KeepLiNK 6-Port im Test: Günstiger 2,5 Gbit PoE Switch für Ubiquiti UniFi (4x PoE+ & 10 Gbit SFP+)

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Moderne UniFi Access Points wie der U7 Pro oder U7 Pro Max wollen zwei Dinge: einen 2,5-Gbit-Uplink und PoE+ zur Stromversorgung. Das Problem: Passende 2,5-Gbit-PoE-Switche von Ubiquiti selbst sind ganz schön teuer.

Ubiquitis eigener USW-Flex-2.5G-8-PoE startet bei rund 200€, und das Netzteil für den vollen PoE-Betrieb kommt sogar noch separat obendrauf. Für viele, die einfach nur ein paar UniFi-APs mit 2,5 Gbit und Strom versorgen wollen, ist das ein ziemlicher Batzen Geld.

Also habe ich mir eine deutlich günstigere Alternative angeschaut: einen kleinen 2,5 Gbit PoE Switch von KeepLiNK, den ich für rund 60€ von AliExpress bestellt habe. Auf dem Papier bietet er alles, was man für ein UniFi-Setup braucht:

  • 4x 2,5 Gbit RJ45, alle mit PoE+
  • 2x SFP+ mit 10 Gbit als Uplink

Funktioniert so ein China-Switch wirklich sauber mit Ubiquiti-Equipment? Und wo ist der Haken? Schauen wir es uns an!

 

Der KeepLiNK 6-Port 2,5 Gbit PoE Switch im Test

Optisch ist der KeepLiNK ein klassischer, funktionaler Switch. Das Gehäuse besteht komplett aus Metall und misst 190 x 140 x 44 mm. Eine kompakte, unauffällige Größe, die problemlos ins Regal, in den Schrank oder an die Wand passt.

Die Verarbeitung geht für den Preis absolut in Ordnung. Nichts klappert, nichts biegt sich, das Metallgehäuse wirkt wertig genug.

Eine Rack-Montage wäre mit zusätzlichen Rackohren theoretisch möglich.

 

Anschlüsse: 4x 2,5 Gbit und 2x 10 Gbit SFP+

Kommen wir zum Herzstück, den Anschlüssen. Auf der Front findest du zunächst 4x RJ45 LAN Ports. Diese unterstützen:

  • 100 Mbit
  • 1000 Mbit
  • 2500 Mbit (2,5 Gbit)

Dazu gesellen sich 2x SFP+ Ports. Und diese können jeweils maximal 10 Gbit.

Die SFP+ Ports sind klassisch als Uplink gedacht. Hast du mehrere Switche im Netzwerk, ist es üblich, diese untereinander via SFP+ zu verbinden, oder eben einen schnellen 10-Gbit-Uplink zu deinem NAS oder Router herzustellen. Dass wir hier gleich zwei davon haben, ist in dieser Preisklasse durchaus bemerkenswert.

 

PoE+ für deine UniFi Access Points

Der spannendste Punkt bei diesem Switch ist der PoE Support in Kombination mit dem 2,5 Gbit LAN. Alle vier 2,5-Gbit-Ports beherrschen PoE. Der Hersteller gibt IEEE 802.3af/at mit maximal 30 W pro Port an.

Kurz zur Einordnung, weil das gerne für Verwirrung sorgt:

  • 802.3af = PoE, bis ca. 15 W pro Port
  • 802.3at = PoE+, bis ca. 30 W pro Port
  • 802.3bt = PoE++, bis 60–90 W pro Port

Mit 30 W pro Port bewegen wir uns also im PoE+ Bereich (802.3at). Kein PoE++. Für UniFi Access Points ist das aber passend. Sowohl der U7 Pro als auch der U7 Pro Max werden über PoE+ (802.3at) versorgt.

Die maximale Gesamtleistung liegt bei 72 W. Das ist ein geteiltes Budget über alle vier Ports. Du kannst also nicht vier Geräte mit je 30 W (also 120 W) gleichzeitig betreiben, sondern bist in Summe bei 72 W gedeckelt. Für zwei bis vier UniFi-APs oder ein paar Kameras reicht das aber.

 

Integriertes Netzteil

Ein Detail, das gerade im Vergleich mit Ubiquiti richtig gut gefällt, das Netzteil ist komplett im Switch integriert. Du schließt den KeepLiNK einfach über einen ganz normalen Kaltgerätestecker ans Stromnetz an. Kein externes Netzteil, kein Steckernetzteil, das irgendwo im Weg hängt.

 

Unmanaged, einfach einstecken

Der KeepLiNK ist ein „Unmanaged“ Switch. Er besitzt also keine WebUI, kein Management-Interface und keine VLAN-Konfiguration. Einstecken, läuft.

Das ist gleichzeitig der größte Unterschied zu einem echten UniFi-Switch: Du bekommst hier keine Integration in deinen UniFi Controller, keine Port-Statistiken und keine zentrale Verwaltung. Wer die volle UniFi-Erfahrung will, kommt um Ubiquiti nicht herum. Wer aber einfach nur schnelle, PoE-versorgte Ports zu einem Bruchteil des Preises braucht, für den ist ein Unmanaged-Modell völlig ausreichend.

 

Ohne Lüfter (und ein Blick ins Innere)

Der Switch ist komplett passiv gekühlt und arbeitet dadurch absolut lautlos. Es gibt im Inneren keinen Lüfter und keine beweglichen Teile, die Lärm erzeugen könnten. Für ein Gerät, das rund um die Uhr läuft, ist das ein großer Pluspunkt, falls du keinen „separaten Serverraum“ hast.

