NAS statt Google Fotos: Synology BeeStation Plus, QNAP TS-264 und UGREEN DH2300 im Einsteiger-Vergleich

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Google Fotos kostet, iCloud kostet, Dropbox kostet. Und je mehr Bilder dein Smartphone sammelt, desto teurer wird das Abo. Dazu kommt der ungute Beigeschmack, dass deine persönlichen Erinnerungen irgendwo auf den Servern eines US-Konzerns liegen, der genau weiß, wann du wo warst und wen du wann fotografiert hast.

Die naheliegende Alternative? Deine Bilder einfach bei dir zu Hause speichern. Auf einem eigenen kleinen Gerät, das genau das macht, was Google Fotos auch macht, nur eben in deinem Wohnzimmer und ohne monatliche Gebühren. So ein Gerät nennt sich NAS, und in den letzten Jahren hat sich in diesem Segment einiges getan.

Drei NAS-Systeme als lokale Alternative zu Google Fotos im Vergleich

So gibt es hier neue Spieler auf dem Markt und es hat sich ein gewisser Fokus auf die „Foto-Apps“ herauskristallisiert.

  • Die Synology BeeStation Plus, das wohl einfachste NAS-System auf dem Markt
  • Das UGREEN NASync DH2300, der günstige Newcomer mit der besten Foto-App
  • Das QNAP TS-264, ein klassisches NAS, das deutlich mehr kann, dafür aber auch deutlich komplexer ist

Für Eilige – die Kurzfassung

Du willst… → Das passt
…es so einfach wie irgend möglich Synology BeeStation Plus
…die beste Foto-App zum besten Preis-Leistungs-Verhältnis UGREEN NASync DH2300 (mein Favorit)
…maximales Potenzial und langfristig basteln & erweitern QNAP TS-264

Aber welches dieser drei Systeme ist nun das richtige für dich? Schauen wir uns das im Detail an.

 

Warum überhaupt ein NAS für Fotos?

Bevor wir in den Vergleich einsteigen, kurz für die, die mit dem Begriff NAS nichts anfangen können.

Ein NAS ist im Grunde nichts anderes als eine kleine Box mit einer oder mehreren Festplatten, die du zu Hause ans WLAN bzw. an den Router anschließt. Über eine App auf dem Smartphone oder eine Webseite kannst du von überall darauf zugreifen, ähnlich wie bei Google Drive oder iCloud, nur dass die Daten eben bei dir liegen.

Für die meisten ist die Foto-Funktion der eigentliche Grund, sich überhaupt ein NAS zuzulegen. Du installierst die App des Herstellers auf dem Smartphone, aktivierst den automatischen Upload und ab diesem Moment werden alle neuen Bilder und Videos im Hintergrund auf dein NAS gesichert. Genauso wie bei Google Fotos, nur eben lokal.

Der Vorteil: Keine monatlichen Kosten, deine Daten bleiben bei dir, und du hast meist deutlich mehr Speicher als bei den klassischen Cloud-Abos.

Der Nachteil: Ein NAS kostet erst mal Geld, und du musst dich zumindest minimal damit auseinandersetzen. Wie viel, das hängt stark vom gewählten Modell ab, und genau hier kommen unsere drei Kandidaten ins Spiel.

 

Die drei Kandidaten

Synology BeeStation Plus

Die BeeStation Plus ist Synologys Versuch, ein NAS für absolute Einsteiger zu bauen. Das Konzept: Du packst sie aus, steckst sie an, gibst die Seriennummer in der App ein und das war es. Keine Festplatten kaufen, keine RAID-Konfiguration, keine Benutzerverwaltung. Eine 8-TB-Festplatte ist von Haus aus bereits verbaut.

Synology BeeStation Plus NAS im Test

Synology BeeStation Plus Gehäuse von vorne Synology BeeStation Plus Anschlüsse auf der Rückseite Synology BeeStation Plus seitliche Ansicht Synology BeeStation Plus Detailaufnahme

Der Haken: Synology hat hier extrem stark vereinfacht. Du bekommst keine zweite Festplatte und damit keine Möglichkeit einer Datenspiegelung. Geht die HDD kaputt, sind alle Daten weg. Auch sonst ist die BeeStation Plus in ihren Funktionen recht eingeschränkt, denn es gibt keinen App-Store, kein Docker und nur sehr wenige Backup-Optionen. Mit rund 450 € (inkl. 8-TB-HDD) ist sie zudem auch nicht günstig, dafür ist aber alles dabei.

