Wenn es um Smart Locks geht, gibt es derzeit zwei Hersteller, welche ich primär empfehlen würde, und das wäre NUKI und SwitchBot.
Das Smart Lock Ultra ist top! Passend dazu bietet SwitchBot auch eine Video-Türklingel mit Inneneinheit an.
Wollen wir uns einmal im Test ansehen, was die SwitchBot Smart Video Doorbell kann und wie die Kombination mit dem Smart Lock Ultra in der Praxis abläuft.
An dieser Stelle vielen Dank, SwitchBot, für das Zurverfügungstellen der Smart Video Doorbell für diesen Test.
Verschiedene Sets
SwitchBot bietet die Smart Video Doorbell in verschiedenen Sets an. So kannst du die Video-Türklingel „Solo“ kaufen, aber auch im Set mit einem Smart Lock Ultra.
Die SwitchBot Smart Video Doorbell im Test
Die Smart Video Doorbell besteht aus zwei Komponenten. Wir haben auf der einen Seite die Klingel-Einheit mit Kamera. Auf der anderen Seite haben wir ein kleines Innen-Display, in welchem auch ein „Gong“ integriert ist.
Schauen wir uns zunächst einmal die Klingel an. Bei der Klingel handelt es sich um eine ca. 131 x 65 x 30 mm große Einheit.
Diese ist aus einer Mischung aus silbernem und schwarzem Kunststoff gefertigt. Dabei ist die Klingeltaste ausreichend klar markiert.
Oberhalb der Klingeltaste ist, ebenfalls deutlich sichtbar, die Kamera-Linse.
Die Inneneinheit besitzt ein 4,3 Zoll LCD-Display und setzt auf einen weißen Kunststoff. Unterhalb des Displays sind 6 Tasten angebracht, welche unter anderem zum Einleiten der 2-Wege-Kommunikation genutzt werden können.
An der Seite der Basis-Station finden wir einen microSD-Kartenslot. Von Haus aus ist hier auch bereits eine 4 GB Speicherkarte mitgeliefert, nett!
Etwas, was mich hier allerdings stört, ist das fest integrierte Netzkabel. Dieses ist auch vergleichsweise kurz … Ein USB-C-Port wäre deutlich flexibler.
App und Verbindung
Sowohl die Türklingel wie auch die Inneneinheit stellen eine separate WLAN-Verbindung her. Damit du die Türklingel nutzen kannst, musst du natürlich die SwitchBot App installieren.
Die Einrichtung hierüber hat bei mir absolut tadellos funktioniert! So scheinen die Basis wie auch die Türklingel Bluetooth integriert zu haben, was die Einrichtung massiv vereinfacht.
Die App verbindet sich automatisch mit beidem und überträgt die WLAN-Daten. Anschließend tauchen beide Teile gesondert in der App auf, sind aber miteinander verknüpft.
Wählst du die Kachel für die Türklingel, startet die Live-Ansicht und du kannst manuell Bilder, Videos usw. erstellen, mit Leuten über die Kamera reden usw.
Wählst du die Displayeinheit, landest du auf der Wiedergabe-Seite. Grundsätzlich macht die App dabei einen guten Job, sie ist teils etwas verschachtelt, aber ich denke, dass auch Einsteiger mit dieser gut zurechtkommen werden.
Der Gong
Wenn du an der Tür klingelst, ertönt über die Display-Einheit ein „Gong“. Über die App kannst du den genauen Ton wie auch die Lautstärke anpassen.
Grundsätzlich ist der Lautsprecher ausreichend laut für kleine bis mittlere Wohnungen. Bei großen Wohnungen könnte er allerdings in den hintersten Ecken vielleicht nicht hörbar sein.
2-Wege-Kommunikation
Über die Displayeinheit wie auch die App ist eine 2-Wege-Kommunikation möglich. Du kannst also mit Leuten an deiner Tür sprechen.
Erfreulicherweise ist hier der Lautsprecher in der Klingel wie auch in der Inneneinheit ausreichend laut und klar. Du kannst dich also problemlos mit jemandem unterhalten, der an der Tür ist.
Videoaufnahme beim Klingeln und bei Bewegung
Von Haus aus nimmt die Türklingel nur einen kurzen Clip auf, wenn jemand klingelt. Allerdings kannst du über die Einstellungen auch aktivieren, dass diese wie eine „Überwachungskamera“ auch Videos aufzeichnet, wenn Bewegungen erkannt werden.
