Ist ein Rucksack mit Solarpanel eine gute Idee? Der SUNNYBAG Iconic im Test!

So langsam beginnt wieder die Outdoor-Season und sollte das Wetter 2019 genauso gut werden wie 2018, dann werden wir auch genug Sonne haben um die Zeit im Freien zu genießen.

Die Sonne bringt noch einen weiteren Vorteil mit sich. Diese erlaubt es uns unsere technischen Geräte auch im Freien durch Solarenergie flexibel aufzuladen. Gerade wenn man auf längerer Wandertour ist, kann dies ausgesprochen praktisch sein!

Hierfür gibt es auf dem Markt duzende Solar-Powerbanks (von welchen ich zumeist wenig halte) und USB Solarpanels. Aber USB Solarpanels sind gerade wenn man unterwegs ist meist eher unpraktisch, da diese auf eine stationäre Nutzung ausgelegt sind.

Eine Lösung für dieses Problem bieten Rucksäcke mit integriertem Solarpanel!  Diese versprechen ein effizientes Aufladen Euerer technischen Geräte auch on the Go.

Eins der spannendsten Modelle stammt hier aus dem Hause SUNNYBAG. Die SUNNYBAG Iconic verspricht eine nahtlose Verbindung aus Solarladegerät und Rucksack, ohne dabei die Funktionalität von einem zu reduzieren.

Damit ist SUNNYBAG vielen Konkurrenten ein Stück voraus, welche oftmals blöd gesagt einfach ein Solarpanel lieblos an einen Rucksack klatschen und dies Euch verkaufen.

Aber wie sieht es in der Praxis aus? Funktioniert die Kombination aus Rucksack und Solarpanel wirklich gut? Finden wir dies im Test heraus!

An dieser Stelle vielen Dank an SUNNYBAG für das Zurverfügungstellen des Iconic Rucksacks.

 

Der SUNNYBAG Iconic im Test

Der Icon von SUNNYBAG ist als Ausflugs/Alltagsrucksack gedacht. Dementsprechend fällt auch die Größe aus. SUNNYBAG spricht von einem Volumen von 20 Litern, was durchaus schon beachtlich ist.

Im leeren Zustand misst der Rucksack dabei ca. 53 x 36 x 13 cm. Eine sehr schöne Größe wie ich finde.

Optisch setzt SUNNYBAG beim Iconic auf ein schlichtes aber durchaus stylisches Design. Der Iconic ist kein 0815 billig Rucksack, was man diesem auch gleich ansieht. Allerdings, abseits des Solarpanels, lenkt der Iconic auch nicht unnötig viele Blicke auf sich. Sprich dieser ist nicht übermäßig auffällig.

Ihr habt bei diesem zwei Farboptionen, Olive Braun und cool Grau. Letztere Farboption ist allerdings etwas teurer, bietet dafür aber im Inneren zwei USB Ports, während die braune Version nur einen besitzt.

Wählt einfach die Farbe die Euch besser gefällt! Zwei USB Ports klingen zwar im ersten Moment nett, aber das Solar Panel fällt dennoch mit 7W Leistung bei beiden Modellen gleich stark aus. 7W ist erst einmal Okay, aber auch nicht so viel Leistung, dass man damit zwei Geräte mit gutem Tempo versorgen könnte. Dazu später mehr.

Für diesen Test habe ich die olive-braune Version, welche praktisch schicker ausfällt als ich dies bei „Braun“ erwartet hätte, auch wenn grau mir anhand der Bilder an sich besser gefällt.

Ehe wir in den Rucksack schauen, werfen wir einen Blick auf das Feature des SUNNYBAG Iconic. Dies wäre natürlich das Solarpanel.

Dieses ist an sich recht offensichtlich auf der Rückseite des Rucksacks angebracht, was natürlich auch Sinn macht. Allerdings handelt es sich hier nicht einfach um ein normales Solarpanel, welches an den Rucksack geschnallt wurde. Dieses besitzt eine interessante Noppen bzw. „Hubbel“ Struktur, was dieses etwas unsichtbarer erscheinen lässt.

Auch sind die einzelnen Segmente des Panels mit einem etwas größeren Abstand versehen als sie es müssten. Ich könnte mir vorstellen das viele „normale“ Menschen gar nicht auf dem ersten Blick erkennen würden das es sich hier um einen Solar-Rucksack handelt. Vermutlich würden viele weniger technisch versierte Menschen das Panel einfach für ein Muster halten. Zumal dieses auch gut in das Design und den Stoff des Rucksackes integriert ist.

