Mit der SOLIX S2000 bietet Anker eine ultraflexible Powerstation an. Diese soll gleich mehrere Funktionen erfüllen.
- Als klassische Powerstation
- Nutzung als USV
- Nutzung als Solar-Speicher
So soll diese zunächst eine extrem kompakte 2-kWh-Powerstation sein, mit bis zu 3000 W Spitzenleistung. Aber Anker wirbt auch mit einer sehr hohen Effizienz bei der Nutzung als USV wie auch mit schnellen Umschaltzeiten.
Zu guter Letzt ist auch die Nutzung als Solar-Speicher möglich! Du kannst die SOLIX S2000 direkt mit Solarpanels mit bis zu 400 W betanken.
Damit ist die SOLIX S2000 eine sehr flexible Powerstation, zumindest auf dem Papier! Aber wie sieht es in der Praxis aus? Kann hier die Powerstation überzeugen und welche Limitierungen gibt es? Finden wir es im Test heraus!
An dieser Stelle vielen Dank an Anker für das Zurverfügungstellen der Powerstation für diesen Test.
Die SOLIX S2000 im Test
Die Anker SOLIX S2000 ist nicht deine typische Powerstation. Diese setzt auf ein vergleichsweise „cleanes“ Design. Viele Powerstations haben eher ein Outdoor-Design, das ist hier nicht der Fall.
Die Powerstation wirkt sehr aufgeräumt, schlicht und schick.
Dabei legt Anker großen Wert auf die Abmessungen. So misst die Powerstation 208 × 282 × 323,3 mm und bringt 16,2 kg auf die Waage. Für eine Powerstation mit 2000 Wh ist das vergleichsweise kompakt.
Was auffällt: Wir haben keinen Tragegriff. Trotz der kompakten Abmessungen ist dies aus meiner Sicht weniger eine Powerstation, die du mit zum Camping usw. nehmen willst, sondern eher ein Modell für Haus, Hof, Garten oder vielleicht auch den Wohnwagen.
Anschlüsse der Anker SOLIX S2000
Die SOLIX S2000 ist recht minimalistisch ausgestattet, was auch in einem gewissen Rahmen für die Anschlüsse gilt.
- 4x Schuko-Steckdosen 230 V – 1500 W maximale Leistung, 3000 W Spitzenleistung
- 1x USB-C mit 100 W USB PD
- 1x USB-C mit 15 W
- 1x USB-A mit 12 W
Das Highlight der S2000 sind die 4 Steckdosen. Diese bieten gemeinsam bis zu 1500 W, ordentlich! Dabei haben wir eine temporäre Spitzenleistung von bis zu 3000 W.
Hinzu kommen noch 3x USB-Ports, wovon aber lediglich der primäre Port mit einer Leistung von bis zu 100 W nennenswert ist.
Wir haben leider keinen KFZ- oder anderen DC-Ausgang.
Mit integriertem Display
Auf der Front der S2000 finden wir ein großes und schönes LCD-Display. Dieses zeigt dir folgende Informationen an:
- Akkustand in %
- Verbleibende Laufzeit / Ladezeit
- Ausgangsleistung in Watt
- Eingangsleistung in Watt
- Aktive Anschlüsse
Mit WLAN
Die S2000 bietet auch integriertes WLAN. Hierüber kannst du die Powerstation mit der Anker-App verbinden.
Diese liefert dir dann erweiterte Informationen – Akkustand, Leistung pro Port usw. -, wie aber auch diverse Einstellungsmöglichkeiten!
So kannst du z. B. die Eingangsleistung künstlich drosseln und vor allem den Betriebsmodus wählen.
Die USB-C-Ports
Die SOLIX bietet neben den Steckdosen zwei USB-C-Ports und einen USB-A-Port. Wirklich spannend ist hier aber nur der primäre USB-C-Port.
- USB-C 1 – 100 W – USB Power Delivery – 5V/3A, 9V/3A, 15V/3A, 20V/5A
- USB-C 2 – 15 W – 5V/3A
Der primäre USB-C-Port bietet mit 100 W eine sehr ordentliche Leistung. Damit hat dieser genug Power für z. B. Notebooks, Powerbanks usw. Allerdings unterstützt dieser Port NICHT PPS oder AVS! Daher ist die Ladegeschwindigkeit mit vielen Android-Smartphones deutlich reduziert.
