ZimaOS Test: Das beste NAS-Betriebssystem für dein DIY-NAS als Alternative zu TrueNAS und Unraid?

-

Ein Problem bei einem DIY-NAS ist die Wahl des Betriebssystems. Während die drei großen NAS-Hersteller derzeit, UGREEN, QNAP und Synology, extrem gute und nutzerfreundliche Betriebssysteme anbieten, stehen dir als DIY-Nutzer weniger nutzerfreundliche Optionen zur Verfügung.

Meist läuft es auf die Frage TrueNAS oder Unraid hinaus. TrueNAS ist extrem professionell, aber absolut nicht nutzerfreundlich. Unraid ist etwas nutzerfreundlicher und flexibler, aber auch mit einer steilen Lernkurve.

Allerdings gibt es eine weitere interessante Option: ZimaOS. ZimaOS war das „Haus-und-Hof“-Betriebssystem des Herstellers Zima, das dieser mit seiner Hardware auslieferte.

Quelle: https://www.zimaspace.com/de/zimaos

Zima bietet ZimaOS inzwischen aber auch für DIY-Nutzer und beliebige Hardware an, und das sogar in einer kostenfreien Version.

Ist ZimaOS eine spannende Alternative zu Unraid und TrueNAS? Schauen wir uns das Ganze einmal in einem Artikel an!

 

Zwei Lizenzen

ZimaOS gibt es in zwei „Versionen“.

  • ZimaOS „Free“ – bis zu 4 Speicherlaufwerke und 3 Nutzer
  • ZimaOS+ – 29 $ einmalig – unbegrenzte Speicherlaufwerke und Nutzer

Für einen ersten Test und kleinere NAS-Setups ist ZimaOS bereits in der kostenfreien Version ziemlich ideal! Abgesehen von der Begrenzung der Nutzer und der Speicherlaufwerke auf 4 gibt es hier keine weiteren Einschränkungen.

ZimaOS+ kostet einmalig 29 $ für eine „lebenslange“ Lizenz, dann kannst du beliebig viele Nutzer anlegen und beliebig viele Speicherlaufwerke nutzen. 29 $ ist hier ein extrem fairer Preis!

 

ZimaOS installieren

Die Installation von ZimaOS ist recht geradeaus. Du lädst dir das Abbild des Betriebssystems von der Herstellerwebseite herunter und kopierst dieses mit balenaEtcher auf einen USB-Stick.

Diesen schließt du nun an das System an und bootest vom Stick. Anschließend bekommst du eine ganz einfache UI, du wählst das Ziellaufwerk aus und bist fertig.

ZimaOS muss auf ein Laufwerk bzw. eine SSD installiert werden.

Es wird einmal neu gestartet, und nun kannst du die WebUI aufrufen.

In der WebUI, die du durch die Eingabe der IP-Adresse in deinem Webbrowser erreichst, gibt es einen einfachen Installationsassistenten. Dieser legt die Sprache fest und erstellt dein Admin-Konto.

Anschließend kommst du zum Dashboard.

 

Das Dashboard

ZimaOS hat ein recht schickes, aber einfaches Dashboard. So setzt das Dashboard auf eine Mischung aus Kacheln, Icons und Widgets.

Dabei sind die Einstellungsmöglichkeiten recht überschaubar. Im Kern konfigurierst du hier nur dein Festplatten-Setup und installierst Apps.

Es gibt hier natürlich ein paar Netzwerkeinstellungen usw., aber alles andere wird außerhalb des Dashboards innerhalb der Apps erledigt.

 

Speicher-Setup

Ein sehr wichtiger Punkt ist das Speicher-Setup. ZimaOS bietet hier alle gängigen Optionen, nicht mehr und nicht weniger.

So kannst du Festplatten und SSDs entweder einzeln einbinden oder innerhalb eines RAID-Verbunds.

  • RAID 0
  • RAID 1
  • RAID 5
  • RAID 6

Diese RAID-Level werden anscheinend intern via Btrfs realisiert, was auch das einzige Dateisystem ist, das derzeit für RAIDs unterstützt wird.

Btrfs ist vergleichbar mit ZFS, wenn auch im professionellen Umfeld nicht ganz so beliebt wie ZFS.

