parallel dein Notebook, Smartphone und Tablet anschließen und laden.
Die 60-W-USB-C-Ports bieten 5V/3A, 9V/3A, 15V/3A und 20V/3A. Leider wird von diesen Ports kein PPS unterstützt, was aber z. B. im Apple-Ökosystem nicht stört.
Monitore anschließen: Thunderbolt 5 macht den Unterschied
Das Maxidok 17-in-1 bietet dir insgesamt drei Videoausgänge: zwei Thunderbolt-5-Downstream-Ports sowie einen dedizierten DisplayPort-2.1-Ausgang. Was du damit konkret machen kannst, hängt stark davon ab, was dein Notebook mitbringt.
Mit Thunderbolt 5 nutzt du das volle Potenzial des Docks aus. Mit der Kombination aus DisplayPort und Thunderbolt 5 kannst du drei externe 4K-Monitore mit jeweils 144 Hz betreiben oder alternativ zwei 8K-Displays mit je 60 Hz. Reduzierst du auf dual 4K, erreichen die Monitore sogar 240 Hz.
Mit Thunderbolt 4 oder USB4 sieht die Sache etwas schlechter aus. Hier bist du auf zwei 4K-Displays mit maximal 60 Hz beschränkt. Manche USB4-Laptops unterstützen dabei möglicherweise sogar nur einen einzigen Monitor.
Mac-Nutzer sollten zusätzlich auf den verbauten Chip achten. M4-MacBooks unterstützen zwei externe Displays mit bis zu 6K@60 Hz, während M1-, M2- und M3-MacBooks mit Thunderbolt 3 maximal ein externes Display mit 4K@60 Hz betreiben können.
2,5-Gbit/s-LAN
Der LAN-Port des Maxidok 17-in-1 bietet eine Geschwindigkeit von bis zu 2,5 Gbit/s. Hierfür nutzt der Port intern einen Realtek-Chip, welcher intern via USB angebunden ist. Funktional in Ordnung, aber grundsätzlich die einfachste Lösung, solch einen 2,5-Gbit/s-LAN-Port umzusetzen.
Solide Audioqualität
Wie auch der LAN-Port nutzen auch die Audioausgänge einen Realtek-Chipsatz. Auch dieser ist intern via USB angebunden.
Auf der Ausgangsseite bietet der Chipsatz bis zu 24 Bit und 192 kHz, beim Mikrofon-Eingang bis zu 24 Bit/96 kHz. Das ist nicht übel!
In der Praxis ist die Audioqualität an den Anschlüssen auch mit größeren Headsets „ordentlich“, aber auch nicht „außergewöhnlich“. Wir sind hier auf dem Niveau einer guten integrierten Audio-Lösung.
Kartenleser UHS-II
Auf der Front des Docks befindet sich ein SD- und microSD-Kartenleser. Erfreulicherweise unterstützt der SD-Kartenleser auch die UHS-II-Geschwindigkeit.
Wir sind also nicht auf 90 MB/s limitiert, sondern Datenraten im Bereich von 200 MB/s und mehr sind je nach Speicherkarte möglich.
Interne SSD
Im Inneren des Maxidok findet sich ein NVMe-SSD-Slot. Dieser ermöglicht die Speichererweiterung deines Notebooks. Aber welche Geschwindigkeiten können wir hier erwarten?
Ich habe das Dock leider nur an USB4- und Thunderbolt-4-Notebooks testen können. Hier erreichte die SSD folgende Geschwindigkeiten:
Unter Windows erreichte die SSD maximal 3.279 MB/s lesend und 996 MB/s schreibend. Unter macOS (USB4) waren es 2.831 MB/s lesend und 786 MB/s schreibend.
Die Lesewerte sind soweit passend und plausibel. Je nach System rund 3.000 MB/s ist völlig in Ordnung, auch wenn von Thunderbolt 4 / USB4 theoretisch noch mehr drin wäre.
Die Schreibwerte wirkten bei mir mit 996 MB/s bzw. 786 MB/s etwas niedrig. Dies kann ich mir nicht ganz erklären. Allerdings scheinen die Datenraten beim Schreiben allgemein etwas niedriger zu sein, wie auch Computerbase in seinem Test schrieb – dort wurde von 2.000 MB/s berichtet. In der Praxis sind das aber taugliche Datenraten.
Kein Thunderbolt 3?
Auf der UGREEN-Website steht folgendes: „Dieses Produkt ist nicht mit Windows-Laptops mit Thunderbolt-3-Anschlüssen kompatibel, jedoch mit Thunderbolt-5-, Thunderbolt-4- und USB4-Laptops.“
Interessant – das Maxidok soll nicht mit Thunderbolt-3-Geräten kompatibel sein? Das ist etwas, was ich nicht bestätigen kann. So funktionierte das Dock an folgenden Geräten:
- Intel NUC 11 Performance Kit (Thunderbolt 3)
- Dell XPS 13 9370 (Thunderbolt 3)
Ich kann natürlich nicht garantieren, dass alle Funktionen zu 100 % an allen Thunderbolt-3-Geräten funktionieren, aber bei mir funktionierte das Dock augenscheinlich ohne Probleme an diesen Geräten, trotz Thunderbolt 3.
Stromverbrauch
Der Stromverbrauch des Docks hängt natürlich davon ab, was du damit machst – lädst du ein Notebook über das Dock? Hast du viele Geräte angeschlossen? Usw.
Im Normalbetrieb, wenn das Dock dein Notebook NICHT lädt, sondern einfach als reines Dock arbeitet, zieht dieses ca. 8 W aus der Steckdose. Sicherlich nicht nichts, aber auch nicht extrem viel für ein Thunderbolt-Dock.
Fazit: Ein starkes Dock – für den richtigen Nutzer
Das UGREEN Maxidok 17-in-1 ist ohne Frage ein beeindruckendes Stück Hardware. Die Verarbeitung ist erstklassig, die Anschlussausstattung üppig, und technisch gesehen bekommst du hier eines der ersten und vollwertigsten Thunderbolt-5-Docks auf dem Markt.
Aber kommen wir zur entscheidenden Frage: Lohnen sich die 499€?
Ehrlich gesagt: Der Preis ist hoch. Sehr hoch sogar. Aber das ist leider die Realität bei neuer Schnittstellentechnik – wer zu den Ersten gehören will, zahlt dafür eben einen Aufpreis. Thunderbolt-5-Docks sind noch ein junger Markt, und das spiegelt sich im Preis wider, zumal Thunderbolt-Docks allgemein recht teuer sind.
Ob sich das Dock für dich lohnt, hängt am Ende vor allem von einer Frage ab: Welche Monitore willst du nutzen?
Hast du ein Thunderbolt-5-Notebook und planst, mit zwei 8K-Displays oder drei 4K-Monitoren zu arbeiten, dann ist das Maxidok 17-in-1 seine 499€ wert – du bekommst hier schlicht das Beste, was aktuell verfügbar ist. Der integrierte SSD-Slot, der UHS-II-Kartenleser und das üppige 240-W-Netzteil machen das Paket zusätzlich rund.
Nutzt du hingegen „nur“ Full-HD- oder 4K-Monitore mit 60 Hz und hast kein Thunderbolt-5-Notebook, dann tut es auch ein Thunderbolt-4-Dock.
Kurzum: Das UGREEN Maxidok 17-in-1 ist ein exzellentes Dock für Power-User, die das volle Potenzial von Thunderbolt 5 ausschöpfen wollen oder maximal zukunftssicher sein wollen.