UGREEN NASync DH2300

UGREEN hat sich in den letzten Jahren rasant ins NAS-Geschäft gearbeitet, und das DH2300 ist deren günstigstes Modell. Für rund 200 € (ohne Festplatten) bekommst du hier ein vollwertiges 2-Bay-NAS, in das du bis zu zwei 3,5-Zoll-HDDs deiner Wahl einbauen kannst.

UGREEN NASync DH2300 NAS im Test

UGREEN NASync DH2300 Gehäuse von vorne UGREEN NASync DH2300 Festplatten-Schlitten UGREEN NASync DH2300 Anschlüsse auf der Rückseite UGREEN NASync DH2300 Detailaufnahme

Wie auch bei den größeren UGREEN-NAS-Systemen läuft hier das UGREEN OS, das deutlich auf die „Generation Smartphone“ zugeschnitten ist. Die komplette Einrichtung läuft über die Smartphone-App, ohne dass du jemals einen PC anfassen musst. Highlight ist aber ganz klar die Foto-App von UGREEN, die aus meiner Sicht das beste KI-Feature-Paket im Vergleich bietet.

Eine 8 TB HDD kostet derzeit rund 280 €, willst du also die gleiche Kapazität wie bei der BeeStation Plus, liegst du bei ca. 480 €.

QNAP TS-264

Das TS-264 ist der „klassischste“ Vertreter in diesem Vergleich. QNAP ist seit Jahren neben Synology einer der großen Player im NAS-Markt, und das TS-264 ist ein gehobenes Einsteiger-NAS mit zwei Festplatten-Bays, einer x86-CPU (Intel Celeron N5095), 2,5-Gbit-LAN und sogar einem PCIe-Slot.

QNAP TS-264 NAS im Test

QNAP TS-264 Gehäuse von vorne QNAP TS-264 Festplatten-Bays QNAP TS-264 Anschlüsse auf der Rückseite QNAP TS-264 Detailaufnahme

Damit ist das TS-264 in diesem Vergleich das mit Abstand mächtigste und auch zukunftssicherste Modell. Der Preis dafür: Mit rund 500 € (ohne HDDs) ist es das teuerste Modell und auch das mit der steilsten Lernkurve. Die Foto-App ist solide, aber bei der KI-Erkennung der schwächste Teilnehmer in diesem Vergleich.

Das QNAP TS-264 ist im Kern ein professionelles System, das auch im geschäftlichen Umfeld nutzbar ist.

Mit 8 TB HDD liegen wir hier bei ca. 780 €.

 

Die drei NAS-Systeme im direkten Vergleich

Synology BeeStation Plus UGREEN NASync DH2300 QNAP TS-264
Preis (Stand 2026) ca. 450 € (mit 8 TB HDD) ca. 200 € (ohne HDDs) ca. 500 € (ohne HDDs)
Festplatten 1x 8 TB vorinstalliert 2x frei wählbar 2x frei wählbar (+ 2x NVMe)
Datenspiegelung (RAID 1) Nein, nur eine HDD Ja, optional Ja, optional
CPU Intel Celeron J4125 Rockchip RK3576 (ARM) Intel Celeron N5095
Netzwerk 1 Gbit LAN 1 Gbit LAN 2x 2,5 Gbit LAN
Foto-App BeePhotos (gut) UGREEN Fotos (sehr gut) QuMagie (solide)
KI-Erkennung Personen + Objekte Personen, Objekte, Text Personen + Objekte (schwächer)
Komplexität Sehr einfach Einfach Fortgeschritten
Docker / Erweiterbar Nein Eingeschränkt Voll (x86)

 

Einfache Bedienung und Einrichtung

Für Einsteiger ist die Bedienung mit das wichtigste Kriterium. Was bringt dir das mächtigste NAS, wenn du es nach zwei Stunden frustriert wieder zurückschickst? Richtig, nichts!

Synology BeeStation Plus – der Plug-and-Play-König

Synology hat die BeeStation Plus radikal auf Einfachheit getrimmt. Festplatte ist drin, du steckst das NAS ein, lädst die Synology-App, scannst die Seriennummer und drückst einmal kurz die Taste auf der Rückseite zur Bestätigung. Das war es.

Synology BeeStation Plus Einrichtung über die Smartphone-App

Im Anschluss hast du Zugriff auf zwei Apps: BeeFiles, das wie ein Google Drive funktioniert, und BeePhotos für deine Bilder. Mehr gibt es nicht. Verglichen mit den anderen Modellen ein sehr kleiner Funktionsumfang, aber aus Einsteigersicht möglicherweise auch ein Vorteil: Du kannst dich nicht verirren, weil es nichts gibt, in dem du dich verirren könntest.