So kann die Kamera auch zwischen generellen Bewegungen, Menschen, Fahrzeugen und Tieren unterscheiden.
Wenn du möchtest, kannst du also einstellen, dass die Kamera nur Videos aufzeichnet, wenn jemand klingelt oder wenn z. B. ein Mensch erkannt wurde.
Auch bei der Auswertung der Aufnahmen hilft diese KI-Erkennung, denn jeder Clip wird entsprechend damit markiert, was dort erkannt wurde.
Lokale Speicherung
Mit im Lieferumfang der SwitchBot Smart Video Doorbell ist eine 4 GB microSD-Speicherkarte. Diese steckt in der Displayeinheit.
Auf dieser werden Aufnahmen der Türklingel lokal gespeichert. 4 GB ist jetzt nicht extrem viel, aber ausreichend und reicht für Hunderte, wenn nicht sogar Tausende Klingelvorgänge.
Laut SwitchBot werden Speicherkarten mit bis zu 512 GB unterstützt, falls du eine noch längere Aufzeichnungsdauer bzw. Speicherdauer willst.
Nervige Cloud …
SwitchBot bietet neben der lokalen Aufzeichnung auch eine kostenpflichtige Cloud-Speicherung an, welche aus meiner Sicht hier recht wenig Sinn macht.
Allerdings wird diese in der App recht aggressiv beworben, was ich als etwas nervig erachte. Was ich später entdeckt habe: Man kann diese Werbung abstellen, in den Einstellungen gut versteckt. Dort wird das als „personalisierte Empfehlungen“ deklariert.
Teils etwas träge
Leider ist das Starten des Video-Streams über die Smartphone-App bei mir teils etwas träge. Es dauert recht lange, bis dieser startet. Das mag eventuell an der WLAN-Verbindung / Signalstärke liegen.
Erstaunlicherweise lädt allerdings der Video-Stream an der Displayeinheit, wenn jemand klingelt, praktisch sofort. Etwas träge ist also nur das manuelle Starten.
In Kombination mit dem Smart Lock
Spannend wird es im Zusammenspiel mit den Smart Locks von SwitchBot, besonders dem Smart Lock Ultra.
Es ist möglich, das Smart Lock Ultra mit der Türklingel / dem Innen-Modul zu koppeln. Was bringt uns das?
- Du kannst das Smart Lock über eine Taste an der Innen-Einheit öffnen und schließen. Praktisch!
- Du kannst das Smart Lock aus der gleichen UI öffnen und schließen, in der du auch den Live-Stream siehst.
Das ist durchaus sehr praktisch! Jemand klingelt, du siehst über die Innen-Einheit direkt, wer geklingelt hat, und kannst von dort aus die Tür „aufdrücken“.
Allerdings gibt es hier einen wichtigen Punkt: Es muss eine Bluetooth-Verbindung zwischen Innen-Einheit und dem Smart Lock hergestellt werden! Daher haben wir hier eine deutliche Reichweitenbeschränkung, wie weit das Display und das Smart Lock voneinander entfernt sein dürfen.
Bildqualität
Die Kamera der Türklingel löst mit einer Auflösung von 2304 × 1296 Pixeln auf. Das ist eine gute Auflösung und generell ist die Bildqualität völlig ausreichend, wenn auch nicht fantastisch.
Etwas Kritik sehe ich beim Blickwinkel. Zitat:
Diagonal: 165°, Horizontal: 135°, Vertikal: 79,5°
Ich hätte mir vielleicht einen etwas größeren vertikalen Blickwinkel gewünscht, sodass die Gefahr geringer ist, dass jemand den „Kopf abgeschnitten“ bekommt, wenn er/sie dicht vor der Kamera steht.
Aber im Generellen ist die Bildqualität in Ordnung und auch der Blickwinkel passend.
Türklingel mit Akku oder Netzbetrieb
In der Türklingel ist ein 5000 mAh Akku verbaut. Dieser wird über einen USB-C-Port auf der Unterseite geladen.
Der Akku soll je nach Nutzung 6 bis 19 Monate halten. Das hängt davon ab, wie viel die Kamera aktiv werden muss und wie oft Leute klingeln. Rechne praktisch eher mit ± 6 Monaten.