Vernünftigerweise setzt SUNNYBAG auch auf ein flexibles Solarpanel. Nein dieses kam man nicht knicken, aber es bricht auch nicht sofort wenn es etwas gebogen wird. Vermutlich könnte man sogar auf das Panel treten ohne, dass es zwingend zu einem Schaden kommt.

Die Robustheit des SUNNYBAG Iconic würde ich also als passend einstufen.

Ebenso passt die Materialqualität! Der äußere und auch innere Stoff wirkt gut gearbeitet und ausreichend dick. Die untersten 10% des Rucksackes sind sogar mit einer Art Kunststoff beschichtet, was zum einen für einen besseren Wasserschutz sorgt und zum anderen den Verschleiß an dieser Stelle minimiert.

Der restliche Rucksack besitzt eine feine Leinenstruktur, ist aber aus Polyester gefertigt.

SUNNYBAG bewirbt den Iconic als wetterfest. Ich denke auch, dass normaler Regen einfach an diesem abperlen wird und auch das Solarpanel ist gut verschlossen. Bei starkem Regen würde ich aber nicht zwingen wetten, dass kein Wasser durch eine Ritze in den Rucksack findet. Dem scheint sich SUNNYBAG auch bewusst zu sein, daher besitzt dieser eine Regenhaube.

Diese befindet sich im Normalfall in einer kleinen Tasche auf der Rückseite, kann aber bei Bedarf übergezogen werden.

Abseits dieses Faches gibt es zwei weitere Fächer welche von außen erreichbar sind. Dies wäre natürlich das Hauptfach auf der Oberseite, aber auch ein etwas verstecktes Fach hinter dem Solarpanel.

Letzteres ist ausreichend groß, aber relativ flach.

Der Hauptfach hingegen bietet sehr viel Platz! Auf Wunsch lässt sich der Iconic bis unten hin mithilfe zweier Reisverschlüsse öffnen. Hierdurch ist ein Zugriff auf das Innere sehr gut möglich!

Im inneren, welches aus einem gelben Polyester gefertigt ist, findet sich zunächst ein großes Fach. Dieses bietet problemlos platz für 1-2 große Ordner oder 2-4 Wasserflaschen.

Neben diesem Hauptraum konnte ich 8 weitere mehr oder weniger große Fächer zählen. Das größte der Fächer (direkt am Rücken) bietet Platz für ein normales 15 Zoll Notebook.

In das Fach davor würde zusätzlich auch noch ein großes 10 Zoll Tablet oder zwei Bücher Platz finden.

Hinzu kommen diverse Fächer für Zubehör, Stifte, Visitenkarten und Euer Smartphone/Powerbank usw. In einem dieser Fächer finden wir auch den USB Ausgang des Rucksackes. Dieser USB Ausgang ist an einem ca. 20 cm Kabel angebracht, kann also innerhalb des Iconic flexibel genutzt werden.

Kurzum, Platz bietet der SUNNYBAG Iconic mehr als ausreichend, für die Uni oder einen kleinen Tagesausflug.

 

Grundsätzliches

Ehe wir zum eigentlichen Test kommen, möchte ich ein paar grundsätzliche Dinge klären. Solar Panels sind schön und toll. Allerdings wenn Ihr nun glaubt dass das Solarpanel der SUNNYBAG Iconic konstant 7W Leistung ausspuckt während Ihr wandert, dann werdet Ihr sehr enttäuscht sein!

Um auf die volle Leistung zu kommen muss ein Solarpanel perfekt ausgerichtet werden. Dreht Ihr dieses nur ein Stück weit aus dem perfekten Winkel, dann sinkt die Leistung extrem. Ja auch bei indirekter Sonne produziert ein Solarpanel Energie, aber vielleicht 1-20% der maximalen Leistung. Von einem marsch durch den Wald, wo es sehr viel Schatten gibt, will ich gar nicht reden.

Wollt Ihr also die SUNNYBAG Iconic während des Wanderns nutzen, solltet Ihr mit der Sonne im Rücken laufen. Dies kann man sich aber in der Regel nicht aussuchen. Der Rucksack wird also während des Wanderns praktisch sehr viel geringere Mengen Energie produzieren als 7W.

Ich denke das Solarpanel wird primär während der Pausen Sinn machen, wo Ihr den Rucksack einfach in die Sonne drehen könnt. Hier sind an einem klaren sonnigen Tag durchaus die 7W zu erreichen, mehr dazu später.

Im Übrigen umso näher Ihr am Äquator seid umso höher fällt die maximale Leistung auch an einem sonnigen Tag aus.

