DWARFLab mini Smart-Teleskop im Test: Astrofotografie per App für 429 €

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Das Beobachten von Sternen und Planeten ist etwas Faszinierendes! Leider ist dies mit bloßen Augen kaum möglich und auch das Fotografieren von Sternen, Nebeln usw. ist mit normaler Ausrüstung kaum gut machbar.

Hier gibt es aber etwas extrem Cooles, das DWARFLab mini Smart-Teleskop. Bei diesem handelt es sich im Kern um eine Kombination aus Kamera und Teleskop.

Dieses ist motorisiert und kann sich automatisch auf Sterne, Nebel, Planeten usw. ausrichten. Gesteuert wird das Ganze über dein Smartphone.

Entsprechend ist auch das Erstellen von Bildern möglich. Dank des Motors kann das DWARFLab mini auch die Himmelskörper automatisch tracken, für Langzeitaufnahmen!

Klingt doch spannend! Aber wie gut funktioniert es in der Praxis und wie gut sind die Aufnahmen?

Finden wir es im Test heraus!

 

DWARFLab mini Smart-Teleskop

Auf den ersten Blick sieht das DWARFLab mini weniger aus wie ein Teleskop. So ist dieses ein ca. 100 x 184 x 61 mm großes „Ei“, das 840 g wiegt.

Der eigentliche Teleskop-Teil wird erst bei der Nutzung ausgeklappt. Dabei ist das Design des DWARFLab mini wirklich sehr gelungen! Dieses ist schick und hochwertig! Hier war ich echt beeindruckt.

Am Teleskop selbst gibt es nur eine Taste und ein paar Status-LEDs. Alle Einstellungen werden über die App getätigt.

 

Integrierter Akku

Im DWARFLab mini steckt ein 7000 mAh großer Akku. Dieser kann die Kamera +- 4 Stunden lang betreiben.

Sollte dies nicht ausreichen, kannst du die Kamera auch parallel via USB-C an z. B. einer Powerbank laden. So habe ich dies bei längeren Aufnahmen auch zur Sicherheit einfach gemacht.

 

Verbindung via Bluetooth und WLAN

Um eine Verbindung mit deinem Smartphone herzustellen, nutzt das DWARFLab mini erst einmal Bluetooth, wechselt dann aber auf eine Punkt-zu-Punkt-WLAN-Verbindung.

Du brauchst hier kein bestehendes WLAN! Das DWARFLab mini spielt hier WLAN-Hotspot.

 

Mit Motoren

Ein wichtiger Punkt bei der DWARFLab mini sind die integrierten Motoren. So kann sich das Teleskop selbstständig frei drehen und schwenken.

Dies ist essenziell für die Astro-Tracker-Funktion.

 

Zwei Kameras

Die DWARFLab mini verfügt genau genommen über zwei Kamera-Sensoren. Neben dem eigentlichen Teleskop haben wir noch eine Weitwinkelkamera.

Diese ist weniger für eigentliche Fotos gedacht/gemacht, sondern soll als Hilfe für die Ausrichtung dienen.

 

Eine extrem umfangreiche App!

Die DWARFLab-App ist toll! Diese ist extrem umfangreich und auch sehr hochwertig gemacht!

Allerdings ist die App hierdurch auch sehr komplex! Hier wirst du eine Weile brauchen, um alle Funktionen zu finden und allgemein mit dieser vertraut zu sein. Selbst ich, der technisch eigentlich recht begabt ist, war am Anfang etwas verloren.

Bist du mit der App aber erst einmal vertraut, ist diese sehr mächtig! So kannst du beispielsweise Himmelskörper in einer Liste auswählen und das Teleskop richtet sich automatisch auf diese aus.

Zum Fotografieren gibt es einen Automatik-Modus, in welchem die Kamera Belichtungszeit, Anzahl an Bildern, die gestackt werden, usw. selbst festlegt. Es gibt aber auch einen manuellen Modus, in welchem du frei alle Parameter anpassen kannst.

Anschließend gibt es in der App auch einen kompletten Bereich für das Verarbeiten und Bearbeiten der Bilder. Du kannst diese aber auch komplett unbearbeitet und „roh“ exportieren.

 

Ausrichtung, erst trickreich, dann automatisch

Ein wichtiger Punkt beim DWARFLab mini ist die Ausrichtung. Damit das Smart-Teleskop automatisch Sterne usw. finden und auch tracken kann, muss dieses einmal ausgerichtet und kalibriert werden.

Hierfür benötigst du ein Stativ, welches ein genaues Winkeln und Ausrichten erlaubt. Die App hilft dir hier ein Stück weit, aber ein Winkelmesser und Kompass ist hilfreich.

Ist das DWARFLab mini so einmal ausgerichtet, funktioniert der Rest praktisch automatisch. Du kannst in der App Sterne, Planeten, Nebel usw. auswählen und das Teleskop richtet sich auf diese automatisch und auch sehr zuverlässig aus! Ebenso kann das Teleskop die gewählten Objekte auch über Stunden hinweg zuverlässig verfolgen, vollautomatisch! Dies klappt natürlich nur so lange, wie diese am Himmel sichtbar sind.

Es gibt auch einen Modus, wo sich das Teleskop versucht, komplett selbst auszurichten bzw. zu erkennen, was es gerade sieht, anhand der Sterne am Himmel. Funktioniert nicht immer, aber manchmal und ist deutlich einfacher als diese manuelle Ausrichtung.

 

Wie hoch ist die Bildqualität?