Kurzum, die USB-A-Anschlüsse sind nette Boni, aber technisch ist hier deutlich Luft nach oben!
Solar-Speicher?
Leider lässt sich die SOLIX S2000 NICHT als herkömmlicher Solar-Pufferspeicher nutzen! Es ist nicht möglich, die Powerstation mit einem Smart Meter zu koppeln oder Ähnliches, um den Überschuss aus einer Solaranlage aufzufangen.
Du kannst lediglich über den XT60-Port auf der Front ein oder mehrere Solarpanels mit der Powerstation verbinden und diese so direkt laden. Ein Einspeisen ins Netz ist aber auch nicht möglich. Schade, hier hat Anker etwas Potenzial liegen lassen.
Was möglich ist, ist die Powerstation nach Zeitplan zu laden, z. B. immer nachts oder tagsüber zu laden.
Aufladen der Anker SOLIX S2000
Die Anker SOLIX S2000 bietet einen AC- und DC-Eingang.
So kannst du die SOLIX ganz normal über die Steckdose laden, wie eine normale Powerstation. Du kannst diese aber auch via Solar / DC über einen XT60i-Port auf der Front laden.
Auf der DC-Seite soll die Powerstation 11V – 28V⎓8,2A / 28V – 60V⎓12,5A Max (400W Max) akzeptieren. Du kannst hier also mit einem passenden Adapterkabel eine Vielzahl verschiedener Solarpanels anschließen.
Ich kann bestätigen: An einer 13-14-V-Quelle nimmt die Powerstation ca. 8,x A auf, also um die 100 W.
Über den AC-Eingang kann die Powerstation 1100 W aufnehmen bzw. 1500 W. Im Standardmodus ist das Laden auf 1100 W limitiert. Wenn dir aber die Lüfter-Lautstärke egal ist und vielleicht auch eine etwas höhere Abnutzung der Akkuzellen, kannst du das „Ultra-Schnelle“ Laden aktivieren.
Beim Laden mit ±1100 W dauert eine Ladung rund 2:15 h. Dabei nimmt die Powerstation ziemlich konstant 1122 W auf, bis kurz vor dem Ende des Ladevorgangs.
Das passt alles so weit und die Powerstation kann sehr schnell laden!
Wichtig: Du kannst die aufgenommene Leistung auch auf Wunsch manuell drosseln, auf z. B. 600 W, 500 W usw.
Wie hoch ist die echte nutzbare Kapazität?
Laut Anker bietet die S2000 eine Kapazität von genau 2000 Wh. Aber wie hoch fällt die Kapazität in der Praxis aus?
Je nach Last schwankte die wirklich nutzbare Kapazität bei mir im Test zwischen 1778 Wh und 1969 Wh.
Dabei ist generell der USB-C-Port effizienter als die Steckdosen – nicht überraschend – und die Steckdosen sind bei höheren Lasten tendenziell effizienter als bei besonders niedriger Last.
Im Schnitt lag die Kapazität bei 1893 Wh, das entspricht fantastischen 95 % der Herstellerangabe! WOW!
Für eine Powerstation ist das herausragend!
Ladeeffizienz
Was ist aber mit der Ladeeffizienz? Also das Verhältnis aus Energie, welche die Powerstation zum Laden benötigt, verglichen mit der Energie, die wir abschließend nutzen können.
| Benötigte Energie in Wh | |
| 1100 W Laden | 2440 |
| 1100 W Laden | 2471 |
| 1100 W Laden | 2435 |
| Im Schnitt | 2449 |
Beim Laden mit den vollen 1100 W benötigte die Powerstation bei mir 2449 Wh im Schnitt. Vergleichen wir dies nun mit der nutzbaren Kapazität von 1893 Wh im Schnitt, kommen wir auf eine Effizienz von 77,3 %.
Das ist eine überraschend schwache Effizienz, wenn wir dies z. B. mit „Solar-Pufferspeichern“ vergleichen.
Verglichen mit Powerbanks und regulären Powerstations ist das aber so weit „erwartungsgemäß“.
