Dreame hat sein Produkt-Ökosystem weit über nur Saugroboter hinweg ausgebaut. Neben Küchengroßgeräten und Waschmaschinen bietet Dreame auch eine Klimaanlage an.
In der aktuellen Hitzewelle / Sommer könnte nun der ein oder andere mit dieser liebäugeln.
Aber wie gut ist die Dreame P-Wind10 Mobile Klimaanlage? Mit einem Preis von 359 € ist diese auf den ersten Blick sehr interessant!
Wollen wir uns die Dreame P-Wind10 doch einmal im Test ansehen!
An dieser Stelle vielen Dank an Dreame für das Zurverfügungstellen der Klimaanlage für diesen Test.
Die Dreame P-Wind10 im Test
Bei der Dreame P-Wind10 handelt es sich um eine „Mobile“ Klimaanlage. Mobil muss hier allerdings in Anführungszeichen gesetzt werden.
So haben wir hier eine klassische Monoblock-Klimaanlage, welche du auf Rollen verschieben kannst. Hierdurch ist ein Fahren der Klimaanlage von Raum zu Raum durchaus möglich, aber mit 285 x 305 x 700 mm von wirklich „Mobil“ zu sprechen ist so eine Sache. Das ist keine Wohnwagen-Klimaanlage.
In der Praxis wirst du diese im Sommer vermutlich „fest“ aufstellen an der gewünschten Position und sie im Winter in eine Ecke rollen. Für mich passt das soweit auch, denn mit 9000 bzw. 7000 BTU Leistung hat diese auch etwas mehr Power als richtig portable/mobile Klimaanlagen.
Dabei ist das Design der Dreame P-Wind10 schlicht, schick und hochwertig! Hier habe ich absolut nichts zu bemängeln. Ebenso funktioniert die Steuerung über das kleine Display und die Touch-Tasten gut.
Neben der Steuerung direkt am Gerät lässt sich die Dreame P-Wind10 auch über das Smartphone steuern, wie auch über eine recht gute beiliegende Fernbedienung.
Abluftschlauch bedenken!
Wie alle echten Klimaanlagen hat auch die Dreame P-Wind10 einen Abluftschlauch. Über diesen wird warme Luft nach draußen befördert.
Dieser ist 1,5 Meter lang und zwingend erforderlich! Hast du eine „Klimaanlage“ ohne Abluftschlauch, die kein Split-Gerät ist, ist diese vermutlich Fake.
Im besten Fall solltest du versuchen, dein Fenster so gut wie möglich zu isolieren, also nicht einfach offen stehen lassen mit dem Schlauch raushängend.
Dreame legt hier eine Blende bei, welche allerdings primär für US-Fenster gemacht ist, die von oben nach unten öffnen. Unsere Kipp-/seitlich öffnenden Fenster lassen sich damit nicht „isolieren“.
Hast du Rollladen, dann funktioniert diese beiliegende unter Umständen, unten einfach zwischen die Rollladen klemmen. Ist dies aber keine Option, musst du kreativ werden und dir eventuell ein gesondertes Set für Abluftschläuche kaufen.
Kondenswasser
Ein anderer Punkt ist Kondenswasser. Bei Klimaanlagen entsteht immer Kondenswasser. Hier liegt auch ein Ablaufschlauch bei.
Allerdings im normalen Betrieb als Klimaanlage ist das egal, hier verdampft die P-Wind10 das Wasser und befördert es über den Abluftschlauch nach draußen.
Entfeuchter
Die P-Wind10 bringt aber auch eine Entfeuchter-Funktion mit. Bei dieser musst du dann den Schlauch nutzen, um Wasser abzulassen.
Kühlleistung, es ist schwierig
Grundsätzlich bringt die Dreame P-Wind10 eine Kühlleistung von 7.000 BTU mit. Laut Dreame reicht dies für +- 25 m².
Mein Plan war es ursprünglich, zu messen, wie sich die Temperatur in einem Raum verändert, während die Klimaanlage läuft.
Allerdings ist es hier praktisch unmöglich, reproduzierbare Werte zu erzeugen, denn wir haben so viele Faktoren, welche die „effektive“ Kühlleistung beeinflussen.
- Außentemperatur, bei 40 Grad tut sich die Dreame P-Wind10 schwerer als bei 25 Grad
- Isolierung des Raums, eine Dachgeschosswohnung ist deutlich schwerer zu kühlen als ein Keller.
- Wird warme Luft angesaugt? Unterdruckproblem bei Monoblock-Klimaanlagen.
Mein Schlafzimmer, ca. 20 m², schafft die Klimaanlage bei 34+ Grad Außentemperatur auf 23-24 Grad zu stabilisieren bzw. mit geschlossenen Türen sinkt die Temperatur um ca. 0,5 Grad unter diesen Wert pro Stunde.
Ist die Schlafzimmertür offen (restliche Wohnung ca. 27-28 Grad), verharrt die Temperatur auf ca. 23-24 Grad.
Kurzum, ja, die Dreame P-Wind10 reicht für den Sommer und einen +- 20 m² Raum aus, denkst du aber daran, eine offene Wohnung mit dieser effektiv zu kühlen, wirst du enttäuscht. Natürlich bleibt der Luftstrom der Klimaanlage kühl und sehr angenehm, aber eine permanente Auswirkung auf die Raumtemperatur gibt es bei großen offenen Räumen mit 7000 BTU nicht.
Unterdruck bedenken!
Monoblock- bzw. portable Klimageräte haben einen großen Nachteil. Diese erzeugen einen Unterdruck im Raum.
Dieser ist nicht gefährlich, aber sorgt dafür, dass Luft von außen in den Raum gesaugt wird, ob nun durch offene Türen oder durch das Fenster mit Abluftschlauch.
