Flache SSD Kühler im Test: Was bringt ein Kupfer- oder Graphene-Kühler SSD?

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NVMe SSDs können extrem heiß werden und ohne Kühlkörper drosseln sich fast alle aktuellen Modelle unter Last. Was aber, wenn du in einer Situation bist, wo es nicht möglich ist, einen Kühlkörper zu benutzen? Beispielsweise in einem Notebook?

Hier ist in der Regel kein Platz für einen Kühlkörper. Einige Hersteller bieten allerdings extra flache NVMe SSD Kühler an. So bin ich beispielsweise bei AliExpress über Graphene-/Kupfer-Kühlkörper, wie auch diverse reine Kupfer-Kühlpads gestolpert. Wollen wir uns einmal ansehen, was diese kleinen „Mini“-SSD-Kühlkörper und -Pads bringen!

 

4x flache SSD Kühler im Vergleich

Für diesen Test habe ich mir 4 flache SSD-Kühlkörper bestellt. Dies bei AliExpress, aber vergleichbare Modelle gibt es auch bei Amazon, eBay und Co.

JEYI Graphen Kühlkörper 3.29 €
JEYI Kupfer Kühlkörper 1mm 2.89 €
Aluminium Kühlkörper 1.39 €
NVME SSD Kupfer Kühler (Notebook) 4.19 €

 

Wie du sehen kannst, sind die von mir gewählten Modelle via AliExpress aus China recht günstig erhältlich.

So habe ich hier zunächst einen 08/15 flachen Aluminium-Kühlkörper bestellt, wie auch zwei Modelle aus reinem Kupfer und ein besonders exotisches Modell, das auf eine Mischung aus Graphene und Kupfer setzt.

 

Abmessungen und Gewicht

Im Allgemeinen gilt bei Kühlkörpern, dass eine möglichst große Fläche und auch ein großes Gewicht vorteilhaft für die Kühlleistung sind. Allerdings haben wir gerade in Notebooks meist nicht viel Raum für einen dicken Kühlkörper.

Daher ist hier ein möglichst flaches Design von Vorteil. Allerdings beschränkt das natürlich die Möglichkeit, Wärme an die umgebende Luft abzuführen.

g mm
JEYI Graphen Kühlkörper 0.85 0.2
JEYI Kupfer Kühlkörper 1mm 14.68 1
Aluminium Kühlkörper 9.41 3.4
NVME SSD Kupfer Kühler (Notebook) 13.17 0.7

 

Mit einer Höhe von 3,4 mm ist der Aluminium-Kühlkörper der höchste im Vergleich. Alle anderen Modelle sind 1 mm oder flacher. Damit verbessern diese nur bedingt die Wärmeabfuhr, aber können als „Thermal Mass“ dienen, um kurze Leistungsspitzen abzufangen. Hier ist vor allem der JEYI Kupfer-Kühlkörper (1 mm) interessant, welcher mit 14,68 g klar das schwerste Modell im Vergleich ist.

 

Montage

Der Graphene-Kühler, welcher effektiv eher ein Aufkleber ist, wird einfach auf die SSD „geklebt“, wie ein Sticker. Die beiden anderen Kühlkörper von JEYI werden über Wärmeleitpads und kleine Gummiringe befestigt. Nicht elegant, aber tatsächlich recht sicher. Der „Notebook“-Kupfer-Kühlkörper wird ebenfalls mit einem Kühlpad befestigt und anschließend verschraubt.

 

Der Test: CrystalDiskMark

Als Test-SSD habe ich die Corsair MP600 PRO LPX gewählt. Bei dieser handelt es sich um eine SSD der Oberklasse, welche einseitig bestückt ist. Zunächst habe ich die SSD mit CrystalDiskMark belastet. Dies mit einer 64 GB Testdatei-Größe, um den Test etwas intensiver zu gestalten. Diesen Test habe ich mit allen Kühlern und einmal komplett ohne Kühler durchlaufen lassen.

Das Erste, was wir feststellen können, ist, dass jeder Kühler besser ist als gar kein Kühler. Ansonsten haben wir eine Rangliste nach dem Motto „Mehr Oberfläche = besser“.

  1. Aluminium-Kühlkörper
  2. NVMe SSD Kupfer-Kühler (Notebook)
  3. JEYI Kupfer-Kühlkörper 1mm
  4. JEYI Graphen-Kühlkörper
  5. Kein Kühler

So bot der 08/15 Aluminium-Kühlkörper die besten Temperaturen, welche fast 20 Grad in der Spitze unter den Resultaten ohne Kühlkörper lagen. Auf Platz 2 landet der Kupfer-Kühlkörper, welcher speziell für Notebooks beworben wird, auf Platz 3 das Kupfer-Pad und auf Platz 4 der JEYI Graphen-Kühlkörper. Letzterer verbesserte die Temperaturen höchstens minimal verglichen mit den Messungen ohne Kühlkörper. Lediglich ganz am Anfang ist zu sehen, dass sich die SSD mit dem JEYI Graphen-Kühlkörper minimal länger brauchte, um sich aufzuheizen. Dennoch, wenn du dich entscheiden musst: Kein Kühlkörper oder der JEYI Graphen-Kühlkörper (bzw. es ist ja eher ein Aufkleber), dann ist selbst der Aufkleber besser als nichts.

 

Test 2: Konstante Last

In Test 2 habe ich die SSD konstant mit der maximal möglichen Geschwindigkeit mit Daten gefüllt, bis diese komplett voll war. Dabei habe ich die durchschnittliche Datenrate mitgeschrieben, wie auch die Temperaturen.

Okay, die Temperaturen bei diesem Test sehen etwas abenteuerlich aus. Dies liegt daran, dass die SSD sich teils drosselt, um nicht zu überhitzen. Viel interessanter ist die durchschnittliche Datenrate.

Und hier können wir extreme Unterschiede sehen. Vor allem, was die größere Kühloberfläche des Aluminium-Kühlkörpers bewirkt. Hier erreichte die Corsair MP600 PRO LPX die mit Abstand höchste Geschwindigkeit. Die beiden Kupfer-Modelle schneiden +- identisch ab und selbst mit dem JEYI Graphen-Kühlpad sehen wir eine etwas höhere konstante Datenrate als komplett ohne Kühler. Erneut, dies ist ein Dauerlast-Test, welcher so in der Praxis wohl kaum vorkommen wird.

 

Fazit

NVMe SSDs sind eine heiße Sache und benötigen unter Last Kühlung. Dabei ist jede der hier getesteten Kühllösungen besser als nichts!

Allerdings gibt es praktische Unterschiede. Generell gilt: Je mehr Fläche ein Kühler hat, desto besser. Allerdings hatten selbst das flache Graphen-Pad und die Kupfer-„Blöcke“ schon eine positive Auswirkung. Überraschend war vor allem, wie gut der einfache Aluminium-Kühler funktionierte. So konnte dieser die Temperatur im Test um bis zu 20 Grad bei der Corsair MP600 PRO LPX senken.

(zu Aliexpress)

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Michael Barton
Michael Barton
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