Synology BeeStation Plus App-Übersicht mit BeeFiles und BeePhotos

Allerdings hat das auch eine Schattenseite, denn die BeeStation Plus läuft de facto über Synologys Server. Ohne Internet kannst du die Hauptfunktionen nur eingeschränkt nutzen, und der Zugriff von außen läuft über Synologys eigene URLs. In gewisser Weise hast du also wieder eine „Cloud“, nur eben mit deinen Daten zu Hause.

 

UGREEN NASync DH2300 – die smartphone-zentrierte Einrichtung

Das DH2300 verkauft dir UGREEN nackt, du musst dir also zunächst eine oder besser zwei Festplatten besorgen und einbauen. Klingt schlimmer, als es ist, denn die Festplatten werden einfach in zwei Hot-Swap-Schlitten gesetzt.

UGREEN App – Einrichtungsassistent des NASync DH2300

Die eigentliche Einrichtung läuft komplett über die UGREEN-App auf dem Smartphone. Du wirst Schritt für Schritt durch die Konfiguration geführt, inklusive der Frage, ob du die Daten lieber spiegeln willst (RAID 1, Datenspiegelung für mehr Sicherheit) oder lieber den vollen Speicher beider HDDs nutzen möchtest (JBOD).

UGREEN App – Speicher- und RAID-Konfiguration Schritt 1 UGREEN App – Speicher- und RAID-Konfiguration Schritt 2 UGREEN App – Speicher- und RAID-Konfiguration Schritt 3 UGREEN App – Speicher- und RAID-Konfiguration Schritt 4

Was mir hier gut gefällt: UGREEN erklärt direkt in der App, was die Optionen bedeuten. Du musst also nicht erst eine Stunde googeln, was JBOD oder RAID 1 ist. Trotzdem ist es einen Tick komplexer als bei der BeeStation, weil du ein paar mehr Entscheidungen treffen musst. Dafür hast du am Ende ein echtes NAS, das du voll kontrollierst, und nicht nur die abgespeckte Synology-Variante.

 

QNAP TS-264 – das vollwertige NAS-Betriebssystem

Auch beim QNAP TS-264 musst du dir zunächst Festplatten besorgen und einbauen. Das funktioniert wie auch beim DH2300 unkompliziert über zwei Festplatten-Schlitten, in die du deine HDDs einschraubst, und das war es im Grunde auch schon mit dem Hardware-Teil.

QNAP TS-264 Festplatteneinbau und Einrichtung

Spannender wird es bei der Einrichtung selbst, denn hier geht QNAP einen anderen Weg als Synology und UGREEN. Während die BeeStation Plus und das DH2300 quasi vollständig über die Smartphone-App eingerichtet werden, ist der vorgesehene Hauptweg beim TS-264 ein klassischer: PC oder Notebook und Webbrowser. Du verbindest das NAS per LAN-Kabel mit deinem Router, rufst es über die Weboberfläche auf und wirst dort durch die Einrichtung geführt. Theoretisch gibt es zwar auch eine Qmanager-App für die Smartphone-Einrichtung, in der Praxis ist die Bedienung über den Browser am PC aber deutlich angenehmer und auch das, worauf QNAP klar optimiert hat.

QNAP QTS Weboberfläche während der Einrichtung

Was dich nach der Einrichtung erwartet, hast du so von einem NAS vermutlich nicht erwartet: ein vollwertiger Desktop, fast wie unter Windows oder macOS, nur eben im Webbrowser. Wir haben hier einen Fenstermanager, einen Dateimanager, eine Systemsteuerung und einen App Store. Das ist mächtig, aber auch deutlich komplexer als die BeeStation oder das DH2300 (das UGREEN bietet optional auch solch eine Benutzeroberfläche). Du wirst dich am Anfang erst mal durchklicken müssen, um zu verstehen, wo welche Funktion liegt. Für jemanden, der einfach nur seine Fotos sichern will, ist das im ersten Moment fast etwas „too much“.

QNAP QTS Desktop-Oberfläche im Browser, Ansicht 1 QNAP QTS Desktop-Oberfläche im Browser, Ansicht 2 QNAP QTS Desktop-Oberfläche im Browser, Ansicht 3 QNAP QTS Desktop-Oberfläche im Browser, Ansicht 4

Auf der Smartphone-Seite musst du dir bei QNAP zudem mehrere Apps installieren. Qfile für Dateien, QuMagie für Fotos und gegebenenfalls noch Qmusic, Qvideo usw. Im Vergleich zum „Eine-App-für-alles“-Ansatz von UGREEN ist das deutlich kleinteiliger. Wenn dein Fokus also wirklich auf der Smartphone-Nutzung liegt, ist das TS-264 von den drei Modellen das, das am wenigsten konsequent dafür gebaut wurde.