Heißt, wir saugen wieder warme Luft in den Raum, was die Effektivität dieser Klimageräte reduziert, verglichen mit Split-Klimaanlagen.
App-Anbindung
Das Spannende bei der Dreame P-Wind10 ist die App-Anbindung. So ist in der Klimaanlage WLAN integriert.
Hierdurch kannst du diese in dein Heimnetz und die Dreame-App integrieren. Warum macht das Sinn?
Du kannst hierdurch die Klimaanlage von unterwegs steuern! Deine Arbeit ist zu Ende und du machst dich auf den Weg nach Hause? Dann kannst du kurz die Klimaanlage starten, sodass deine Wohnung schon leicht gekühlt ist, wenn du ankommst, ohne dass die Klimaanlage den ganzen Tag laufen musste.
Ansonsten bietet die App alle Funktionen, die du auch am Gerät selbst findest. In dem Sinne nichts „Außergewöhnliches“, aber es ist praktisch, die Klimaanlage aus der Ferne zu steuern und solltest du bereits im Dreame-Ökosystem unterwegs sein, ist es nett, nicht noch eine App zu haben, sondern diese aus der gleichen zu steuern wie z. B. deinen Saugroboter, Mähroboter usw.
Die Lautstärke
So weit, so gut, leider kommt nun aber mein größter Kritikpunkt an der Dreame P-Wind10, die Lautstärke.
Leider besitzt die Dreame P-Wind10 nur 2 Stufen! Ich war hier auch überrascht, aber die Leistung/Lüfterlautstärke lässt sich wirklich nur in 2 Stufen steuern.
- Stufe 1: stark und laut
- Stufe 2: sehr stark und sehr laut
In beiden Stufen hat die Dreame P-Wind10 einen vergleichsweise hohen Luftdurchsatz. Allerdings ist die Klimaanlage auf beiden Stufen auch sehr deutlich zu hören. Auf Stufe 2 würde ich sie sogar als laut bezeichnen, als würde ein Staubsauger permanent laufen.
Die Lautstärke ist für eine Klimaanlage nicht außergewöhnlich, ganz im Gegenteil, aber sie ist auch nicht besonders leise. Ich hätte mir hier einfach noch mehr Leistungsstufen gewünscht.
Stromverbrauch
Bei einer Klimaanlage ist der Stromverbrauch ein nicht ganz unwichtiger Punkt.
Im Betrieb als Klimaanlage ist der Stromverbrauch der Dreame P-Wind10 sehr konstant, sofern nicht die Zieltemperatur erreicht wurde.
So kannst du mit einem konstanten Verbrauch von +- 810 W rechnen.
Wird die Zieltemperatur erreicht, sinkt der Verbrauch auf 130 W, wenn der Kompressor nicht läuft. Selbigen Verbrauch haben wir auch, wenn die Klimaanlage im „Lüfter“-Modus ist.
+- 810 W im Klimaanlagen-Betrieb ist OK, das passt für ein Modell mit dieser Leistung.
+- 130 W (auf maximaler Lüftergeschwindigkeit) bzw. 116 W (auf niedriger Lüftergeschwindigkeit) im Nur-Kühlen-Modus ist hingegen sehr hoch! Hier bist du mit einem Ventilator besser bedient.
Fazit
Die Dreame P-Wind10 hinterlässt im Test einen soliden Gesamteindruck. Du bekommst hier eine typische Monoblock-Klimaanlage, wie sie am Markt in ähnlicher Form von diversen Herstellern angeboten wird. Design, Verarbeitung und Kühlleistung bewegen sich auf einem guten Niveau.
Mit 7.000 BTU reicht die P-Wind10 für einen Raum von rund 20 m² absolut aus. In meinem Schlafzimmer konnte diese die Temperatur bei 34+ Grad Außentemperatur zuverlässig auf angenehme 23-24 Grad stabilisieren. Klar, das typische Monoblock-Problem des Unterdrucks bleibt bestehen, und wer eine ganze offene Wohnung effektiv kühlen möchte, wird mit dieser Leistungsklasse nicht glücklich. Das ist aber keine Kritik direkt an der Dreame, sondern gilt für alle Portable-Klimaanlagen in diesem Segment.
Zwei Punkte trüben das Bild allerdings etwas. Zum einen die Lautstärke: Mit nur zwei Lüfterstufen, die beide deutlich zu hören sind, hätte ich mir hier mehr Feinabstimmung gewünscht. Zum anderen der recht hohe Verbrauch im reinen Lüfter-Modus von rund 130 W, hier bist du mit einem klassischen Ventilator schlichtweg besser bedient.
Das eigentlich Besondere an der Dreame P-Wind10 ist die App-Anbindung. Bist du bereits im Dreame-Ökosystem unterwegs, sei es mit Saugroboter, Mähroboter oder anderen Geräten des Herstellers, dann ist die Integration in die gleiche App ein echter Mehrwert. Du kannst die Klimaanlage bequem aus der Ferne steuern und so zum Beispiel deine Wohnung vorkühlen, bevor du von der Arbeit nach Hause kommst. Genau hier setzt sich die P-Wind10 dann doch spürbar von der klassischen Baumarkt-Konkurrenz ab.
Unterm Strich ist die Dreame P-Wind10 eine solide Monoblock-Klimaanlage zu einem fairen Preis von 359 €. Wer eine klassische Portable-Klimaanlage sucht und Wert auf eine ordentliche App-Steuerung legt, insbesondere im Dreame-Ökosystem, macht mit dieser nichts falsch. Suchst du hingegen die leiseste oder effizienteste Klimaanlage am Markt, oder willst gleich eine ganze Wohnung kühlen, solltest du eher in Richtung Split-Klimaanlage schauen.