Bei der Bildqualität wird es schwierig. Betrachte zunächst ein paar Testaufnahmen, die ich getätigt habe:

Grundsätzlich finde ich, dass diese schon beeindruckend sind. Schauen wir uns jetzt aber einmal die technischen Daten an:

  • 1016 mm Brennweite
  • Sony IMX662
  • 1/2.8″ Sensor
  • 2.9 µm Pixelgröße
  • 2.07 MP

Der dicke Kritikpunkt ist die Auflösung. Wir haben hier „nur“ Full HD, also +- 2 Megapixel. Völlig ausreichend, um die Bilder am Smartphone zu betrachten, aber wir haben hier 0 Spielraum für einen weiteren digitalen Zoom, und auch Posterdrucke wirst du hier nicht machen.

Was ist aber dieser Sony IMX662 Sensor? Irgendwas Altes und technisch Schlechtes? Nein!

Beim IMX662 handelt es sich um einen Sensor aus Sonys Starvis-2-Serie. Diese sind auf maximale Low-Light-Performance getrimmt, aber halt eigentlich für Überwachungskameras gedacht.

An sich keine schlechte Wahl, es ist grundsätzlich ein guter Sensor mit hoher Low-Light-Performance, was bei einem Astro-Teleskop begrüßenswert ist, nur halt die Auflösung ist dünn.

 

Live View

In der App hast du natürlich einen Live View, was das Teleskop sieht. Allerdings ist dieser Live View sehr unspektakulär! Das Bild ist recht unscharf.

Die gute Bildqualität kommt erst durch die hohe Belichtungszeit bei Bildern und das Stacken mehrerer Aufnahmen.

Zum „Live“-Beobachten von Sternen usw. ist ein herkömmliches Teleskop besser. Das DWARFLab mini ist wirklich für Fotos gemacht.

 

Viel Post-Processing!

Das DWARFLab mini trackt Himmelskörper für klare Aufnahmen über mehrere Stunden hinweg! Dabei werden Hunderte Aufnahmen gemacht, welche dann von dem Teleskop über die App zusammengerechnet werden.

Dieses Zusammenrechnen dauert eine Weile, wird aber überzeugend gemacht.

Hinzu kommen weitere Nachbearbeitungs-Features. So kannst du das Bild entrauschen (sinnvoll und gut gemacht), wie aber auch Sterne „reduzieren“. Klingt im ersten Moment kontraproduktiv, aber gerade, wenn du primär Nebel oder ferne Galaxien fotografieren willst, absolut sinnvoll und macht qualitativ einen großen Unterschied.

Einige dieser Features nutzen allerdings „die Cloud“ (kostenfrei).

 

Auch bei Tag und für die Sonne

Du kannst mit dem DWARFLab mini nicht nur Sterne beobachten, du kannst dieses auch ohne Einschränkungen bei Tag nutzen, für Aufnahmen mit rund 1000 mm Brennweite.

Es ist auch möglich, Aufnahmen von der Sonne zu tätigen, hierfür musst du aber einen beiliegenden ND-Filter nutzen, um den Sensor nicht zu beschädigen.

 

Du brauchst Zeit

Wichtig, du brauchst beim DWARFLab mini Zeit! Damit die Bilder richtig gut werden, müssen viele Aufnahmen gemacht werden, die dann am Ende zusammengerechnet werden.

Theoretisch kann das DWARFLab mini bis zu 999 Aufnahmen mit jeweils 90 s Belichtungszeit erstellen.

Praktisch ist so viel nicht nötig für gute Bilder, aber du musst schon damit rechnen, dass eine gute Aufnahme eines Nebels 1-4 Stunden dauern kann. In dieser Zeit musst du aber nicht zwingend neben dem Teleskop stehen.

Ich habe dieses bei mir auf die Terrasse gestellt und „sein Ding“ machen lassen. Nach ein paar Stunden habe ich es dann eingesammelt.

 

Fazit

Das DWARFLab mini Smart-Teleskop hat mich echt begeistert! Hier bekommst du für 429 € ein wirklich cleveres Stück Technik, das dir die Astrofotografie so einfach macht wie kaum ein anderes Gerät.

Stark vereinfacht gesagt, du stellst das Teleskop raus, richtest es einmal aus, wählst in der App deinen Himmelskörper, und der Rest passiert vollautomatisch. Das Tracking über Stunden hinweg funktioniert zuverlässig, die App ist mächtig (wenn auch anfangs komplex) und die Ergebnisse können sich wirklich sehen lassen. Dazu kommt das schicke, hochwertige Design und ein Akku, der dich rund 4 Stunden durch die Nacht bringt.

Der einzige echte Wermutstropfen ist die Auflösung. Mit „nur“ Full HD bzw. rund 2 Megapixel hast du keinerlei Spielraum für digitalen Zoom oder Posterdrucke. Für die Betrachtung am Smartphone und zum Teilen reicht es aber völlig aus und der Sony IMX662 punktet dafür mit seiner starken Low-Light-Performance, die bei einem Astro-Teleskop genau das ist, was du willst.

Unterm Strich: Wenn du in die Astrofotografie einsteigen willst, ohne dich mit teurer, komplizierter Ausrüstung herumzuschlagen, ist das DWARFLab mini eine klare Empfehlung. Für 429 € bekommst du hier verdammt viel Teleskop fürs Geld – die schwache Auflösung solltest du nur im Hinterkopf behalten.

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Michael Barton
Michael Barton
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