Kurz gesagt: Am schnellsten startklar bist du mit der BeeStation, am flexibelsten mit dem QNAP. Das UGREEN DH2300 liegt komfortabel dazwischen – ein echtes NAS, aber ohne dich gleich zu überfordern.

 

Die Smartphone-Apps im Vergleich

Da wir hier von NAS-Systemen für die „Smartphone-Generation“ sprechen, ist die Qualität der Smartphone-Apps quasi der wichtigste Punkt überhaupt.

UGREEN – eine App für alles

UGREEN setzt auf einen anderen Ansatz als Synology und QNAP: Es gibt nur eine einzige App, die aber wirklich alles kann. Über diese verwaltest du das NAS, lädst Dateien hoch und herunter, sortierst Bilder, prüfst den Systemstatus und vieles mehr.

Der große Vorteil: Du musst nicht zwischen mehreren Apps wechseln. Der kleine Nachteil: Die App ist entsprechend „voll“ und kann am Anfang etwas überfordern. UGREEN hat aber einen ordentlichen Job gemacht, was die Übersichtlichkeit angeht.

Synology – zwei klar getrennte Apps

Synology trennt bei der BeeStation Plus relativ sauber zwischen BeeFiles (für Dateien) und BeePhotos (für Bilder). Beide Apps sind sehr aufgeräumt und konzentrieren sich aufs Wesentliche. Wer nur seine Bilder sichern und ab und zu mal eine Datei auf das NAS legen will, wird hiermit prima zurechtkommen.

Was etwas nervt: Beide Apps brauchen für den vollen Funktionsumfang eine Internetverbindung, selbst wenn dein Smartphone und das NAS im gleichen WLAN hängen. Lokaler Zugriff geht zwar, ist aber funktional eingeschränkt.

QNAP – ein App-Zoo

QNAP geht den entgegengesetzten Weg und bietet für so ziemlich jede Funktion eine eigene App. Qfile, QuMagie, Qmusic, Qvideo, Qsync usw. Das ist im Detail durchaus durchdacht, jede App macht eine Sache und macht diese gut. In der Summe ist es aber deutlich kleinteiliger als bei der Konkurrenz.

Für einen Einsteiger, der primär seine Fotos sichern will, ist das eigentlich nur ein theoretisches Problem. Du installierst dir QuMagie und gut. Für Power-User ist die Modularität dagegen ein Vorteil.

Allerdings wirken die QNAP-Apps etwas weniger poliert als die Apps der Konkurrenten.

Kurz gesagt: UGREEN bündelt alles in einer aufgeräumten App, Synology trennt sauber in zwei, QNAP setzt auf viele Spezial-Apps. Fürs reine Foto-Sichern reicht bei allen dreien eine einzige App.

 

Die Foto-Apps – das Herzstück dieses Vergleichs

Kommen wir zum eigentlichen Grund, warum du dir wahrscheinlich überhaupt ein NAS holen willst: der Foto-App.

Alle drei Systeme bieten eine Google-Fotos-ähnliche App mit Auto-Upload, Timeline-Ansicht, Alben, KI-Erkennung und Teilen-Funktion. Die Unterschiede stecken im Detail, und die sind teils deutlich.

 

UGREEN Fotos – die beste Foto-App im Vergleich

Fangen wir mit meinem Favoriten an, denn UGREEN hat hier wirklich ganze Arbeit geleistet. Die Foto-App bietet dir:

  • Timeline-Ansicht aller Bilder
  • Alben (auch passwortgeschützt teilbar)
  • Karten-Ansicht nach GPS-Daten
  • KI-Gesichtserkennung mit automatischen Personen-Alben
  • KI-Objekterkennung
  • Texterkennung in Bildern (!)
  • Automatischer Smartphone-Upload

Vor allem die Texterkennung ist ein echter Knaller. Du kannst zum Beispiel nach „Blumen“ suchen und die App zeigt dir Bilder von Blumen, Bilder, auf denen das Wort „Blumen“ zu lesen ist (z. B. auf einem Schild) und auch Bilder, die du an einem Ort mit dem Namen „Blumenhof“ gemacht hast.

UGREEN Fotos – Suchergebnis mit Texterkennung in Bildern

Auch die Objekterkennung ist erstaunlich gut. Nein, Google Fotos ist hier weiterhin besser, kein Wunder bei deren Datencenter-Power im Hintergrund. Aber einfachere Motive wie Hunde, Blumen, Pferde oder Strandfotos werden zuverlässig und schnell erkannt. Damit ist die UGREEN-Foto-App die ernstzunehmendste Google-Fotos-Alternative in diesem Vergleich.

