Gamakay TK75 TMR im Test: Leise TMR-Tastatur mit 8000 Hz und deutschem Layout

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Der Markt für hochwertige Tastaturen hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Vorbei sind die Zeiten, als es nur Corsair, Logitech, Razer und Co. gab.

Mittlerweile mischen immer mehr kleinere asiatische Hersteller den Markt auf. Diese nutzen in der Regel hochwertige mechanische Taster in Kombination mit hochwertigen Gehäusen, interner Dämpfung usw.

Gamakay ist ein weiterer dieser vielversprechenden Hersteller, welcher noch recht neu auf dem deutschen Markt ist.

So setzen diese bei der TK75 TMR auf die theoretisch beste Technik, die es derzeit gibt. Gamakay nutzt hier Taster mit TMR-Technologie.

TMR-Technologie = Tunnel-Magnetowiderstand

Hinzu kommen eine 8000-Hz-Pollingrate, optional ein kabelloser Betrieb, ein kleines 0,85-Zoll-Display, Bluetooth und noch vieles mehr.

Klingt doch spannend, oder? Finden wir mehr dazu im Test der Gamakay TK75 TMR heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an Gamakay für das Zurverfügungstellen der TK75 TMR für diesen Test.

 

Mit deutschem Layout!

Ein wichtiger Punkt: Gamakay bietet die TK75 TMR mit dem normalen ISO-DE-QWERTZ-Layout an! Das ist bei kleineren Herstellern nicht selbstverständlich. Du musst dich hier also nicht mit dem US-QWERTY-Layout herumschlagen.

 

Die Gamakay TK75 TMR im Test

Bei der Gamakay TK75 TMR handelt es sich um eine kompakte 75-%-Tastatur. Diese ist dabei in schwarzer und weißer Farbe erhältlich.

Das Design ist dabei grundsätzlich recht klassisch, wir haben aber moderne Elemente wie das Drehrad für die Lautstärke und ein kleines Display.

Dabei ist die Tastatur allerdings komplett aus Kunststoff gefertigt. Hierdurch fühlt diese sich etwas „günstiger“ an.

Die Verwindungssteifheit ist allerdings gut, genau wie die generelle Stabilität. Massiv ist die Tastatur also trotz der Kunststoffkonstruktion.

Für die Ergonomie haben wir ausklappbare Standfüße, welche das Anwinkeln in zwei Stufen erlauben. Unter einem der Standfüße ist auch der USB-Funkempfänger versteckt. Leider neigt dieser zum Herausfallen, wenn du die Füße ausklappst.

Mit im Lieferumfang sind neben der Tastatur und dem Funkempfänger ein Keycap- und Switch-Entferner, 4 Ersatz-Taster, eine Escape-Tastenkappe im Gamakay-Design und natürlich ein USB-C-auf-USB-A-Kabel. Letzteres ist allerdings sehr einfach und nicht mal textilummantelt.

 

USB, Funk und Bluetooth

Du kannst die Gamakay TK75 TMR wahlweise kabelgebunden, via USB-Funkempfänger oder via Bluetooth verbinden.

Für die Wahl der Verbindung findet sich ein Schalter auf der Rückseite der Tastatur.

 

Layout, ISO-DE

Die Gamakay TK75 TMR setzt auf ein 75-%-Layout. Heißt, alle wichtigen Tasten sind vorhanden, wir haben lediglich kein Nummernpad.

Dabei haben wir das ganz normale deutsche Layout mit Ü, Ä, Ö usw. Insgesamt finden wir 82 Tasten auf der TK75.

Auf Seiten der Sondertasten gibt es nur eine, und zwar das Drehrad oben rechts. Von Haus aus erlaubt dieses ein Verstellen der Lautstärke durchs Drehen. Das Drehrad lässt sich aber auch drücken, was von Haus aus die Wiedergabe pausiert bzw. fortsetzt.

 

Das Display

Eine kleine Besonderheit der Gamakay TK75 TMR ist das integrierte Display. Kleine Besonderheit ist hier auch sehr zutreffend, denn dieses Display ist so groß wie eine Taste.

Qualitativ ist das Display „akzeptabel“. Von Haus aus zeigt dieses die Uhrzeit an, den Ladestand, das Datum, ob CAPS Lock aktiv ist, und ähnliche Dinge. Dafür ist auch keine Software auf deinem PC nötig.

Du kannst aber das Display anpassen und beispielsweise eigene Bilder anzeigen usw. Eine Möglichkeit, Systeminformationen anzuzeigen, habe ich leider keine entdeckt. Soll nicht heißen, dass es unmöglich ist, aber es ist anscheinend, wenn, nur über Umwege möglich.