 

Die wichtigste App: Files

ZimaOS hat eine Handvoll Apps vorinstalliert, dazu zählt auch Files. Files ist, wie der Name vermuten lässt, eine App zum Verwalten von Daten.

Öffnest du diese, erhältst du im Webbrowser eine durchaus sehr schicke UI, in der du Ordner anlegen sowie Daten hoch- und herunterladen kannst.

Von hier aus kannst du auch via SMB freigegebene Ordner erstellen oder Ordner mit anderen Nutzern teilen.

Die Files-App ist sehr gut gelungen!

Lediglich das Freigeben von Ordnern via SMB könnte noch verbessert bzw. etwas deutlicher hervorgehoben werden.

 

Basic Nutzerverwaltung

Ein Punkt, der sehr einfach gehalten ist, ist die Benutzerverwaltung. Im Kern gibt es nur einen „richtigen“ Benutzer bei ZimaOS.

Du kannst aber in Files für die Dateifreigabe im Netzwerk via SMB weitere Benutzer anlegen. Diese Benutzer sind dann aber nur für die SMB-Freigaben relevant.

 

Verschlüsselte Ordner möglich!

Erfreulicherweise unterstützt die Files-App auch das Erstellen von AES256-verschlüsselten Ordnern. Das ist nicht selbstverständlich!

 

App Store

Ein extrem wichtiger Punkt an ZimaOS ist der App Store. Von Haus aus bringt ZimaOS nur die Basisfunktionen mit, willst du mehr, musst du dies über Apps realisieren.

Dabei wirkt der App Store auf den ersten Blick extrem gut gefüllt. Ein paar Highlights:

  • AdGuard Home
  • Immich
  • Duplicati
  • Home Assistant
  • Jellyfin
  • Nextcloud
  • Pi-hole
  • Plex
  • Syncthing
  • Tailscale
  • Vaultwarden
  • und vieles mehr!

Aber wie kann so ein „kleines“ OS so viele Apps haben? Die Antwort ist Docker! Es handelt sich hierbei nicht um spezielle Apps für ZimaOS, sondern um ausgewählte Docker-Anwendungen, die teils vorkonfiguriert sind.

Dies ist auch für ein OS wie ZimaOS die sinnvollste Lösung und wird z. B. von Unraid ähnlich gemacht.

 

App

Zima bietet auch eine passende App an. Diese erlaubt dir, den Status des NAS zu sehen, wie auch Daten hoch- und herunterzuladen.

Ebenso kannst du hier Daten bzw. Bilder synchronisieren oder automatisch hochladen.

Die App ist soweit okay, aber funktional noch recht „einfach“. Das wirklich Spannende ist hier, dass diese App auch den Remote-Zugriff erlaubt.

 

Remote-Zugriff?

Ja, ZimaOS hat die Möglichkeit für einen Remote-Zugriff integriert. Dies scheint über eine VPN-Verbindung zu laufen, die über die App automatisch hergestellt wird.

Hierfür gibt dir das OS zunächst eine ID, die du für die Verbindung brauchst. Diese gibst du in der App ein, und die App entscheidet, ob eine direkte Verbindung möglich ist oder nicht. Falls nicht, wird im Hintergrund eine VPN-Verbindung erstellt.

 

Features, die noch fehlen

Zwar macht ZimaOS bereits einen recht guten Eindruck und ist auch soweit voll im Alltag nutzbar, dennoch gibt es einige Punkte, die fehlen bzw. noch ausbaufähig wären. Dies vor allem im Bereich der Speicherverwaltung.

Hier ein paar Punkte, die mir aufgefallen sind. Falls doch einer dieser Punkte vorhanden ist und mir nur nicht aufgefallen ist, bitte ich das zu verzeihen.

  • Keine SSD-Caches möglich
  • Kein effizientes Mischen von Laufwerken mit unterschiedlicher Kapazität
  • Keine gesonderte Foto-App (lässt sich aber mit Immich lösen)
  • Benutzerverwaltung sehr basic
  • Keine erweiterten SMART-Daten sichtbar
  • Kein ZFS-Support
  • App-Auswahl ausbaufähig

Fazit

Wenn du nach einem einfachen NAS-Betriebssystem für dein DIY-NAS oder deinen Homeserver suchst, solltest du ZimaOS ganz klar auf dem Schirm haben!