UGREEN Fotos – KI-Objekterkennung, Ansicht 1 UGREEN Fotos – KI-Objekterkennung, Ansicht 2 UGREEN Fotos – KI-Objekterkennung, Ansicht 3 UGREEN Fotos – KI-Objekterkennung, Ansicht 4

Mein einziger Kritikpunkt: Du musst immer den Umweg über die zentrale UGREEN-NAS-App gehen, eine eigenständige Foto-App auf dem Smartphone gibt es nicht.

 

BeePhotos – solide und stark vereinfacht

BeePhotos ist die einfachste und übersichtlichste Foto-App der hier getesteten Modelle. Du bekommst eine chronologische Timeline, Alben, Personenerkennung und eine KI-basierte Objekterkennung. Auch der Auto-Upload vom Smartphone funktioniert problemlos.

Das Design der App ist sehr aufgeräumt und einsteigerfreundlich.

Synology BeePhotos – chronologische Timeline-Ansicht

Die Personenerkennung läuft solide, die Objekterkennung ist brauchbar, erreicht aber nicht das Niveau der UGREEN-App. Eine Texterkennung in Bildern gibt es theoretisch, aber diese ist entweder wirklich nicht gut oder hat bei mir nicht funktioniert.

Was mich richtig stört, ist der Aufbau der Freigabelinks. Wenn du jemandem ein Album schicken willst, sieht der Link in etwa so aus: tcyr1px3mjsadsus0uv1ce22fbke6tl4.quickconnect.to/mo/sharing/… Wenn du das einer Tante oder einem Freund schickst, wird der das im Leben nicht anklicken, weil es nach Spam aussieht.

Synology BeePhotos – Alben-Ansicht 1 Synology BeePhotos – Alben-Ansicht 2 Synology BeePhotos – Freigabe-Ansicht Synology BeePhotos – Detailansicht

Trotzdem ist BeePhotos eine richtig gute Foto-App, gerade für die Zielgruppe Einsteiger. Du machst nichts falsch, sie ist nur funktional einen Tick hinter UGREEN Fotos.

 

QuMagie – funktional, bei der KI aber hinten

QuMagie ist QNAPs Antwort auf Google Fotos. Auch hier bekommst du eine optisch sehr schöne Timeline, Alben, eine Karten-Ansicht und einen Auto-Upload. Selbst eine KI-Erkennung des Bildinhalts ist mit an Bord.

QNAP QuMagie – Timeline-Ansicht der Fotos

Allerdings reicht die KI-Erkennung in QuMagie nicht ganz an das heran, was UGREEN bietet.

In der Praxis macht sich das vor allem bei der Erkennungsqualität bemerkbar. Gesichter werden zuverlässig erkannt, bei Objekten wird es aber schon etwas hakeliger. Auch die Texterkennung (welche noch in der Beta ist) ist solide, aber weniger „perfekt“ als vor allem bei UGREEN.

QNAP QuMagie – KI-Erkennung, Ansicht 1 QNAP QuMagie – KI-Erkennung, Ansicht 2 QNAP QuMagie – Alben-Ansicht QNAP QuMagie – Detailansicht

QuMagie müsste nochmals etwas „aufpoliert“ werden, nach meiner Meinung. Auch optisch ist die App etwas hinter den Konkurrenten.

Trotzdem: QuMagie ist alles andere als schlecht. Gerade wenn dir der KI-Kram nicht so wichtig ist, macht QuMagie einen guten Job.

Kurz gesagt: Bei der Foto-App führt UGREEN klar, BeePhotos folgt knapp dahinter und QuMagie ist solide, hängt bei der KI-Erkennung aber etwas hinterher.

 

Datensicherheit – ein extrem wichtiger Punkt

Hier kommen wir zu einem Punkt, den viele Einsteiger gerne übersehen, der aber absolut entscheidend ist. Die Frage: Was passiert, wenn die Festplatte in deinem NAS ausfällt?

Eine HDD ist ein mechanisches Bauteil mit beweglichen Teilen. Sie wird irgendwann ausfallen. Die Frage ist nur wann. Und wenn sie ausfällt, sind alle Daten darauf weg, es sei denn, du hast vorgesorgt.

Synology BeeStation Plus – nur eine Festplatte!

Hier hat die BeeStation Plus ein konzeptbedingtes Problem: Sie hat nur eine einzige Festplatte. Fällt diese aus, sind alle deine Daten weg. Punkt.