 

Die Taster: Gamakay Phoenix V3 und Mercury V3

Gamakay bietet die TK75 TMR mit zwei unterschiedlichen magnetischen Tastern an, den Phoenix V3 Silent und den Mercury V3. Beide sind linear.

Du hast beim Herunterdrücken also keinen bewusst eingebauten Druckpunkt und keinen Klickmechanismus wie beispielsweise bei klassischen blauen „Cherry“-Tastern. Der wichtigste Unterschied liegt in der Geräuschdämpfung und der Federkraft.

Die technischen Daten laut Gamakay:

Eigenschaft Phoenix V3 Silent Mercury V3
Charakteristik Linear, mit Silent-Dämpfung Linear
Gesamter Tastenweg 3,5 ± 0,2 mm 3,5 ± 0,1 mm
Anfangskraft 35 gf 30 gf
Angegebene Betätigungskraft 45 ± 5 gf 45 ± 5 gf
Kraft am unteren Anschlag 58 gf 55 gf

gf steht für Grammkraft und beschreibt den Widerstand der Feder.

Die Phoenix V3 sind besonders auf einen leisen Betrieb ausgelegt. Ihre interne Dämpfung reduziert die Geräusche sowohl beim Herunterdrücken als auch beim Zurückfedern. Die Mercury V3 benötigen dagegen etwas weniger Kraft zu Beginn des Tastenwegs und am unteren Anschlag. Auf Basis der Herstellerwerte sollten sie sich daher etwas leichter drücken lassen. Beide Varianten verfügen außerdem über einen RGB-Diffusor zur Lichtverteilung.

 

Magnetische Taster mit TMR-Technologie

Die größte Besonderheit der Gamakay TK75 TMR steckt in der Erfassung deiner Tastendrücke. Bei einer klassischen mechanischen Tastatur schließt der Taster beim Herunterdrücken einen elektrischen Kontakt. Die TK75 TMR erfasst die Bewegung hingegen magnetisch und kann dadurch erkennen, wie weit du eine Taste herunterdrückst. Das ermöglicht einen einstellbaren Auslösepunkt und Funktionen wie Rapid Trigger.

TMR steht für „Tunnel Magnetoresistance“, auf Deutsch Tunnel-Magnetowiderstand. Vereinfacht gesagt verändert sich der elektrische Widerstand eines Sensors abhängig vom Magnetfeld. Bewegt sich der Magnet im Taster, lässt sich daraus dessen Position bestimmen.

Das Prinzip ähnelt den bereits verbreiteten Hall-Effekt-Tastaturen, nutzt aber eine andere Sensortechnik. Gamakay wirbt hier mit einer höheren Empfindlichkeit. Offen gesagt, einen Unterschied konnte ich hier in der Praxis nicht bemerken.

Der große Vorteil hier ist, wie bei der Hall-Effekt-Technik, die Möglichkeit, den Auslösepunkt einzustellen, und das auch auf einer „pro Taste“-Basis. Dieser kann zwischen 0,01 und 3 mm frei eingestellt werden.

Willst du also, dass eine Taste schneller auslöst als die anderen, kannst du dies frei einstellen.

 

8000 Hz

Die Gamakay TK75 TMR bringt eine 8000-Hz-Pollingrate via USB-C oder auch über den Funkempfänger mit. Dies beschleunigt die Reaktionsfähigkeit der Tastatur noch ein Stück weiter.

Ist der Unterschied zur klassischen Pollingrate von 1000 Hz groß? Nein, für mich kaum oder gar nicht spürbar, aber in der Theorie ist es ein Vorteil, und gerade für „ernsthafte“ Gamer kann dies hier und da mal helfen, einen Kill zu sichern oder einen Sprung zu schaffen, der vielleicht ansonsten nicht möglich gewesen wäre.

 

Software? WebUI!

Spannenderweise brauchst du für die Konfiguration der Tastatur keine Software auf deinem PC! Du kannst die Tastatur über eine WebUI steuern, unabhängig vom Betriebssystem.

Du rufst einfach https://www.qmk.top/ auf, wählst deine Tastatur aus und los geht’s! Du kannst hier die Tastenzuordnungen anpassen, den Auslösepunkt einstellen, die RGB-Beleuchtung konfigurieren usw.

Das ganz ohne Software, die permanent im Hintergrund läuft und Systemressourcen frisst. Gerade für Linux-Nutzer ist das auch sehr spannend!

Alle Einstellungen werden dabei direkt auf der Tastatur gespeichert.

 

RGB-Beleuchtung

Natürlich bringt die Gamakay TK75 TMR auch eine Pro-Taste-RGB-Beleuchtung mit, wie auch einen kleinen RGB-LED-Streifen.

Die Beleuchtung ist so weit in Ordnung und über die UI kannst du einige verschiedene Muster einstellen.