Ich habe den Switch natürlich auch aufgeschraubt. Im Inneren sieht alles schön sauber und aufgeräumt aus. Als Chipsatz kommt ein Realtek RTL8372N zum Einsatz, auf dem separaten PoE-Board findet sich zusätzlich ein RTL8238b.

Allerdings sind keine Kühlkörper verbaut! Die Chips geben ihre Wärme also direkt an die Luft und das Gehäuse ab. Bei dauerhaft voller Last, gerade wenn PoE ordentlich gefordert wird, mache ich mir da ehrlicherweise ein paar Gedanken um die Hitzeentwicklung. Ein kleiner Kühlkörper auf den Hauptchips hätte hier für ein besseres Gefühl gesorgt.

Bei meiner Nutzung gab es keine Temperatur-Probleme, aber bei „Markenmodellen“ wäre zumindest eine etwas aufwendigere passive Kühlung zu erwarten.

 

Einschätzung zum Realtek RTL8372N

Der RTL8372N ist ein alter Bekannter, wenn du dich mit günstigen 2,5-Gbit-Switchen aus China beschäftigst. Realtek bewirbt ihn als hochintegrierten 2,5G-und-10G-Switch-Chip.

Nativ bietet der RTL8372N 4x 2,5 Gbit plus 2x 10 Gbit an, also das Portlayout, das wir bei diesem KeepLiNK vorfinden.

Genau deshalb findest du diesen Controller in unzähligen günstigen Switchen verschiedenster Marken wieder, die sich am Ende technisch alle sehr ähneln. Das ist aber nichts Schlechtes! Der RTL8372N ist ein bewährter, ausgereifter Chip, der seit einigen Jahren am Markt ist und sich als absolut solide erwiesen hat.

Besonders spannend ist seine hohe Effizienz. Der Chip unterstützt IEEE 802.3az (Energy Efficient Ethernet) und ist von Haus aus auf einen niedrigen Stromverbrauch ausgelegt. Das erklärt auch, warum dieser Switch mit unter 1 W im Leerlauf so unglaublich sparsam ist.

 

In der Praxis mit Ubiquiti UniFi

Genug Theorie, wie schlägt sich der Switch im echten Betrieb mit Ubiquiti-Equipment?

Bei mir läuft der KeepLiNK mit zwei WLAN Access Points (per PoE) und einer Überwachungskamera. Konkret hängen an dem Switch ein Ubiquiti UniFi U7 Pro Max sowie ein UniFi U7 Pro.

Die APs bekommen so ihre volle 2,5-Gbit-Anbindung und werden gleichzeitig sauber über das LAN-Kabel mit Strom versorgt.

Und, um es kurz zu machen, bisher läuft das Setup komplett unauffällig. Keine Abstürze, keine Aussetzer, keine merkwürdigen Verhaltensweisen. Der Switch arbeitet komplett transparent und tut einfach, was er soll. Auch die beiden UniFi-APs zeigten zu keinem Zeitpunkt eine „Low Power“-Warnung oder Ähnliches, die PoE+ Versorgung passt also.

Die 2,5-Gbit-Leistung passt ebenfalls. Die vollen 2,5 Gbit lassen sich ohne Murren durch den Switch jagen.

 

Stromverbrauch

Der Stromverbrauch ist für mich immer ein ganz wichtiges Kriterium, gerade bei Geräten, die dauerhaft laufen. Und hier überrascht der kleine KeepLiNK positiv!

Im Leerlauf, also ganz ohne angeschlossene Geräte, genehmigt sich der Switch gerade einmal 0,9 W! Das ist ein hervorragender Wert.

Pro angeschlossenem RJ45-Gerät steigt der Verbrauch dann um rund 0,9 bis 1,3 W. Mit zwei aktiven Ports lag ich so bei etwa 3,1 W.

Wichtig: Das ist der Eigenverbrauch des Switches. Was deine per PoE versorgten UniFi-APs oder Kameras ziehen, kommt natürlich obendrauf, das ist aber logisch und liegt nicht am Switch selbst.

Unterm Strich ist der Grundverbrauch dieses Switches wirklich sparsam. Weniger als 1 W im Leerlauf sieht man auch bei deutlich teureren Modellen nicht immer.

 

Fazit: Günstiger 2,5 Gbit PoE Switch für Ubiquiti

Wenn du deine UniFi Access Points mit 2,5 Gbit und PoE versorgen willst, aber nicht rund 200€ für Ubiquitis eigenen Switch ausgeben möchtest, dann ist der KeepLiNK 6-Port für rund 60€ eine richtig spannende Alternative.

4x 2,5 Gbit LAN mit PoE+, dazu 2x SFP+ mit 10 Gbit und ein integriertes Netzteil, das ist ein starkes Gesamtpaket für den Preis. In meinem Alltagsbetrieb mit einem UniFi U7 Pro Max und einem U7 Pro lief der Switch bisher absolut zuverlässig und unauffällig. Die PoE+ Versorgung und die 2,5-Gbit-Anbindung der beiden WLAN-7-APs funktionierten einwandfrei.

Was du hier nicht bekommst, ist die Integration in dein UniFi-System und PoE++. Und den fehlenden Kühlkörper im Inneren solltest du im Hinterkopf behalten, wenn du dauerhaft die vollen 72 W abrufen willst.

Für den typischen Einsatz, also ein paar UniFi-APs oder Kameras per PoE+ und 2,5 Gbit anzubinden, ohne dafür tief in die Tasche zu greifen, ist dieser günstige China-Switch aber eine klare Empfehlung!

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Michael Barton
Michael Barton
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