Daher ist es bei der BeeStation Plus absolute Pflicht, ein zusätzliches Backup einzurichten. Synology bietet dir hierfür zwei Wege: Du kannst die Daten auf eine externe USB-Festplatte sichern oder du nutzt Synology BeeStation Protect, einen Cloud-Backup-Dienst für rund 150 € pro Jahr. Backups auf Google Drive, Dropbox oder andere Dienste sind nicht möglich, was ich persönlich ziemlich nervig finde, denn das ist eine künstliche Einschränkung.

Aus Sicht der Datensicherheit ist die BeeStation Plus also erst mal als riskant einzustufen. Du musst hier zwingend selbst aktiv werden, sonst spielst du mit deinen Daten russisches Roulette.

UGREEN DH2300 und QNAP TS-264 – beide mit Datenspiegelung

Beide Modelle bieten dir Platz für zwei Festplatten und damit die Möglichkeit, deine Daten zu spiegeln (RAID 1). Verbaust du zum Beispiel 2x 4 TB HDDs, hast du zwar nur 4 TB nutzbaren Speicher, dafür werden alle Daten parallel auf beide Platten geschrieben. Fällt eine HDD aus, sind deine Daten weiterhin auf der zweiten verfügbar.

Das ist deutlich entspannter als die Ein-HDD-Lösung der BeeStation. Wichtig zu wissen ist aber: RAID 1 ist KEIN Backup im klassischen Sinn. Wenn du eine Datei aus Versehen löschst, ist sie auch auf der zweiten Platte weg. Vor Datenverlust durch Hardware-Defekt schützt es dich aber weitestgehend.

Idealerweise kombinierst du das noch mit einem zusätzlichen Backup auf eine externe USB-HDD, dann bist du wirklich auf der sicheren Seite.

Cloud-Backups sind auch bei UGREEN und QNAP zusätzlich möglich, dies auch zu mehr Cloud-Anbietern.

Allerdings sind verschlüsselte Cloud-Backups nur bei QNAP möglich.

Kurz gesagt: UGREEN und QNAP fangen einen Plattenausfall dank RAID 1 ab, die BeeStation nicht – hier ist ein zusätzliches Backup absolute Pflicht. Und denk dran: RAID ersetzt niemals ein echtes Backup.

 

Was können die NAS sonst noch?

Klar, du willst primär deine Fotos sichern. Aber vielleicht stellst du in einem halben Jahr fest, dass du auch deinen Musik-Stream selber hosten willst, einen eigenen Plex-Server laufen lassen möchtest oder Home Assistant für dein Smart Home brauchst. Wie sieht es da bei den drei Modellen aus?

BeeStation Plus – maximal eingeschränkt

Bei der BeeStation Plus lautet die Antwort kurz: gar nichts. Du hast BeeFiles und BeePhotos, einen sehr einfachen Plex-Support und das war es. Keinen App Store, kein Docker, keine Möglichkeit, irgendetwas Drittanbieter-mäßiges zu installieren. Synology hat dich hier komplett in seinem Ökosystem „eingesperrt“.

Wenn du wirklich nur eine reine Foto- und Datei-Cloud willst, ist das in Ordnung. Wenn du aber irgendwann mal mehr willst, bist du verloren.

UGREEN DH2300 – grundsolide ausgestattet

Das DH2300 läuft mit dem gleichen UGREEN OS wie auch die größeren NAS-Systeme von UGREEN. Du hast also einen App Store, kannst Apps für File-Synchronisation, Media-Streaming usw. installieren. Was beim DH2300 leider fehlt, ist Docker. Damit fallen einige Anwendungen wie Home Assistant oder Pi-hole weg.

Leider ist hierdurch das DH2300 verglichen mit seinen größeren Brüdern etwas eingeschränkt.

Legst du auf die Erweiterbarkeit softwareseitig viel Wert, greif ganz klar lieber zum DH4300 Plus oder den anderen größeren UGREEN-Modellen.

QNAP TS-264 – flexibel

Und hier glänzt das TS-264. Dank der x86-CPU läuft praktisch alles, was du dir vorstellen kannst: Docker mit allen verfügbaren Containern, Plex mit Hardware-Transcoding (dank Intel Quick Sync), Home Assistant, Pi-hole, sogar vollwertige virtuelle Maschinen sind möglich.

Dazu kommt der wahrscheinlich umfangreichste App-Store unter den NAS-Herstellern, mit Anwendungen wie Surveillance Station für Überwachungskameras, einer Volltextsuche namens Qsirch oder einem VPN-Server. Wenn du das volle NAS-Potenzial nutzen willst und langfristig in das Thema einsteigen möchtest, ist das TS-264 hier deutlich vorn.

Ähnliches gilt auch für eine geschäftliche Nutzung.

Kurz gesagt: Willst du mehr als Fotos, ist das QNAP dank Docker und x86 die Spielwiese. UGREEN bietet eine solide Grundausstattung (ohne Docker), die BeeStation bleibt bewusst minimal.