Es ist auch möglich, die Klingel über Kontakte auf der Rückseite mit einem „Trafo“ zu verbinden. Dieser muss aber 5–6 V DC liefern, was schon recht speziell ist.
Stromverbrauch Displayeinheit
Ein nicht ganz unwichtiger Punkt ist der Stromverbrauch der Inneneinheit, welche 24/7 läuft.
Diese braucht mit 0,9 W im „Leerlauf“ (Display aus) bzw. 2,4 W mit aktivem Display erfreulicherweise recht wenig Strom.
Fazit
Die SwitchBot Smart Video Doorbell ist aus meiner Sicht eine der spannendsten Video-Türklingeln, die ich in letzter Zeit in den Fingern hatte, gerade weil sie einen Ansatz verfolgt, den viele Konkurrenten so gar nicht bieten: die Kombination aus Kamera, dediziertem Innen-Display und direkter Kopplung mit einem Smart Lock.
Fangen wir bei der Türklingel selbst an. Diese macht praktisch alles richtig, was man von einer modernen Video-Türklingel erwartet. Die Bildqualität mit 2304 × 1296 Pixeln ist gut, der Blickwinkel mit 165° diagonal ausreichend (ein etwas größerer vertikaler Blickwinkel wäre schön, aber okay) und die KI-Erkennung zwischen Menschen, Fahrzeugen und Tieren funktioniert zuverlässig. Der 5000 mAh Akku hält je nach Nutzung 6 bis 19 Monate, was praxistauglich ist. Erfreulich ist auch, dass eine microSD-Karte für die lokale Speicherung von Haus aus mitgeliefert wird, du also nicht zwingend in ein Cloud-Abo gedrängt wirst.
Die eigentliche Besonderheit ist aber die Kombination mit der Innen-Einheit und dem SwitchBot Smart Lock Ultra. Klingelt jemand, siehst du über das Display direkt, wer vor der Tür steht, und kannst mit einem Tastendruck die Tür öffnen, ohne dass du erst zum Smartphone greifen musst. Das ist unglaublich praktisch und ein echter Mehrwert gegenüber reinen App-Lösungen. Wer das SwitchBot-Ökosystem sowieso schon nutzt oder gerade in den Aufbau geht, sollte hier definitiv zugreifen.
Pro
- Sehr einfache Einrichtung dank Bluetooth-Unterstützung
- Gute Bildqualität mit 2304 × 1296 Pixeln
- KI-Erkennung (Menschen, Fahrzeuge, Tiere)
- Lokale Speicherung via microSD (bis 512 GB, 4 GB Karte im Lieferumfang)
- Ausreichend lauter und klarer Ton bei der 2-Wege-Kommunikation
- Dediziertes Innen-Display mit integriertem Gong
- Fantastisches Zusammenspiel mit dem SwitchBot Smart Lock Ultra
- Tür-Öffnung direkt per Taste an der Innen-Einheit möglich
- 5000 mAh Akku mit 6–19 Monaten Laufzeit
- Optionaler Netzbetrieb möglich
- Sehr niedriger Stromverbrauch der Innen-Einheit (0,9–2,4 W)
- Cloud-Abo optional, kein Zwang
Kontra
- Fest integriertes und recht kurzes Netzkabel der Innen-Einheit (kein USB-C)
- Aggressive Cloud-Werbung in der App (immerhin abschaltbar)
- Live-Stream über die Smartphone-App teils etwas träge
- Vertikaler Blickwinkel könnte etwas größer sein
- Bluetooth-Reichweitenbeschränkung zwischen Innen-Einheit und Smart Lock
Wo Licht ist, ist aber auch Schatten. Das fest integrierte, recht kurze Netzkabel der Innen-Einheit ist unnötig unflexibel, ein USB-C-Port wäre hier deutlich moderner. Die App bewirbt den Cloud-Dienst etwas zu aggressiv (lässt sich glücklicherweise abstellen), und der Live-Stream über die Smartphone-App startet manchmal etwas träge. Auch die Bluetooth-Reichweitenbeschränkung zwischen Innen-Einheit und Smart Lock solltest du im Hinterkopf behalten.
Unterm Strich ist die SwitchBot Smart Video Doorbell eine klare Empfehlung, vor allem im Set mit dem Smart Lock Ultra. Nutzt du bereits Produkte aus dem SwitchBot-Ökosystem, führt eigentlich kein Weg an dieser Kombination vorbei.