Ein weiterer Punkt über welchen Ihr nachdenken müsst, wäre eine Powerbank. Ihr könnt natürlich ein Smartphone direkt an der SUNNYBAG Iconic laden. Allerdings ist die Ladeelektronik von Smartphones nicht auf einen schwankenden Ladestrom optimiert. Klar auch, diese sind gemacht an einem Steckernetzteil geladen zu werden wo immer gleich viel Strom rauskommt.

Habt Ihr die SUNNYBAG Iconic ruhig in der Sonne liegen ist das auch keinerlei Problem. Während des Wanderns kann der Ladestrom aber doch gut schwanken. Hier würde ich Euch empfehlen eine Powerbank als „Puffer“ dazwischen zu schalten bzw. diese zuerst zu füllen.

SUNNYBAG bietet mit der „SunnyBAG PowerPack Wireless Charging 10.000 mAh“ auch eine auf diesen Job optimierte Powerbank an. Nein als Puffer Powerbank taugt nicht jede Powerbank! Mehr zum Thema Puffer Powerbank hier.

 

Die SUNNYBAG Iconic in der Praxis

SUNNYBAG setzt bei dem Iconic auf ein 7W Panel, welches in 10 Segmente unterteilt ist. Das Panel stammt aus dem Hause SUNPOWER. SUNPOWER ist der so ziemlich größte und auch beste chinesische Solarpanel Hersteller. Fast alle Solarpanel in guten Produkten stammen von diesen.

SUNNYBAG wirbt mit einer Effizienz von 22,4%, was glaubwürdig erscheint. Einige Hersteller werben teils mit 24% oder mehr, aber diese Werte halte ich für etwas optimistisch. Die meisten seriösen Quellen sprechen von maximal 22% Effizienz, außer bei neuen „experimentellen“ Panels.

Spannenderweise liegt bei jedem Rucksack ein Test Zertifikat bei, welches „Einzigartig“ ist. Dieses besagt bei meinem Panel eine Leistung von maximal 7,09W und eine Open Circuit Spannung von 6,89V. Dies lässt mich vermuten dass das Panel direkt und ohne den USB Port inklusive 5V Spannungswandler getestet wurde.

Kommen wir damit aber auch zum richtigen Test. Zum Zeitpunkt des Tests ist es Ende März, Anfang April. Dementsprechend steht die Sonne noch nicht ganz optimal für die volle Leistung.

Ihr könnt also für den Hochsommer auf alle Messergebnisse noch mal gute 10-20% drauf rechnen. Dennoch zeigen die Messwerte schon wo die Reise hingeht.

Messgerät (max)Apple iPhone Xs MaxGoogle Pixel 3 XL
Flach auf dem Boden3.54 W3.49 W3.3 W
Richtung Sonne gewinkelt5.11 W4.503 W4.824 W

Im Maximum, wenn die Tasche leicht schräg Richtung Sonne ausgerichtet ist, konnte ich rund 5,1W Ladestrom messen, was knapp über der magischen 5V 1A grenze liegt.

Ist die Tasche nicht angewinkelt, sondern liegt flach auf dem Boden, sinkt der Ladestrom auf rund 3,55W.

Im ersten Moment klingt dies vielleicht nicht überwältigend, aber ich habe keine Zweifel, dass der Rucksack die beworbenen 7W unter optimalen Bedingungen erreichen kann! So optimistisch bin ich nicht bei allen Solarpanels. Teilweise werden hier Werte deutlich „aufgedickt“, siehe hier.

Die Leistungsangabe bei Solarpanels sollte unter genormten Bedingungen entstehen, welche in der Regel in Deutschland aber nicht zu erreichen sind und wenn nur im Hochsommer. Dies gilt nicht nur für die SUNNYBAG, sondern für alle Solarpanels.

Wie schnell würde nun aber die SUNNYBAG Iconic ein Smartphone aufladen? Dies hängt vom Smartphone ab und wie groß dessen Akku ist.

Ein „normales“ Smartphone mit 3000mAH Akku wäre unter optimalen Bedingungen so in ca. 2,5-3 Stunden voll. Allerdings laden Smartphone in der Regel immer etwas unter dem maximalen Tempo. So erreichte das Google Pixel 3 XL 4,5W und das iPhone Xs Max rund 4,82W.

Für das iPhone ist dies im Übrigen das Tempo des beiliegenden Apple Ladegerätes.

Allerdings wie bereits erwähnt, sinkt der Ladestrom im Schatten oder wenn Ihr die Sonne nicht im Rücken habt drastisch! Im Schatten produziert das Panel vielleicht noch 0,5-0W und bei indirekter Sonne 2-0,5W, stark abhängig von der jeweiligen Situation.