 

Datenraten, Performance und Stromverbrauch

Ein Punkt, der für die Zielgruppe „Smartphone-Bilder sichern“ tatsächlich relativ unwichtig ist, aber dennoch erwähnt werden sollte: die Datenraten.

Anschlüsse und Netzwerk-Ports der drei NAS-Systeme

Sowohl die BeeStation Plus als auch das UGREEN DH2300 haben nur einen Gbit-LAN-Port. Das bedeutet eine theoretische maximale Datenrate von rund 100 MB/s. Wenn du also eine 100-GB-Foto-Bibliothek von deinem alten PC auf das NAS schieben willst, dauert das ein paar Stunden.

Zu erwartende maximale Datenraten:

  • Synology – +- 100 MB/s
  • UGREEN – +- 100 MB/s
  • QNAP – +- 250 MB/s

Das QNAP TS-264 hat dagegen 2x 2,5-Gbit-LAN, was bis zu rund 250 MB/s ermöglicht. Bei großen Datenübertragungen vom PC aus ist das TS-264 also klar im Vorteil.

Für den Alltagseinsatz „Smartphone-Bilder automatisch hochladen“ ist der Unterschied aber praktisch egal. Hier ist meist deine WLAN-Verbindung der Flaschenhals, nicht das NAS.

 

Stromverbrauch

Alle drei NAS sind durchaus sparsam. Die nackten Werte (ohne Festplatten):

  • UGREEN DH2300: ca. 3 – 5 W
  • Synology BeeStation Plus: ca. 3,4 W (Standby) bis 20 W (Last)
  • QNAP TS-264: ca. 10 – 20 W

Mit zwei eingebauten 3,5-Zoll-HDDs musst du jeweils ca. 8 – 16 W oben drauf rechnen. Das DH2300 und die BeeStation sind hier ganz klar die Sparmeister, das TS-264 mit seiner x86-CPU der Stromhungrigste. In Euro pro Jahr bewegen wir uns aber bei allen dreien im überschaubaren Rahmen, also kein Argument, das den Kauf wirklich entscheiden würde.

 

Fazit: Welches NAS ist das richtige für dich?

Wie so oft im Leben gibt es nicht die eine richtige Antwort. Alle drei Systeme haben ihre Berechtigung und richten sich an leicht unterschiedliche Nutzer.

Fazit – die drei NAS-Systeme im Vergleich

Du willst es so einfach wie irgend möglich? → Synology BeeStation Plus

Wenn dir der Gedanke, ein NAS einzurichten, an sich schon Bauchschmerzen bereitet, du dich aber trotzdem irgendwie von Google Fotos oder iCloud lösen willst, ist die BeeStation Plus das Richtige. Du steckst sie ein, installierst die App und sicherst deine Bilder. Mehr musst du wirklich nicht tun.

Du bezahlst diese Einfachheit aber mit Einschränkungen: Nur eine Festplatte (also zwingend ein Backup einrichten!), kaum Erweiterbarkeit und viele Funktionen nur mit Internetverbindung. Wenn du damit leben kannst, bekommst du das wohl einfachste NAS-System auf dem Markt.

Pro Contra
  • Echtes Plug-and-Play, einfacher geht es kaum
  • 8-TB-Festplatte ab Werk verbaut
  • Sehr aufgeräumte, einsteigerfreundliche Apps (BeeFiles & BeePhotos)
  • Solide Foto-App mit Personen- und Objekterkennung
  • Nur eine Festplatte, kein RAID 1 → zusätzliches Backup ist Pflicht
  • Kein App Store, kein Docker, kaum erweiterbar
  • Viele Funktionen laufen über Synologys Server / brauchen Internet
  • Cloud-Backup nur über Synology (~150 €/Jahr), kein Google Drive/Dropbox
  • Wenig vertrauenswürdig wirkende Freigabelinks

Du willst die beste Foto-App und maximale Flexibilität? → UGREEN NASync DH2300

Mein persönlicher Favorit in diesem Vergleich, gerade für die anvisierte Zielgruppe „Normalnutzer mit Smartphone-Fotos“. Für rund 200 € (plus zwei Festplatten deiner Wahl) bekommst du ein vollwertiges 2-Bay-NAS mit Datenspiegelung, die mit Abstand beste Foto-App im Vergleich und ein insgesamt sehr smartphone-freundliches Betriebssystem.