Effizienz und Nutzung als USV
Aber was ist mit der Effizienz im USV-Modus? Anker wirbt hier mit einer besonders hohen Effizienz und das kann ich bestätigen!
Im Leerlauf mit eingeschalteten Steckdosen benötigt die Powerstation ca. 2,5-2,8 W. Das ist sehr wenig! Es gibt hier Powerstations, die locker 10 W im Leerlauf benötigen.
Im USV-Modus, also wenn du die Powerstation am Netz angeschlossen hast und die Steckdosen nutzt, nutzt die Powerstation einen Bypass-Modus.
Heißt: Die Energie wird nicht aus den Zellen gezogen, sondern aus dem Netz. Fällt das Netz aus, schaltet die Powerstation (laut Anker) in ≤ 10 ms auf die Akkuzellen um.
Das sorgt für eine extrem gute Effizienz im USV-Modus! Du kannst davon ausgehen, dass der „Aufpreis“ lediglich 2,5-3 W sind!
Das ist extrem wenig! Damit ist dies eine der effizientesten, wenn nicht sogar die effizienteste USV, die ich jemals in den Fingern hatte.
Dabei funktionierte auch das Umschalten von Netz- auf Akkubetrieb ausreichend schnell, dass zwei Netzwerkswitches wie auch ein UGREEN NAS einfach weitergearbeitet haben, als wäre nichts gewesen.
Fazit
Die Anker SOLIX S2000 ist eine minimalistische Powerstation mit einer erfreulich starken AC-Seite! Besonders der niedrige Leerlaufverbrauch von gerade einmal 2,5-2,8 W und der effiziente Bypass-Betrieb machen diese für die Nutzung als USV spannend. Im Test liefen mein NAS und die Netzwerkswitches beim Stromausfall problemlos weiter. Dabei kostet dich die Absicherung im laufenden Betrieb lediglich rund 2,5-3 W zusätzlich. Klasse!
Auch die nutzbare Kapazität von durchschnittlich 1893 Wh kann überzeugen. Rund 95 % der Herstellerangabe sind für eine Powerstation ein hervorragendes Ergebnis! Die vier Steckdosen mit zusammen 1500 W Dauerleistung und das schnelle Laden runden die starke AC-Seite ab. Lediglich die Lade- und Entladeeffizienz von insgesamt 77,3 % fällt weniger beeindruckend aus.
Bei der restlichen Ausstattung zeigt sich Anker hingegen recht zurückhaltend. Kein Tragegriff, kein KFZ- oder anderer DC-Ausgang und USB-Ports, bei denen nur der 100-W-USB-C-Port wirklich interessant ist. Auch dieser verzichtet auf PPS und AVS. Als Solar-Speicher lässt sich die S2000 zudem nur mit direkt angeschlossenen Panels nutzen, immerhin mit bis zu ordentlichen 400 W.
Pro
- Sehr niedriger Leerlaufverbrauch von nur 2,5-2,8 W
- Effizienter USV-Betrieb mit lediglich rund 3 W zusätzlichem Verbrauch
- Problemloses Umschalten auf Akkubetrieb mit NAS und Netzwerkswitches im Test
- Hohe nutzbare Kapazität: durchschnittlich 1893 Wh, rund 95 % der Herstellerangabe
- Vier Steckdosen mit insgesamt 1500 W Dauerleistung
- Vergleichsweise kompakt für eine 2000-Wh-Powerstation
- Schnelles Aufladen in rund 2:15 Stunden
- Übersichtliches Display und App mit Einstellungsmöglichkeiten
Kontra
- Insgesamt eher minimalistische Anschlussausstattung
- Kein KFZ- oder anderer DC-Ausgang
- USB-C ohne PPS und AVS; zweiter USB-C-Port nur mit 15 W
- Keine automatische Speicherung von PV-Überschüssen und keine Netzeinspeisung
Suchst du vor allem eine kompakte Powerstation als USV für NAS, Netzwerk oder andere Geräte im Haus oder als Notstrom-System, ist die SOLIX S2000 ausgesprochen interessant! Ihre Stärken liegen klar bei Kapazität, Steckdosen und niedrigem Eigenverbrauch. Für Camping und eine möglichst vielseitige Anschlussausstattung gibt es hingegen passendere Modelle.