 

Einmal Spazieren gehen mit der SUNNYBAG Iconic

Produzieren wir doch einmal so eine echte praxisnahe Situation. Ich habe mir den Rucksack geschnappt und bin etwas spazieren gegangen. Einmal 2 Stunden durch einen lichten Wald und einmal 2 Stunden durch die Stadt.

Dabei habe ich die SUNNYBAG Powerbank für die Aufnahme der produzierten Leistung genutzt und ein Messgerät zwischen geschaltet.

Bei meinem Waldspaziergang erzeugt die Powerbank satte 3,75Wh (in einer Stunde). Kein schlechter Wert! So wären für ein gängiges Smartphone in rund 3-4 Stunden eine komplette Ladung zusammen.

Bei meinem Weg durch die Stadt lag die erzeugte Leistung bei 1,924Wh (in einer Stunde). Warum ist hier der Wert niedriger? Viele Häuser werfen große und durchgehende Schatten. Zudem hatte ich weniger Sonne im Rücken bei diesem Weg.

Dennoch ist dies genug Ladung um ein normales Smartphone in +- 6 Stunden zu füllen.

Ich muss gestehen positiv überrascht zu sein! Dies ist doch in der Praxis ein gutes Stück mehr Ladung als erwartet. Davon ausgehend, dass Ihr Euer Smartphone nicht schneller als in 6 Stunden leer bekommt, könnt Ihr mit dem Rucksack Euer Smartphone mehr oder weniger konstant am Leben erhalten und vielleicht noch eine Kamera oder Ähnliches.

Bedenkt allerdings beim Benutzen einer Puffer-Powerbank, was ich immer empfehlen würde, verliert Ihr etwas Effizienz.

Wie steht es aber eigentlich um den Tragekomfort? Grundsätzlich gut! Die Tasche hat einen schönen Schnitt und sitzt gut auf dem Rücken. Auch ist die Rückenpolsterung perforiert, was im Sommer Schwitzen etwas reduziert.

Lediglich beim langen Transport von schweren Ladungen hätte ich mir vielleicht einen Gurt gewünscht, welche über die Brust zwischen den beiden Schlaufen verläuft. Abseits davon habe ich keine Klagen!

Auch die Fächer sind gut erreichbar und sinnvoll verteilt.

 

Fazit

So etwas wie ein Solar-Rucksack ist ein schwieriges Thema. Man darf hier praktisch keine Wunder erwarten. Ein Solarpanel funktioniert nun mal mit Abstand am besten wenn dieses zur Sonne ausgerichtet ist, was bei einem Rucksack nie völlig gegeben ist.

Allerdings muss ich ebenso gestehen, dass mich SUNNYBAG mit dem Iconic und der passenden Powerbank doch positiv überrascht hat! Das Solarpanel im Rucksack ist kein Gimmick, sondern kann wirklich auch in der Praxis eine durchaus nennenswerte Menge Energie produzieren.

An einem sonnigen Tag wird hier in ca. 3-8 Stunden genug Leistung für eine vollständige Smartphone Ladung zusammenkommen und dies bei einer Alltagsnutzung! Stellt Ihr den Rucksack einfach in die pralle Sonne reden wir über 2-4 Stunden für eine Smartphone Ladung (+-3000mAh).

Ich finde dies sind durchaus nutzbare Ergebnisse! Egal ob Ihr den Rucksack nun für den normalen Alltag nutzt oder für Tagesausflüge/Kurze Wandertrips.

Hinzu kommt das auch die Rucksack Funktionalität gut gelöst ist. Dieser ist ausreichend groß, mit einer sinnvollen Unterteilung der Fächer. Ihr bekommt hier problemlos ein 15 Zoll Notebook + 2-4 Wasserflaschen und diversen Kleinkram unter.

Auch die Verarbeitung und das Design passt! Gerade die Integration des Solarpanels ist gut gelungen. Dieses wirkt nicht einfach leblos an den Rucksack geklebt, sondern ist schön ins Design integriert.

Kurzum ich kann die SUNNYBAG Iconic für rund 99€ mit gutem Gewissen empfehlen. Der Preis ist wie ich finde fair für den guten Rucksack und das gute Solarpanel. Bedenkt aber den Kauf einer guten Pufferpowerbank, entweder die von SUNNYBAG oder eine aus meinem Bericht hier.

Michael Barton

Vielen Dank fürs Lesen! Sollte mein Bericht euch geholfen haben würde ich mich über einen erneuten Besuch meiner Webseite und/oder dem Folgen meines Twitter freuen! Vielen Dank!

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