Allerdings ist die Helligkeit nicht die höchste, die ich bislang gesehen habe, eher im Gegenteil. Die Helligkeit ist in einem dunklen Raum ausreichend.

 

Das Tippgefühl

Kommen wir zum Abschluss noch auf das Tippgefühl zu sprechen. Ich habe im Test die Version mit Phoenix-V3-Tastern.

Diese Taster werden als „Silent“ und gedämpft beworben. Dem kann ich auch zustimmen!

Generell ist die Tastatur leise, wenn nicht sogar sehr leise. Das normale Tippen ist leiser als bei den meisten Membran-Tastaturen und es gibt bei jedem Tastendruck nur ein sanftes „Klonk“.

Dabei ist das Tippgefühl angenehm. Ja, die Dämpfung ist beim Anschlag spürbar, aber die Tastatur fühlt sich nicht „matschig“ an, ganz im Gegenteil. Sowohl beim Gaming als auch beim Schreiben. Gerade falls du fürs Büro oder fürs Streaming eine mechanische Tastatur suchst, wäre dieses Modell recht weit oben auf meiner Liste.

Dabei sind die großen Tasten sauber stabilisiert. Lediglich die Leertaste springt etwas aus der Reihe, was die Lautstärke angeht. Diese ist merklich lauter als alle anderen Tasten. So klingt diese vor allem etwas heller.

Aber selbst die Leertaste ist für eine mechanische Tastatur weiterhin überdurchschnittlich leise.

Ansonsten war das Tippen auf der Gamakay TK75 TMR ermüdungsfreier als auf meiner ansonsten genutzten AKKO MOD007B-HE. Ich denke, dies liegt am gedämpften Anschlag.

Auch beim Gaming fühlte sich die Tastatur reaktionsschnell und gut an, auch wenn ich hier vielleicht eher die Version mit den Mercury-V3-Tastern bevorzugen würde, welche sich etwas „knackiger“ anfühlt, auch wenn es bei der Reaktionsgeschwindigkeit aufgrund des einstellbaren Auslösepunkts keinen Unterschied gibt.

Gerade durch den frei einstellbaren Auslösepunkt kann die Gamakay TK75 TMR extrem reaktionsschnell sein, wenn du den Auslösepunkt sehr früh einstellst – der Vorteil halt von TMR-Tastaturen.

 

Fazit

Die Gamakay TK75 TMR ist eine spannende und im Alltag sehr angenehme Tastatur! Dabei überzeugt diese aus meiner Sicht nicht nur durch ihre moderne TMR-Technik, sondern vor allem durch das gelungene Tippgefühl.

Gerade die hier getesteten Phoenix V3 Silent Taster haben mir sehr gut gefallen. Diese sind ausgesprochen leise und bieten einen angenehm gedämpften Anschlag, ohne sich dabei matschig anzufühlen. Entsprechend eignet sich die Tastatur sowohl fürs Gaming als auch für längere Texte. Suchst du eine kompakte Tastatur fürs Büro oder fürs Streaming, dann wäre die TK75 TMR mit diesen Tastern recht weit oben auf meiner Liste!

Aber auch technisch hat die Tastatur einiges zu bieten. Der pro Taste einstellbare Auslösepunkt, Rapid Trigger und die 8000-Hz-Pollingrate über USB und Funk ergeben ein modernes Gesamtpaket. Einen klar spürbaren Vorteil der TMR-Sensoren gegenüber guten Hall-Effekt-Tastaturen konnte ich allerdings nicht feststellen. Der praktische Mehrwert liegt hier vor allem darin, die Reaktion der Tasten an deine Vorlieben anpassen zu können.

Sehr positiv finde ich zudem die Konfiguration über die WebUI. Du benötigst keine zusätzliche Software, die dauerhaft im Hintergrund läuft, und die Einstellungen werden direkt auf der Tastatur gespeichert. Hinzu kommen USB, Funk und Bluetooth, das deutsche ISO-DE-Layout und das praktische Lautstärkerad.

Natürlich gibt es auch kleinere Schwächen. Das Kunststoffgehäuse ist stabil, vermittelt aber kein ausgesprochen hochwertiges Gefühl. Die RGB-Beleuchtung könnte heller sein und die Leertaste fällt akustisch etwas aus der Reihe. Auch das kleine Display ist für mich eher eine nette Zugabe als ein entscheidender Kaufgrund.

Unterm Strich kann ich die Gamakay TK75 TMR mit Phoenix V3 Silent Tastern klar empfehlen, wenn du eine leise und angenehm zu tippende 75-%-Tastatur mit umfangreichen Gaming-Funktionen suchst. Gerade die Kombination aus gutem Tippgefühl, flexibler Verbindung und unkomplizierter Konfiguration macht diese im Alltag attraktiv!

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Michael Barton
Michael Barton
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