Auch wenn du später mal mehr willst, hast du mit dem UGREEN OS einen App Store und Möglichkeiten zur Erweiterung. Nur Docker fehlt leider, falls du also irgendwann Home Assistant oder Pi-hole laufen lassen willst, müsstest du auf ein größeres UGREEN-Modell wie das DH4300 Plus oder das DXP4800 Plus aufrüsten.

Für den Use Case „Google-Fotos-Alternative für Einsteiger“ ist das DH2300 aus meiner Sicht aber das Gesamtpaket mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Pro Contra
  • Beste Foto-App im Vergleich, inkl. echter Texterkennung in Bildern
  • Vollwertiges 2-Bay-NAS, RAID 1 (Datenspiegelung) möglich
  • Günstiger Einstieg ab ~200 € (ohne Festplatten)
  • Komplette, gut erklärte Einrichtung per Smartphone-App
  • Alles in einer App, sehr sparsam (~3–5 W)
  • Kein Docker → kein Home Assistant, Pi-hole & Co.
  • Nur 1-Gbit-LAN (~100 MB/s)
  • Foto-Funktion nur über die zentrale NAS-App, keine eigene Foto-App
  • Festplatten müssen separat gekauft werden

Du willst maximales NAS-Potenzial und planst langfristig? → QNAP TS-264

Wenn du schon weißt, dass du nicht nur deine Fotos sichern willst, sondern langfristig in das Thema NAS einsteigen möchtest, ist das TS-264 die richtige Wahl. Plex mit Hardware-Transcoding, Docker, vollwertige virtuelle Maschinen, ein üppiger App-Store, 2,5-Gbit-LAN, NVMe-Slots und sogar ein PCIe-Slot, hier bekommst du eine Spielwiese, an der du Jahre Freude haben wirst.

Der Preis dafür: Mit rund 500 € (ohne HDDs) ist das TS-264 das teuerste Modell, die Lernkurve ist deutlich steiler und die Foto-App ist der schwächste Teilnehmer in diesem Vergleich. Wenn die Foto-Funktion für dich das Wichtigste ist, würde ich eher zum DH2300 greifen. Wenn du dagegen weißt, dass du in einem Jahr auch Plex, Pi-hole und Home Assistant laufen lassen willst, dann ist das TS-264 das deutlich zukunftssicherere System.

Pro Contra
  • Mit Abstand mächtigstes und zukunftssicherstes System
  • x86-CPU: Docker, virtuelle Maschinen, Plex mit Hardware-Transcoding
  • Riesiger App Store, auch für den geschäftlichen Einsatz geeignet
  • 2x 2,5-Gbit-LAN (~250 MB/s), zusätzliche NVMe- und PCIe-Slots
  • RAID 1 sowie als einziges Modell verschlüsselte Cloud-Backups
  • Teuerstes Modell (~500 € ohne HDDs, ~780 € mit 8 TB)
  • Steilste Lernkurve, Einrichtung primär am PC/im Browser
  • Schwächste Foto-App und KI-Erkennung im Vergleich
  • Viele Einzel-Apps statt einer (App-Zoo)
  • Höchster Stromverbrauch (~10–20 W ohne HDDs)

 

Unterm Strich

Alle drei NAS-Systeme sind in ihrer jeweiligen Kategorie spannende Geräte und können Google Fotos durchaus den Rang ablaufen, zumindest für den privaten Gebrauch. Welches für dich das richtige ist, hängt vor allem davon ab, wie tief du in das Thema einsteigen willst.

Willst du eine echte Plug-and-Play-Lösung, ist die BeeStation Plus dein System. Willst du das beste Gesamtpaket aus einfacher Bedienung und starken Foto-Features, nimm das UGREEN DH2300. Und wenn du dir langfristig deinen eigenen kleinen Server bauen möchtest, der dir die nächsten 5 bis 10 Jahre alles bietet, was du dir vorstellen kannst, dann ist das QNAP TS-264 die richtige Wahl.

In jedem Fall: Du wirst deine Bilder nie wieder bei Google, Apple oder Microsoft zwischenparken müssen.

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Michael Barton
Michael Barton
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So langsam wird es wieder richtig warm und damit beginnt auch die Saison für Grillabende, Ausflüge an den See und lange Tage im Garten....

Grantie bei Crucial 2026: Wie läuft das nach dem Aus der Marke?

Der Speichermarkt ist absolut verrückt im Jahr 2026. Allerdings, eine der verrücktesten Entscheidungen hat bereits 2025 stattgefunden. So hat Micron verkündet, seine Endkundenmarke Crucial...

Warum haben Powerbanks weniger Kapazität als draufsteht?

Wenn du eine Powerbank mit 10.000 mAh kaufst, erwartest du sicherlich auch, dass diese 10.000 mAh in der Praxis liefern kann, oder? Leider ist dies...

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