Es ist zwar klar ersichtlich, dass ZimaOS noch „Work in Progress“ ist und noch nicht ganz den Status erreicht hat, den die Betriebssysteme von Synology, QNAP oder UGREEN bieten, aber es ist gut nutzbar!

Dabei ist ZimaOS definitiv nutzerfreundlicher als TrueNAS oder Unraid. Ja, Unraid hat noch einen deutlich höheren Funktionsumfang und vor allem beim Speichermanagement mehr Features, aber ich denke, ich könnte auf meinem NAS bereits mit dem „Ist“-Status von ZimaOS gut leben!

Schau es dir also mal als Alternative zu Unraid und TrueNAS an.

Tipp

Dir gefällt Techtest?

Lass dir unsere neuesten Artikel in der Google-Suche ganz oben anzeigen.

Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen

Transparenz / Info: In diesem Artikel sind Affiliate /Werbe Links enthalten. Solltest Du diese nutzen, dann wird Techtest am Verkaufserlös beteiligt, ohne das sich für Dich der Preis verändert. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen. Dies ist eine wichtige Hilfe das hier auch in Zukunft neue Artikel entstehen können. 

Michael Barton
Michael Barton
Hi, hier schreibt der Gründer und einzige Redakteur von Techtest.org. Vielen Dank für das Lesen des Beitrags, ich hoffe dieser konnte dir weiterhelfen. Mehr Informationen über den Autor

Weitere spannende Artikel

Powerbanks für den Blackout? Eine gute Idee? Welche Modelle sind empfehlenswert?

Die Gefahr eines längeren Stromausfalls nimmt zunehmend zu. Entsprechend gibt es immer mehr Vorsorge- Tipps und auch die Industrie und die Händler stürzen sich...

Das leichteste USB-C-Ladegerät jeder Leistungsklasse (2026) Welches hat die höchste Energiedichte?

Es gibt zwei Sorten von USB-Ladegeräten. Die einen stecken zu Hause hinter dem Nachttisch oder unter dem Schreibtisch. Dort kann es dir eigentlich egal...

Was ist PPS und AVS? USB Power Delivery Ladegeräte mit PPS, Übersicht und Info

USB Power Delivery Ladegeräte sind nichts Neues mehr. Es gibt hunderte Modelle auf dem Markt, und diese sind mittlerweile der de-facto-Standard. Auch fast alle Smartphone-Hersteller...

Neuste Beiträge

Welche Powerbanks und Ladegeräte unterstützen AVS? Liste 2026

Beim Laden über USB-C gibt es aktuell mehrere wichtige Bausteine: USB Power Delivery, PPS und, ganz neu immer relevanter, AVS. Genau genommen ist USB...

iPhone 18 Pro Max Ladeanalyse: Bis zu 52 W mit AVS – welches Ladegerät brauchst du?

Die neuen iPhone-18-Pro- und Pro-Max-Modelle sind da! Und beim Laden dieser scheint sich einiges getan zu haben. So wirbt Apple mit 60 W schnellem Laden!...

Teufel IKONIO im Test: Bester All-In-One-Streaming-Lautsprecher für 1200 €?

Teufel hat mit dem IKONIO einen außergewöhnlichen Lautsprecher auf den Markt gebracht! Ich denke, direkt auf den ersten Blick wird dir klar sein, warum...

Wissenswert

iPhone 18 Pro + AVS ?! Erste Infos!

Kleine Info zum iPhone 18 Pro und Pro Max voraus. Es sieht so aus, als hätte Apple das Laden dieser Smartphones massiv aufgebohrt. So scheinen...

Das leichteste USB-C-Ladegerät jeder Leistungsklasse (2026) Welches hat die höchste Energiedichte?

Es gibt zwei Sorten von USB-Ladegeräten. Die einen stecken zu Hause hinter dem Nachttisch oder unter dem Schreibtisch. Dort kann es dir eigentlich egal...

Technik Made in Germany – welche Hersteller gibt es 2026 noch?

Ich denke, es ist ein offenes Geheimnis, dass 99 % aller Elektronikprodukte aus China oder allgemein aus Asien kommen. Es gibt so gut wie keine...

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.